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11.01.2019

Schnelle Hilfe in Ausnahmesituationen

Notpool der Rummelsberger Diakonie unterstützt dank Spenden Menschen unbürokratisch

Rummelsberg – Seit 2006 gibt es den Notpool der Rummelsberger Diakonie. Mit Mitteln aus diesem Fonds werden Menschen unterstützt, die in einer Notsituation sind, in der kein anderer Leistungsträger finanzielle Hilfe bietet. 1195 Anträge auf Unterstützung wurden bislang gestellt. 880.000 Euro sind seit der Gründung des Notpools ausgeschüttet worden. Initiatorin Klara Heinrich aus der Spendenverwaltung und Diakon Georg Borngässer, Leiter der Abteilung Kommunikation, bekommen im Schnitt zwei Anträge pro Woche auf den Tisch. Die Hilfegesuche reichen von der Erstausstattung für ein Baby bis dahin, dass Menschen unterstützt werden, um eine würdige Bestattung für einen Angehörigen ausrichten zu können.

Die Summen, um die es geht, sind ganz unterschiedlich. „Manchmal sind es 50 Euro, weil jemand keine Unterstützung mehr bekommt, um sich eine neue Brille zu kaufen. Es kommt aber auch vor, dass wir Frauen unterstützen, deren Genitalien verstümmelt wurden. Gerade neulich hat der Notpool die Fahrtkosten zu einem Spezialisten übernommen. Der jungen Frau fehlte das Geld für die Bahnfahrt für sich und eine Begleiterin, die ihr bestehen soll“, berichtet Diakon Georg Borngässer. In der Vorweihnachtszeit konnte der Notpool einer jungen alleinerziehenden Mutter helfen, die kaputte Waschmaschine zu ersetzen. So hatte sie auch noch etwas Geld, um ihren drei Kindern Geschenke unter den Christbaum zu legen.

Genau das zeigt den Gedanken, der hinter der Gründung des Notpools steckt. „Früher kamen immer wieder Anfragen aus dem Krankenhaus (das damals noch zur Rummelsberger Diakonie gehörte) wegen Essensbeiträgen für Kinder in der Schule, die die Eltern nicht zahlen konnten“, erinnert sich Initiatorin Klara Heinrich. „Damals habe ich gesagt, dass es ein Unding ist, dass Rummelsberg da nicht eingreifen und helfen kann.“ Um dagegen etwas zu unternehmen, hat die Rummelsberger Diakonie den Notpool ins Leben gerufen, der ausschließlich durch Spenden finanziert wird. Anträge können zugunsten von Menschen gestellt werden, die stationäre oder ambulante Dienste der Rummelsberger Diakonie in Anspruch nehmen.

Große und kleine Nöte

Diese Anträge spiegeln große und kleine Nöte wider. Der Notpool hilft zum Beispiel dabei, eine Mietkaution auf Darlehensbasis zu stellen oder er unterstützt bei Stromschulden. „Manchmal lesen wir Anträge, die gleich mehrere Notsituationen einer Person oder Familie beschreiben“, erzählt Klara Heinrich. „Manch eine wäre schon mit einer überfordert und brauchte mehr als kurzfristige finanzielle Stütze.“ Größtenteils sind es Beträge zwischen 250 und 500 Euro, die einmalig gebraucht werden. Es gibt aber auch den Fall, dass der Notpool die hochspezialisierte Ausbildung eines Begleithundes für einen Menschen mit Behinderung finanziert. Da kann dann auch ein Aufwand von mehreren tausend Euro notwendig sein. Das ist aber zum Glück nur selten nötig, sagt Klara Heinrich und erinnert sich: „Sehr anrührend war für mich ein Antrag einer Rummelsberger Altenhilfe-Einrichtung. Einer Bewohnerin mit sehr, sehr kleiner Rente ging ihr altes Handy kaputt. Ein wichtiges Kontaktmittel für sie. Mit dem Notpool wurde ihr ein neues Handy für 50 Euro finanziert.“

Die Dankbarkeit der Menschen, denen mit dem Notpool geholfen werden konnte, ist groß. Bisweilen landen Geldbeträge auf dem Konto der Rummelsberger Diakonie, bei denen sich dann herausstellt, dass sie von früher unterstützten Menschen stammen. „Wenn es ihnen besser geht, wollen sie oft einen Teil der Hilfe zurückzahlen“, berichtet Klara Heinrich. Auch die ein oder andere dankbare Postkarte oder Mail erreicht die Rummelsberger Diakonie. „Wir sind froh, dass es eine ganze Reihe von Spendern gibt, die zum Teil regelmäßig spenden und manchmal auch einen relativ großen Betrag, damit wir das weiter verteilen können“, ergänzt Diakon Borngässer. „Wir freuen uns, wenn Menschen uns weiterhin großzügig mit Spenden unterstützen, damit wir weiter Hilfe aus dem Notpool anbieten können. Wir brauchen fortwährend Spenden, weil Menschen in Not sind.“

Spendenkonto

Raiffeisenbank Altdorf-Feucht eG
BIC: GENODEF1FEC
IBAN: DE89 7606 9440 0001 1855 00
Stichwort: „Notpool“

Von: Andrea Wismath

Manchmal fehlt es werdenden Eltern sogar am Geld, um die Erstausstattung für ihr Baby zu bezahlen. In solchen Fällen hilft der Notpool. Wenn kurz vor Weihnachten die Waschmaschine kaputt geht, stehen manche Alleinerziehende vor der Frage, ob sie das Gerät ersetzen oder ihren Kindern Geschenke kaufen sollen. Für beides reicht das Geld oft nicht. Fotos: Fotolia