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Die Rummelsberger

14.07.2017

Sport verbindet

Beim TV Hofheim trainieren Sportler mit und ohne Behinderung gemeinsam

Hofheim - Jeden Mittwoch ziehen Manuela Blischke und Maria Och ihre blauen Turn-T-Shirts an und schlüpfen in ihre weißen Turnschuhe. Die beiden Frauen sind seit Dezember 2016 Mitglied im Turnverein Hofheim. In der Frauensportgruppe machen sie Übungen für Gleichgewicht und Körperdehnung oder Rückengymnastik auf den Bodenmatten – dabei spielt es gar keine Rolle, dass die beiden Frauen eine Behinderung haben.

„Mir gefällt es, mit anderen Menschen zusammen zu kommen und gemeinsam Sport zu treiben“, sagt Maria Och. Manuela Blischke legt großen Wert auf die Gemeinschaft. Wenn sie mal verhindert sind, werden sie von der Sportgruppe sofort vermisst.

Dass Inklusion im Sport funktioniert, ist nicht nur in der Frauensportgruppe zu sehen, sondern im gesamten TV Hofheim. „Inklusion kann gelebt werden“, sagt Günter Dietz, Trainer beim Turnverein. Einmal im Jahr richtet der Sportverein ein Inklusionssportfest aus. Für das diesjährige Sportfest, das Ende Mai stattfand, hat der Trainer Maria Och, Manuela Blischke und 13 weitere Sportler der Rummelsberger Diakonie darauf vorbereitet. „Wir haben Ausdauer und Geschicklichkeit trainiert“, sagt Dietz. Zwölf Wochen lang hat er sich einmal wöchentlich mit den Frauen und Männern getroffen. „Es hat allen viel Spaß gemacht, das hat man gespürt“, sagt der Trainer. Er will deshalb die Gruppe auch im nächsten Jahr wieder trainieren.

Die Rummelsberger Diakonie bot beim Inklusionssportfest verschiedene Kinderaktionen an, zum Beispiel einen Luftballon-Wettbewerb und ein Lotterie-Rad. Möglich war das Dank Spenden der Hofheimer Firmen ESN Deutsche Tischtennis Technologie GmbH (500 Euro) und der ELSO Elbe GmbH & Co. KG (200 Euro).

„Eines der größten Hindernisse ist es, die Nicht-Behinderten zu überzeugen, dass es gemeinsam geht“, sagt Günter Dietz, der auch Beauftragter für Inklusion im Bayerischen Turnverband ist. Beim TV Hofheim hat er es geschafft. Nun will er es Menschen mit Behinderung ermöglichen, beim Landesturnfest, das 2019 in Schweinfurt stattfindet, mitmachen zu können.

Bis dahin soll das Inklusionssportfest in Hofheim zu einer festen Veranstaltung geworden sein. In diesem Jahr fand es zum dritten Mal statt. Ein Teilnehmer für die vierte Auflage ist schon gesetzt: Benjamin Engel. Der 29-Jährige wohnt in einer Wohngruppe der Rummelsberger Diakonie in Hofheim. „Auf jeden Fall“, sagt der junge Mann auf die Frage, ob er beim nächsten Mal wieder mit dabei ist. Und bis dahin hält er sich mit Besuchen im Fitnessstudio, beim Fußball und Basketball fit. Einmal wöchentlich spielt er in der Basketball-Mannschaft des TV Hofheims.

Von: Claudia Kestler

Maria Och (links) und Manuela Blischke besuchen jeden Mittwoch die Frauensport-Gruppe des Turnvereins Hofheim. Foto: Jutta Häfner Andreas Enke (links) und Danny Rüger (rechts) gingen beim Inklusionssportfest in Hofheim an den Start. Gemeinsam mit Tina Reinwand, Offene Behindertenarbeit Region Haßberge, und Diakon Günter Schubert, Regionalleiter Region Haßberge der Rummelsberger Diakonie, haben sie einen Spendenscheck von Jörg Dubbins (hinten links), Geschäftsführer ESN Deutsche Tischtennis Technologie GmbH, entgegengenommen. Mit dem Geld wurden die Verpflegung für die Sportler und verschiedene Kinderaktionen finanziert. Foto: Andreas Puchta