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22. Juli 2021

10 Jahre neuer rechtsextremer Terrorismus

Eine Pressemeldung des bayerischen Bündnisses für Toleranz zu den Entwicklungen neuen rechtsextremen Terrorismus

Morgen, am 22. Juli, jährt sich der von rassistischen und rechtsextremen Beweggründen getragene Amoklauf beim OEZ in München zum fünften Mal. Das Bayerische Bündnis für Toleranz begrüßt, dass die Stadt München und der Freistaat umfassend dieser Tat, den neun Toten und der vielen Verletzten erinnern. Der Tag des Attentats war nicht zufällig gewählt. Exakt fünf Jahre vor dem OEZ-Attentat hat der Rechtsextremist Anders Behring Breivik auf der Insel Utoya (Oslo) 77 Menschen kaltblütig ermordet, meist Teilnehmende eines Zeltlagers der sozialdemokratischen norwegischen Jugendorganisation.  

Mit dem 22. Juli 2011 ist damit ein neuer rechtsextremer Tätertyp in Erscheinung getreten. Seit 2011 hat Breivik erschreckend viele Nachahmer gefunden - weltweit stehen hierfür Charleston, Pittsburgh und Christchurch, in Deutschland bezogen sich die Attentäter von Halle und Hanau zumindest in ihrer Ideenwelt auf ähnliche Denkmuster wie er. Weitere geplante Attentate konnten verhindert werden, in der Regel durch ein gelungenes Zusammenspiel von aufmerksamen 
Einzelpersonen und der guten Arbeit der Sicherheitsbehörden. 

Auch wenn diese Terroristen alleine handeln, sind sie doch keine "Einzeltäter". Ihr Handeln ist nur dadurch erklärbar, dass sie sich wechselseitig im Internet radikalisieren. Kennzeichnend für sie ist regelmäßig ein ausgesprochener Rassismus und Antisemitismus, verbunden mit Frauenfeindlichkeit.  

Heinrich Bedford Strohm, Sprecher des Bündnisses für Toleranz und evangelischer Landesbischof: "Als Bayerisches Bündnis für Toleranz verfolgen wir diese Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit und großer Sorge. Nach dem Attentat von Halle haben wir deshalb bayernweit Menschenketten um unsere Synagogen organisiert. Als Gesellschaft müssen wir alles Menschenmögliche tun, um den ideologischen Nährboden, auf dem solche terroristischen Gewalttaten wachsen, auszutrocknen. Ich bin deswegen ungeheuer dankbar, dass sich inzwischen rund 80 Organisationen und Institutionen aus der Mitte der bayerischen Gesellschaft unserem Bündnis für Toleranz angeschlossen haben, um sich genau diesem Ziel zu widmen." 
Innenminister Joachim Herrmann:  "Immer noch muss ich oft an die vielen Opfer und Angehörigen des rechtsextremistischen Amoklaufs am OEZ denken. Die Kaltblütigkeit des Täters war erschreckend. Im Zentrum der aufwändigen Ermittlungen stand insbesondere die Frage nach dem "Warum". Die Ermittler gehen von einem ganzen Bündel an Motiven aus, die unter anderem auf persönliche Mobbingerfahrungen gründeten und auch auf rassistischen Einstellungen. Diese wichtigen Erkenntnisse können helfen, bedenkliche persönliche Entwicklungen noch besser zu erkennen. Denn auch wenn es eine hundertprozentige Sicherheit leider nie geben wird: Wir müssen alles unternehmen, unsere Bürgerinnen und Bürger bestmöglich zu schützen. Dazu gehört auch, auf allen Ebenen fanatische Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus entschieden zu bekämpfen. Dabei denke ich auch an die beiden islamistisch motivierten Anschläge in den Tagen vor und nach dem Amoklauf beim OEZ. Den vielen im Bayerischen Bündnis für Toleranz angeschlossenen Organisationen und Institutionen danke ich außerordentlich für ihr hervorragendes Engagement!"

Von: Martin Becher

PM_-_10_Jahre_neuer_rechtsextremer_Terrorismus.pdf
Logo des Bayerischen Bündnisses für Toleranz