Menschen an Ihrer Seite.

Die Rummelsberger

Infos zum Standort
30.05.2020

Das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes

Gruß zu Pfingsten von Rektor Reiner Schübel

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, liebe Brüder und Schwestern,
sehr geehrte Freunde und Förderer der Rummelsberger,

wir feiern Pfingsten! Wir feiern das Fest der Ausgießung des Heiligen Geistes. Wir feiern, dass der für uns Gekreuzigte und von Gott Auferweckte und an Himmelfahrt ganz in dessen Herrlichkeit Entschwundene durch seinen Geist in uns und unter uns gegenwärtig ist.

1. Leben im Kraftfeld seines Geistes - Stärkung, Orientierung und Erneuerung

Wir feiern Pfingsten, d.h. wir feiern, dass wir als Christinnen und Christen im Kraftfeld seines Geistes leben dürfen. In seinem Geist wird Gottes Nähe erfahrbar. Wir erfahren Gottes Geist als einen uns erfüllenden und stärkenden Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. 

Inmitten dieser weltweiten Pandemie - und mit ihr einhergehender sozialer und wirtschaftlicher Gefährdungen - hilft Gottes Geist unserer Schwachheit auf, um nicht zu verzagen oder zu resignieren. 
Sein Geist stärkt uns in und trotz aller Gefährdungen des Lebens und ganzer Gesellschaften. Ja, er hilft uns, nicht den Mut zu verlieren, nicht eigenen Ängsten zu verfallen oder gar Aggressionen Raum zu geben, wie dies derzeit in den sozialen Medien oder bei kruden öffentlichen Protesten gegen die Schutzmaßnahmen der Bundes- und Landesregierungen geschieht.
 
Gottes Geist lehrt uns vielmehr zu unterscheiden zwischen ehrlicher Sorge um Arbeit und Einkommen für den Lebensunterhalt und zündelnder Hetze gegen Staat und Gesellschaft, zwischen ehrlicher Sorge aufgrund zeitweilig eingeschränkter Freiheitsrechte und grundsätzlicher innerer Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben und damit verbundener Wut. 

Gottes Geist lenkt unser Augenmerk weg vom eigenen Bauchnabel, der ängstlichen Sorge um uns selbst, und hebt unseren Blick. Er richtet uns auf, befreit uns von Selbstbespiegelung und lässt uns aufrecht gehen. Er weitet unseren Blick für die Sorge um den Nächsten und die Mitwelt um uns her. 
Gottes Geist befreit uns davor, rastlos uns selbst erhalten zu wollen und gegen die schwindende Lebenskraft ankämpfen zu müssen. Vielmehr werden wir durch Gottes Geist am inneren Menschen von Tag zu Tag erneuert, achten in gesunder Weise auf unser und auch anderer körperliches, seelisches und geistiges Wohlergehen, gewinnen Hoffnung und Zuversicht über die Probleme des Alltags hinaus, suchen Frieden und Gerechtigkeit und werden gewiss, dass wir keiner anderen als der Zukunft Gottes selbst entgegengehen. 

Gottes Geist erfahren wir so inmitten alltäglicher Gefährdungen als Gegenkraft beständiger Erneuerung, gleich einer inneren Regeneration, die mit jeder stammelnden Bitte um Vergebung oder jedem Seufzen, das sein Kommen ersehnt, wirksam wird.  

2. Leben im Kraftfeld seines Geistes – Leben im unsichtbaren, lebensstärkenden Netzwerk „geistlicher Digitalität“  

Seit Pfingsten spannt sich ein lebensstärkendes Netzwerk der Verbundenheit in diesem Geist über die ganze Welt. Inmitten der Coronakrise eröffnet uns sein Geist ein unsichtbares Netzwerk geistlicher Kommunikation, ja, wirksamer Kommunikation auch ohne physische Nähe und Berührung.

Das unsichtbare Netzwerk seines Geistes wird erfahrbar in unserem Glauben und unseren Gebeten für andere wie auch anderer für uns. Ohne es selbst auch nur zu ahnen strömen anderen und auch uns so neu Kräfte des Lebens zu - Kräfte des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung. 

Die Coronapandemie lehrt uns, diese Form unsichtbarer, gleichwohl erfahrbarer geistlicher Kommunikation, schon jetzt, aber auch über diese Krise hinaus zu nutzen im Sinne „geistlicher Digitalität“. 

Inmitten der Corona-Pandemie, hilft uns solche geistliche Verbundenheit zu begreifen, dass der Boden der Selbstverständlichkeiten dünn und der lebendige Gott und das von ihm geschenkte Leben heilig sind. Inmitten der Coronakrise werden wir so offen, ganz neu auf das Wesentliche des Lebens zu schauen, das sich uns im Beten und Tun des Gerechten erschließt.

Ich wünsche Ihnen – auch im Namen des Vorstandes – ein gesegnetes Pfingstfest und eine gesunde sowie gesegnete Zeit und freue mich auf ein Kennenlernen an der Mitgliederversammlung 2020.
Mit freundlichen Grüßen aus Rummelsberg,

Rektor Reiner Schübel
Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Diakonie e.V.