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14. Juli 2021

Erste Alltagshelfer*innen starten durch

Fachstelle für pflegende Angehörige der Rummelsberger Diakonie hat erste Ehrenamtliche für die Arbeit mit Senior*innen ausgebildet – Nächster Kurs beginnt Ende September

Rummelsberg – „Ich freue mich auf meinen ersten Einsatz“, erzählt Ulla Herzog aus Wendelstein. Die 60-Jährige hat in den vergangenen Monaten trotz der Corona-Pandemie den ersten Kurs zur Alltagsbegleiter*in der Fachstelle für pflegende Angehörige im südlichen Nürnberger Land in Rummelsberg absolviert. „Meine ganze Familie pflegt zu Hause meine Mutter und meine Schwiegermutter“, sagt die Wendelsteinerin.  Irgendwann habe sie sich gefragt, wie das andere Menschen schaffen können, die allein sind. „Da möchte ich helfen und habe mich deshalb für die Schulung der Rummelsberger Diakonie angemeldet.“

Ende Juni haben zehn Freiwillige den ersten Kurs absolviert. „Ich freue mich sehr, dass ich ab September sechs Frauen und Männer als Alltagsbegleiter*innen im Nürnberger Land einsetzen kann“, sagt Franziska Stadelmann, Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige im südlichen Nürnberger Land. Der Bedarf sei groß, berichtet die 54-Jährige aus ihrer täglichen Beratungsarbeit. „Ich höre immer wieder von Angehörigen, dass sie dringend Entlastung brauchen, weil sie häufig Tag und Nacht für ihre demenzkranken oder behinderten Familienmitglieder da sind.“ Ende September beginnt die nächste Schulung. Anmeldeschluss ist der 8. September.

Der Kurs ist kostenlos und umfasst 40 Unterrichtseinheiten. Er findet an sechs Tagen statt, der nächste startet am Samstag, 11. September, von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr. Die ehrenamtlichen Begleiter im Alltag sind jeweils für eine Familie zuständig. „Sie können mit den Menschen spazieren gehen, basteln, kochen und sie beim Besuch am Friedhof oder zum Arzt begleiten“, nennt Stadelmann einige Beispiele. Beim ersten Treffen ist die Pflegefachkraft und Case-Managerin zur Unterstützung dabei und steht den Freiwilligen anschließend für Fragen oder bei Problemen zur Verfügung. Jeder Alltagshelfer entscheidet selbst, wie viel Zeit er investieren kann und will. Die Aktivitäten stimmen die Freiwilligen direkt mit den Angehörigen ab.

Wer den Zertifikatskurs vollständig absolviert, erhält für sein ehrenamtliches Engagement eine Aufwandsentschädigung. Im Kurs werden die Themen Betreuung Hilfsbedürftiger, Kommunikation und Begleitung sowie Unterstützung bei der Haushaltsführung behandelt. Die Schulung wird nach den Richtlinien des bayerischen Netzwerks für Pflege in Zusammenarbeit mit qualifizierten Referent*innen durchgeführt.

Ulla Herzog fand den Kurs informativ und spannend. „Für mich habe ich viel über die Begleitung von Menschen mit einer demenziellen Erkrankung mitgenommen“, fasst sie zusammen. Einen Nachmittag pro Woche hat die Wendersteinerin Zeit, um künftig einer Familie zur Seite zu stehen. „Ich freue mich sehr auf September und bin gespannt, welche Familie ich unterstützen darf.“

Die weiteren fünf Termine finden am Donnerstag 23. September, von 15.30 Uhr bis 19.15 Uhr, Samstag, 9., 23. Oktober sowie 13. November, von 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr und Freitag, 8. Oktober und 27. November, von 15.30 Uhr bis 19.15 Uhr statt. Veranstaltungsort ist das Stephanus. Weitere Infos zur Anmeldung und Fragen erteilt Franziska Stademann per Telefon unter 09128 50 2371 oder per E-Mail unter fachstelle-pflegende(at)rummelsberger.net.

Von: Heike Reinhold

Insgesamt zehn Freiwillige haben den ersten Zertifikatskurs zur Alltagsbegleiter*in der Fachstelle für pflegende Angehörige im südlichen Nürnberger Land in Rummelsberg unter der Leitung von Franziska Stadelmann (rechts) absolviert. Foto: Diakonin Karin Hacker