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16.03.2016

Jeder stirbt anders

Jeder Sterbende hat andere Bedürfnisse. Diakonin Jennifer Pöhlmann weiß das – es gehört zu ihrem Alltag. Die Fachkraft für Palliative Care und ihre Kollegen im Rummelsberger Stephanushaus leisten hier hervorragende Arbeit. Als erste diakonische Einrichtung in Deutschland wird die Pflegeeinrichtung der Rummelsberger Diakonie am Freitag für ihre Hospiz- und Palliativversorgung mit dem Zertifikat PallExcellence ausgezeichnet.

Diakonin Jennifer Pöhlmann, Fachkraft für Palliative Care und Schmerzexpertin

Rummelsberg – „Alltag gibt es nicht. Jeder stirbt anders und hat andere Bedürfnisse“, sagt Diakonin Jennifer Pöhlmann über ihre Arbeit im Rummelsberger Stephanushaus. Deshalb sei es wichtig, genau zuzuhören und sich ganz auf die Menschen einzulassen, weiß die 31-jährige Fachkraft für Palliative Care. Das ist nicht immer einfach und kostet viel Zeit – vor allem bei dementen Bewohnern. Genau darum bemüht man sich im Stephanushaus der Rummelsberger Diakonie mit seinem beschützenden Bereich. Die Sterbebegleitung von Menschen mit Demenz ist im Bereich der Palliative Care derzeit noch ein Alleinstellungsmerkmal, sagt Herbert Kammers, Leiter von PallCert Europe. Seine Zertifizierungsgesellschaft zeichnet am Freitag das Stephanushaus als erste diakonische Einrichtung in Deutschland für seine Hospiz- und Palliativversorgung mit dem Zertifikat PallExcellence aus.

Für Jennifer Pöhlmann ist die Arbeit mit Sterbenden vor allem ein Herzenswunsch. „Ich erinnere mich, wie ich eines Tages der Unterhaltung einiger Senioren folgte, an denen ein vor kurzem Verstorbener vorbeigetragen wurde. Sie unterhielten sich darüber, wie er war, dass sie ihn nun schon länger kaum noch gesehen hätten, aber auch gar nicht gewusst hätten, wie es um ihn steht. Sie fühlten sich alle ein wenig außen vor“, erzählt sie. Das motivierte sie, sich dem Thema Tod und Sterben intensiver zu widmen. „Es geht ja nicht nur um die sterbenskranken Menschen, sondern auch um ihre Mitbewohner, Zimmernachbarn und um ihre Freunde im Haus. Auch sie brauchen Begleitung in ihrer Trauer.“

Jennifer Pöhlmann machte die Fortbildung zur Fachkraft für Palliative Care, absolvierte zusätzlich eine Weiterbildung zur Schmerzexpertin in der Altenhilfe. „Das erworbene Wissen hilft mir sehr. Wirklich unbezahlbar ist aber vor allem der kurze Weg zum Rummelsberger Hospizverein, der direkt im Haus ist. Heidi Stahl, die Koordinatorin des Vereins, und Diakon Johannes Deyerl, Leiter der Fachstelle Hospizarbeit und Palliative Care, stehen uns stets mit Rat und Tat zur Seite“, sagt Jennifer Pöhlmann. Das erleichtert ihr und allen Kollegen die Arbeit und erhöht die Pflegequalität. „Gemeinsam mit unserer Pflegedienstleitung, den beiden Hospizfachleuten und dem jeweiligen Pflegepersonal sprechen wir alle Sterbebegleitungen individuell durch und finden so für jeden Fall und alle daran Beteiligten einen guten Weg.“

Für den Einrichtungsleiter des Stephanushauses, Diakon Werner Schmidt, ist die Auszeichnung mit dem Zertifikat PallExcellence ein großer Ansporn, auf dem eingeschlagenen Weg weiterzugehen und die Palliativversorgung in der Pflegeeinrichtung mit ihren rund hundert Bewohnern stetig weiter zu verbessern. „Bis 2020 soll es auf jeder Station mindestens eine Fachkraft für Palliative Care geben“, sagt Werner Schmidt. 

Das Zertifikat PallExcellence

Das Zertifikat PallExcellence wird an Einrichtungen verliehen, die eine exzellente Palliativversorgung nachweisen können. Überprüft werden unter anderem die Konzepte der Palliativversorgung, die Vernetzung, die palliative Pflege und der Umgang mit Verstorbenen. Die Auszeichnung orientiert sich an den Qualitätsvorgaben zur Hospizkultur und Palliativkompetenz des Deutschen Hospiz- und Palliativverbandes. Im Mittelpunkt des Audits stehen Gruppeninterviews mit Verantwortlichen, Mitarbeitern unterschiedlicher Professionen, Angehörigen, Heimbeirat und Hospizhelfern. Zertifizierungsgesellschaft ist die PallCert Europe GmbH.

 

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