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26. September 2021

Abschied von einem Herzensmenschen

Diakon Martin Neukamm, bisheriger Leiter der Rummelsberger Brüderschaft und Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie e.V., geht in den Ruhestand

Schwarzenbruck – Leidenschaft, Herz, Engagement. Diese Worte ziehen sich wie ein roter Faden durch die Grußworte anlässlich der Verabschiedung von Diakon Martin Neukamm, Leiter der Rummelsberger Brüderschaft und Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie e.V., der am Wochenende im Rahmen des Brüderschaftstages in den Ruhestand verabschiedet worden ist. Coronakonform im kleinen Rahmen, mit dem Großteil der Rummelsberger Brüderschaft via Videokonferenz verbunden, waren Menschen, die ihn begleitet haben, mit denen er zusammengearbeitet hat oder die ihm in Freundschaft verbunden sind, in der Philippuskirche in Rummelsberg zusammengekommen.

Diakonin Elisabeth Peterhoff, Dr. Tobias Gaydoul und Karl Schulz, die verbleibenden Vorstandsmitglieder, zeigten anhand des Altarbildes in der Philippuskirche, auf dem die Sieben Werke der Barmherzigkeit abgebildet sind, die guten Eigenschaften des geschätzten Kollegen auf. Sein „Durst nach Leben und Gemeinschaft“, seine Art, eingeengte Menschen zu bedenken, zu trösten und zu ermutigen, die leibliche und geistliche Nahrung, die Neukamm so schätzt und großzügig teilt – diese Attribute machen ihn, so die Vorstandskolleginnen und –kollegen, zu einem leidenschaftlichen Rummelsberger und Diakon.

„Einen Diakon durch und durch“, nannte ihn Heidi Albrecht, Geschäftsführerin des Verbands evangelischer Diakonen-, Diakoninnen- und Diakonatsgemeinschaften in Deutschland e.V. (VEDD), die an ihrem eigenen Geburtstag von Berlin nach Rummelsberg gekommen war, um Neukamm in den Ruhestand zu verabschieden. Sie brachte ein im Glaswürfel geprägtes Diakonenkreuz mit, eine Auszeichnung, die nur verdienten Mitgliedern des VEDD verliehen wird, so Albrecht.

Verdient habe sich Neukamm auch um seine Gemeinschaft, die Rummelsberger Brüderschaft gemacht. In einer humorvollen „Bilanzpressekonferenz“ fassten Diakonin Elisabeth Peterhoff, Leiterin der Diakoninnengemeinschaft, und Diakon Jürgen Hofmann, Geschäftsführer der Rummelsberger Diakone und Diakoninnen, das bisherige Leben des Brüderseniors in Zahlen und mit Blick auf einen „gesamtgesellschaftlichen Kontext“ zusammen. Vor 23.421 Tagen geboren, seit 15.401 Tagen verheiratet und seit 10.501 Werktagen als Diakon tätig, hat Neukamm bereits acht Dienststellen durchlaufen, davon drei im Klinikum in Nürnberg. Der gelernte Krankenpflegediakon wurde 1979 zum Diakon eingesegnet, seit 2009 ist er Brüdersenior. „Schon 18 Prozent deines Lebens“, fasste Hofmann zusammen. Wie eine Rettungsaktion an der Eiger Nordwand, der Tod Michael Jacksons und die Ausbreitung der Schweinegrippe mit Martin Neukamm zusammenhängen? Alle Ereignisse fanden, so Hofmann und Peterhoff, an bedeutenden Tagen in seinem Leben statt.

Stellvertretend für die Diakoninnengemeinschaft dankte Elisabeth Peterhoff dem Kollegen für seine Leidenschaft für die Feier des Lebens. Für den Brüderschaftsrat dankte Diakon Sebastian Damm, der einen 2009 destillierten und 2021 abgefüllten Whiskey überreichte, ganz in der Sprache der Whiskey-Liebhaber bleibend, für Martin Neukamms „Angelshare“ in der Brüderschaft. Diakon Jochen Nitz, der stellvertretend für den Rat der Diakone und Diakoninnen sprach, las - in etwas abgewandelter Form - aus dem Kinderbuch „Die kleine Raupe Nimmersatt“ vor, an dessen Ende sich Raupe Martin in einen „wunderschönen Ruheständler“ verwandelte. Und natürlich dufte auch das eine oder andere musikalische Grußwort nicht fehlen.

Dass Martin Neukamm im Ruhestand mehr Zeit mit seiner Frau Irmgard und seinen Kindern und Enkelkindern verbringen möchte, war ebenfalls mehrfach Thema im Lauf des Nachmittags. Irmgard Neukamm, die seit ihrer Eheschließung 1979 ebenfalls Mitglied der Rummelsberger Brüderschaft ist, wurde für ihre jahrzehntelange Unterstützung vielfach bedankt. Neben den Diakonen sind auch die Ehefrauen und Partner Gemeinschaftsmitglieder der Rummelsberger Brüderschaft. Natürlich wollte auch der Frauenbeirat, der die Ehefrauen vertritt, dem Brüdersenior von Herzen danken. „Ihm läuft immer das Herz über“, fassten sie zusammen. „Wir nehmen heute Abschied von einem Herzensmenschen.“

Mit dem Satz „Jetzt pack mers, jetzt geht’s in die letzte Runde“, hatte Diakon Michael Krah, der die letzten zwölf Jahre als Referent mit Martin Neukamm gearbeitet hatte und der voller Humor und mit dem ein oder anderen Augenzwinkern durch den Nachmittag geführt hatte, die Feier begonnen, doch es war an Martin Neukamm, den Abend zu beschließen.

„Treue Verbündete im Glauben haben immer eine Hoffnung auf morgen“, machte ihm Gabriele Gerndt, Pfarrerin in der Kirchengemeinde Rummelsberg, Mut für den nahenden Ruhestand, auf den Neukamm nervös blickt „Ich bin der totale Anfänger im Ruhestand“, bekannte er. In einem kurzen Schlusswort bedankte er sich. „Es war ein Geschenk, mit solchen Kolleginnen und Kollegen zu arbeiten. Ich werde euch vermissen.“

Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

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Einen neuen, jüngeren „Ersatzmartin“ aus Pappe (links) haben die Kolleginnen und Kollegen aus der Hauptverwaltung in Rummelsberg bereits für die Büroräume angeschafft. Diakon Michael Krah führte die Gäste durchs Programm – die in der Kirche anwesenden ebenso, wie die live per Videokonferenz dazugeschalteten aus ganz Bayern. „Zwei Opas!“, freute sich Enkelsohn Joschua, als er die Pappaufsteller mit Martin Neukamms Gesicht im Altarraum entdeckte, die die Vorstandskolleginnen und –kollegen zur Untermalung ihres Grußwortes nutzten. Die Frauen des Frauenbeirats der Rummelsberger Brüderschaft nahmen musikalisch Abschied vom Brüdersenior. Diakon Jochen Nitz hatte die „Kleine Raupe Nimmersatt“ auf Martin Neukamm umgemünzt, der sich am Ende in einen „wunderschönen Ruheständler“ verwandelt. Als Vertreterin des VEDD war Heidi Albrecht aus Berlin angereist.