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16.03.2020

Teilzeitkurs außer der Reihe

Nachfrage nach Teilzeitkurs in der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rummelsberg ist hoch

Schwarzenbruck – Am ersten Tag der Schulschließungen in Bayern auf Grund der Corona-Krise denken Diakonin Susanne Stöcker und Diakon Christian Hilburger, das Schulleitungs-Team der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rummelsberg, an den Start des neuen Schuljahres im September. „Eigentlich bieten wir nur alle zwei Jahre einen Teilzeitkurs an und im letzten Herbst hat einer angefangen. Aber wir haben schon so viele Anfragen, dass wir außer der Reihe auch diesen Herbst mit einem Kurs starten werden“, sagt Schulleiterin Susanne Stöcker.

Teilzeitkurs, das bedeutet, dass der Unterricht statt in zwei in drei Jahren stattfindet, so dass man die Möglichkeit hat, nebenbei bis zu 27 Stunden zu arbeiten. „Teilzeit ist aber nicht das gleiche, wie berufsbegleitend“, erklärt Susanne Stöcker. „Viele unserer Studierenden arbeiten nicht nebenher, haben aber Kinder. Eine Vollzeitausbildung ist für viele nicht stemmbar.“ Ihrer Erfahrung nach spricht das Teilzeit-Angebot drei verschiedene Zielgruppen an: Junge Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger, die direkt nach der Ausbildung schon Berufserfahrung sammeln möchten, aber noch die Ausbildung zur Erzieherin oder zum Erzieher machen möchten, Quereinsteigende aus ganz anderen Berufen, die aber schon selbst Erziehungszeiten gemacht haben oder Kinderpflegerinnen und Kinderpfleger, die schon einige Jahre arbeiten und sich nun weiterqualifizieren möchten. „Das sind aber bisher noch wenige“, sagt Christian Hilburger. „In vielen Einrichtungen ist das nicht gewünscht, weil dann für einige Jahre die Vollzeitarbeitskraft reduziert werden muss. Aber langfristig ist das immer ein Gewinn für die Einrichtungen und es ist auch ein Instrument der Personalgewinnung.“

Der Teilzeitkurs ist eines von verschiedenen Ausbildungsmodellen, die an der Fachakademie für Sozialpädagogik angeboten werden. „Durch die verschiedenen Modelle wollen wir möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, diesen Beruf zu erlernen“, erklärt Susanne Stöcker. „Die Teilzeitkurse sind sehr heterogen. Eine große Altersspanne mit einem Durchschnitt um die 30, die meisten haben eine große Ernsthaftigkeit und bringen viel Motivation mit.“

Ungefähr 2.000 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten werden in den drei Jahren absolviert, dazu kommen ungefähr 400 Stunden begleitete Studierzeit. „An der Fachakademie findet schon viel digital statt. Das kommt uns in der derzeitigen Krise sehr entgegen“, sagt Christian Hilburger.

Alle Interessierten für den Teilzeitkurs können sich per E-Mail über faks(at)rummelsberger.net anmelden, der geplante Infoabend muss leider entfallen. Gespräche sind jedoch auch via Skype oder ähnlichem möglich. Das Team der Fachakademie hatte letzte Woche auch entschieden, den Tag der Offenen Tür zu verschieben, der Ende März hätte stattfinden sollen. Der neue Termin ist nun für den 9. Mai geplant. „Da wären wir ungefähr 300 Leute im Haus gewesen oder noch mehr“, schätzt Susanne Stöcker, „das wäre unverantwortlich gewesen. „Durch den Umbau haben viele Ehemalige ein großes Interesse, mal wieder zu Besuch zu kommen. Und viele Studierende wollen das Haus ihren Eltern zeigen.“

Der Schulbetrieb bleibt dank digitaler Lösungen erhalten in den kommenden Wochen. Über das Schulweb-Portal, das bisher noch nicht viele Schulen in Deutschland nutzen, wird das gut gelingen, ist sich Christian Hilburger sicher. „Das Portal ist gleichzeitig Soziales Netzwerk, Dokumentation und Möglichkeit, Materialien bereit zu stellen. Auch die Lehrkräfte sind über das Portal erreichbar.“ Weil sich das Team der Fachakademie schon vorher viele Gedanken über eine mögliche Schulschließung gemacht hat, sind Susanne Stöcker und Christian Hilburger einigermaßen entspannt. „Die Studierenden wissen, dass sie auf dem Laufenden bleiben und dass wir für sie erreichbar sind. Und das ist das Wichtigste.“

Diakonin Arnica Mühlendyck (4.148 Zeichen)

Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

Schulleiterin Diakonin Susanne Stöcker und stellvertretender Schulleiter Diakon Christian Hilburger behalten trotz schwieriger aktueller Lage die Nerven. (Foto: Mühlendyck)