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30.09.2019

31. Einsatz der Aktion Feuerkinder hilft Menschen in Tansania

Nürnberger Ärztin Dr. Annemarie Schraml freut sich über Fortschritte beim Bau des neuen Operationssaales

Nürnberg – Vor kurzem ist das Team der „Aktion Feuerkinder“ um die pensionierte Nürnberger Ärztin Dr. Annemarie Schraml vom 31. Einsatz aus Tansania zurückgekommen. Diesmal in Tansania dabei waren Marion Belzner, Daniela Klughardt, Dominic Reinhart, Johanna Schröter und Ana-Maria Eberl sowie Grace Ayoo-Küfner, die die Arbeit der „Feuerkinder“ bereits seit 20 Jahren begleitet. „Sehr hilfreich war auch wieder die Mitarbeit von Dr. Mirjam Triebel, Neuropädiaterin aus Jena, die seit Januar 2019 in Ifunda in einem neuropädiatrischen Zentrum im Süden Tansanias arbeitet“, sagt Schraml. „Es war ein überaus erfreulicher Einsatz mit sehr positiven Erfahrungen.“ Die beiden tansanischen Ärzte Dr. Kiwesa und Dr. Mollel, deren Ausbildung über die „Aktion Feuerkinder“ finanziert worden war, übernehmen sehr viele Operationen. Aus weitem Umkreis werden viele Patientinnen und Patienten mit Knochenbrüchen gebracht. Das Nkoaranga-Krankenhaus ist für die gute Versorgung dieser Verletzungen im Norden Tansanias bekannt geworden.

Eine besondere Freude für Kinderorthopädin Schraml war der Besuch von Peter, den sie mit ihrem Team vor 16 Jahren wegen schwerer Klumpfüße operiert hatte und der jetzt kam, um sich mit einem kleinen Geschenk zu bedanken. „Seine Mutter hatte ihn im Jahr 2003 zum Nkoaranga-Krankenhaus getragen, weil er damals nicht gehen konnte“, erinnert sich Schraml. „Der Junge hatte sich aus Scham auf seine Klumpfüße gesetzt, was zur Folge hatte, dass seine Kniegelenke in Beugestellung einsteiften.“ Mit Gipsverbänden wurden erst die Kniegelenke gestreckt, dann innerhalb von drei Jahren die Klumpfüße durch aufwendige Operationen korrigiert. So konnte Peter in die Schule gehen, wo er den Abschluss als Bester seines Bezirkes schaffte und ein staatliches Stipendium zum Besuch der Secundary-School in Arusha erhielt. „Er wird nächstes Jahr Abitur machen und will dann Jura studieren“, erzählt Schraml stolz.

Peter ist ein Beispiel für den Hintergrund der Arbeit des Teams der „Aktion Feuerkinder“: Mithilfe der Behandlungen werden Kinder mit einer Behinderung in die Lage versetzt, zu gehen, die Schule zu besuchen und so einen Beruf zu erlernen oder studieren zu können. „Dadurch können sie ihren Lebensunterhalt verdienen“, sagt Schraml. „Eine sinnvolle Entwicklungshilfe und ,Fluchtprophylaxe‘“. Denn wer für sich und seine Familie sorgen kann, bleibt in der Regel gern in seiner Heimat.

68 Operationen in elf Tagen

Als sehr erfolgreich bezeichnet Schraml die Zusammenarbeit mit den beiden einheimischen Anästhesisten Emmanuel und Patrick, die im Rahmen des Projektes Klinikpartnerschaften in der Cnopf‘schen Kinderklinik in Nürnberg hospitiert hatten. In sehr kollegialer, freundschaftlicher Atmosphäre schaffte das tansanisch-deutsche Team an elf Operationstagen 68 Operationen und untersuchte 170 Patientinnen und Patienten ambulant.

Obwohl der Einsatz nicht öffentlich bekannt gemacht worden war und nur Patienten, die auf der Warteliste standen, informiert worden waren, kamen am ersten Tag zur Voruntersuchung 110 Kinder mit ihren Angehörigen, so dass der Untersuchungsraum dicht umlagert war. Die jungen Patientinnen und Patienten kamen erneut aus allen Teilen Tansanias, viele mussten auf spätere Einsätze vertröstet werden. In den Krankenzimmern, in denen bis zu zehn Betten eng aneinander standen und in denen neben den Patienten auch die Mütter und oft auch die jüngeren Geschwister schliefen, herrschte eine sehr gute Atmosphäre. Trotz der unterschiedlichen Stammeszugehörigkeiten und Sprachen, berichtet Schraml.

„Sehr hilfreich waren wieder die Mützen, Socken und Decken, die Frauen im Landkreis Tirschenreuth, in Marktredwitz und Freiburg gestrickt hatten, da es derzeit in Tansania Winter und besonders nachts sehr kalt ist“, so die Ärztin. Eine große Freude sei der Besuch der Familie Mollel gewesen, für die im vergangenen Jahr ein kleines Haus gebaut worden war. „Es war schön zu sehen, dass Mutter Daima Mollel Mais, Bohnen, Tomaten und anderes Gemüse zum eigenen Verbrauch und zum Verkauf anbaut. Upendo Mollel bietet auf der kleinen Terrasse vor dem Haus ihr Schneiderhandwerk an und verdient so viel, dass sie die sechsköpfige Familie unterstützen kann.

Große Fortschritte macht der Neubau des von „BILD hilft e.V. Ein Herz für Kinder“ unterstützten Operationssaales, berichtete Schraml weiter. „Es besteht Hoffnung, dass die Einweihung während des nächsten Einsatzes Ende Februar 2020 stattfinden kann.“ Für dieses vielschichtige Engagement der „Aktion Feuerkinder“ bittet das Team weiterhin um Unterstützung:

Spendenkonto:

Kontoinhaberin:          Stiftung Hilfen für Tansania

BIC:                            GENODEF1EK1 (Evangelische Bank eG)

IBAN:                          DE53 5206 0410 0103 5099 82

Stichwort:                   „Spende Aktion Feuerkinder“

Von: Dr. Annemarie Schraml und Andrea Höfig-Wismath

Feuerkinder_Team_08_2019_presse.jpgFeuerkinder_Peter2019_presse.jpgPM_Einsatz_Feuerkinder.pdf
Beim 31. Hilfseinsatz der „Aktion Feuerkinder“ waren dabei (v. li.): Dominic Reinhart, Marion Belzner, Grace Ayoo-Küfner, Ana-Maria Eberl, Dr. Mirjam Triebel, Johanna Schröter, Daniela Klughardt und Dr. Annemarie Schraml. Dr. Annemarie Schraml freute sich sehr über den Besuch von Peter, den sie vor 16 Jahren mehrfach operiert hatte. Nächstes Jahr will der junge Mann sein Abitur machen. Fotos: Dr. Annemarie Schraml