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16.03.2016

Aus Fremden werden Freunde

Rummelsberger Diakonie stellt ihre Arbeit mit Flüchtlingen im Gottesdienst vor
Von: Patrick Wolf

Vera Forkel stellt interessierten Gottesdienst-Besuchern die Arbeit der Rummelsberger Diakonie in Schwabach vor. Foto: Patrick Wolf /RD

Schwabach/Rummelsberg – In einem Gottesdienst in Schwabach haben Mitarbeiter der Rummelsberger Diakonie am Sonntag ihre Arbeit mit jugendlichen Flüchtlingen vorgestellt. „Aus Fremden werden Freunde“ war das Motto des Gottesdienstes in der Unterreichenbacher Kirche. Die rund 70 Besucher unterstützten eine geplante Sommerfreizeit der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge mit einer Kollekte von knapp 300 Euro. Der Verein zur Förderung diakonischer Aufgaben in der evangelischen Kirchengemeinde Unterreichenbach verdoppelte den gesammelten Betrag auf insgesamt 600 Euro.

Vera Forkel betreut unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in einer Wohngruppe in Schwabach. Dort leben derzeit 22 junge Männer zwischen 15 und 18 Jahren aus Syrien, Eritrea, Kongo, Afghanistan, Ghana, Irak, Gambia und Somalia zusammen. Die Mitarbeiterin der Rummelsberger Diakonie erzählt aus dem Alltag der jungen Flüchtlinge: „Sozialpädagogen betreuen die Jugendlichen rund um die Uhr und gestalten mit ihnen einen geregelten Tagesablauf.“ Dazu gehört der Besuch der Mittel- oder Berufsschule, wie auch gemeinsame Mahlzeiten und Freizeitaktivitäten. „Die Jugendlichen sollen befähigt werden, ein eigenständiges Leben zu führen und auf eigenen Beinen zu stehen“, sagte Vera Forkel.

Dass Integration gelingen kann, zeigte der 17-Jährige Assadullah. Er erzählt von seiner  dreimonatigen Flucht aus Afghanistan. Seit einiger Zeit lebt er in der Wohngruppe der Rummelsberger Diakonie in Schwabach und besucht regelmäßig die Berufsschule, an der er seinen qualifizierenden Schulabschluss nachholt. Ab September will der Jugendliche eine Ausbildung zum Industriekaufmann machen.

Pfarrer Werner Konnerth stellte in seiner Predigt klar, dass die Bibel ein guter Leitfaden sei, wie Menschen mit Fremden umgehen sollten. Schließlich gebe es für jeden von uns zwei überlebenswichtige Dinge: Schutz und Nahrung. Werner Konnerth bat die Gottesdienst-Besucher in der Nachfolge Jesu Fremde freundlich aufzunehmen, denn „Staat und Wohlfahrtsverbände können nicht alles tun“. Es brauche Ehrenamtliche, die Grenzen überwinden und anpacken. „Jeder kann etwas dazu beitragen.“

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