Menschen an Ihrer Seite.

Die Rummelsberger

19.06.2017

Pflegekräfte fordern: Personalschlüssel muss Bedarf decken

Altenpfleger luden Politiker zum Dialog – Mitsprache in künftiger Vereinigung der Pflegenden in Bayern

Nürnberg - Dialog statt Demo: Um die Fragen und Forderungen von Pflegekräften direkt an die politisch Verantwortlichen zu bringen, setzt die Gesamtmitarbeitervertretung (GMV) der Rummelsberger Altenhilfe auf neue Wege. Unter dem Motto „Politik trifft Pflege vor Ort“ lud die Mitarbeitervertretung Bundestags- und Landtagspolitiker sowie Pflegeexperten aus dem Bayerischen Staatsministerium Anfang Juni zum 1. Dialogforum Pflege in Nürnberg ein.

„Statt nur auf der Straße über die schlechten Bedingungen in der Pflege zu schimpfen, setzen wir auf einen konstruktiven Austausch. Ziel des Dialogforums ist es, Politikern ein direktes Feedback und Impulse zu geben“, sagt Alexander von Hof, Vorsitzender der GMV. Pflegekräfte konnten im Vorfeld ihre Fragen und Anregungen an die Politiker aufschreiben. Einige davon wurden dann bei der Veranstaltung aus einer Box gezogen und diskutiert.

Die Ansprüche an Pflegekräfte und Träger seien in den vergangenen Jahren stetig höher geschraubt worden und die Pflege sei immer professioneller geworden, sagte Alexander von Hof. Doch die Arbeitsbedingungen für das Pflegepersonal hinken diesem Anspruch hinterher, kritisierte er. Das Pflegestärkungsgesetz II habe einige Schwachpunkte. „Es führt nicht zu besseren Bedingungen im stationären Bereich“, sagte von Hof. „Ich erwarte, dass die Pflegesätze und Personalschlüssel so gestaltet werden, dass sie auch den tatsächlichen Personalbedarf abbilden“, forderte er. „Das Pflegepersonal muss auch weiterhin die Zeit haben, die uns anvertrauten Menschen fachlich und menschlich kompetent zu betreuen!“

Der Vorsitzende der GMV forderte eine „echte Mitsprache für das Pflegepersonal“ auf politischer Ebene in Bayern. Bernhard Opolony, Leiter der Abteilung Pflege und Prävention im Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, lud daraufhin Alexander von Hof ein, im Gründungsausschuss der Vereinigung der Pflegenden mitzuarbeiten.

Weitere Themen beim Dialogforum waren unter anderem der Fachkräftemangel, die generalistische Pflegeausbildung und die Finanzierung der Pflege. Neben dem Bundestagsabgeordneten Harald Weinberg (Die Linke), diskutierten Bernhard Seidenath (CSU), Ruth Müller (SPD) und Ulrich Leiner (Bündnis 90/Die Grünen), die dem Ausschuss für Gesundheit und Pflege im bayerischen Landtag angehören, sowie Jan Dunker, Beisitzer im Vorstand der Nürnberger FDP. Zudem nahmen Harald Frei, Vorstand Finanzen der Rummelsberger Diakonie e.V., und Karl Schulz, Vorstand Dienste, teil. Alle Diskussionsteilnehmer empfanden den Austausch als sehr konstruktiv und möchten den begonnenen Dialog fortführen.

Von: Stefanie Dörr

Mitarbeitervertretung der Rummelsberger Diakonie lud Bundestags- und Landtagspolitiker sowie Pflegeexperten aus dem Staatsministerium zum 1. Dialogforum Pflege ein.