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22.10.2020

2. Platz für Inklusionsprojekt in Bayreuth

Projekt „Faschingsumzug“ des Heilpädagogischen Zentrums (HPZ) Bayreuth wurde bei Diakoniewettbewerb mit 2. Platz ausgezeichnet

Bayreuth – Cornelius Schulz ist ein echter Faschingsfan. „Seit ich denken kann, gehe ich jedes Jahr zum Faschingsumzug“, erzählt der ehemalige Schüler der Dr. Kurt-Blaser-Schule, einer Einrichtung des Heilpädagogischen Zentrum (HPZ) mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung für behinderte Kinder und Jugendliche. Seine Begeisterung für die närrische Zeit und der jährliche Besuch des Bayreuther Faschingsumzuges brachte den 17-Jährigen 2015 auf die Idee, selbst mit einem Umzugswagen am Faschingsgeschehen teilzunehmen. Jetzt wurde das Inklusionsprojekt mit dem 2. Preis beim Diakoniewettbewerb 2020 ausgezeichnet, der mit 1.500 Euro dotiert ist, gespendet von der CURACON Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. 

Bei der Preisverleihung am vergangenen Dienstag in der Pausenhalle der Dr. Kurt-Blaser-Schule erzählte Cornelius Schulz von seiner Idee, von der großartigen Unterstützung des Elternbeirats, der ihn bei der Umsetzung des Projekts begleitet hatte und von seiner großen Freude über den Preis. Ursprünglich sollten die Preise im Rahmen der ConSozial in Nürnberg verliehen werden, die aufgrund der Corona-Pandemie jedoch abgesagt wurde. Deshalb wurden die Preise jeweils regional übergeben. Ausgezeichnet wurden in diesem Jahr ehrenamtliche Projekte unter dem Motto „Begegnung schaffen – Wir fördern ehrenamtliche Projekte zur Teilhabe“.

„Das Projekt Faschingsumzug ist dafür ein besonders schönes Beispiel, weil es nicht nur für Menschen mit Behinderung gemacht wurde, sondern von einem Schüler selbst initiiert wurde“, betonte Sandra Schuhmann, Vorständin Gesundheit und Teilhabe der Diakonie Bayern bei der Preisvergabe. Auch Landrat Florian Wiedemann und Oberbürgermeister Thomas Ebersberger waren zum Gratulieren gekommen und freuten sich mit Cornelius, dem Elternbeirat und den vielen Ehrenamtlichen, die das Projekt unterstützen über den tollen Preis. Wiedemann lobte das Projekt, mit dem sich die Schüler*innen seit 2015 jährlich mit ihren kreativen und tollen Ideen mitten ins Faschingsgetümmel begeben und sich dort einem großen und breiten Publikum präsentieren. „Das ist Inklusion in die Öffentlichkeit getragen – einfach großartig.“ Seine Begeisterung für „Faschingsumzug“ brachte der Landrat auch dadurch zum Ausdruck, dass er das Preisgeld persönlich noch einmal um 100 Euro erhöhte.

Anna Wayand, Schulleiterin der Dr. Kurt-Blaser-Schule, die am Dienstagnachmittag die Gäste begrüßte zeigte sich ebenfalls beeindruckt, von dem was Cornelius und seine Unterstützer*innen mit dem Projekt Faschingsumzug geschaffen haben. Faschingsumzug sei mittlerweile vielmehr als ein Projekt, es sei zur Institution am HPZ geworden.

Das Preisgeld, das die beiden Elternbeiratsvorsitzenden und Claus Hempfling und Sandra Frank stellvertretend für all die vielen ehrenamtlichen Projektunterstützer*innen entgegennahmen, wird deshalb auch „auf jeden Fall für den nächsten Faschingsumzug, der coronabedingt frühestens 2022 wieder stattfinden wird, verwendet“, sagte Sandra Frank. Zudem wolle der Elternbeirat damit die vier Internatsgruppen des HPZ unterstützen und nötige Anschaffungen für die Schülerinnen und Schüler mitfinanzieren.

Cornelius Schulz wird 2022 auf jeden Fall wieder mit von der Faschingspartie sein. Gemeinsam mit seinen Mitstreiter*innen aus dem Projekt spinnt er schon fleißig an einer neuen Idee für den Faschingswagen, den die Firma Raimund jährlich inklusive Fahrer für das Projekt zur Verfügung stellt.

Von: Stefanie Dörr

2. Platz bei Diakoniewettbewerb: Der Initiator des Projekts Faschingsumzug, Cornelius Schulz (rechts) nahm ein zusätzliches Preisgeld von Florian Wiedemann (links) entgegen. Der Landrat erhöhte die Preisprämie von 1.500 Euro persönlich um 100 Euro. Foto: Anna Koch In diesem Jahr waren die Schüler*innen vom Projekt Faschingsumzug des HPZ als „Hexen und Geiser“ unterwegs. Foto: Elternbeirat In diesem Jahr waren die Schüler*innen vom Projekt Faschingsumzug des HPZ als „Hexen und Geiser“ unterwegs. Foto: Elternbeirat