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24. März 2021

AKTIV am Tag gegen Rassismus

Nürnberg/Nürnberger Land. Das Projekt AKTIV begleitet junge Menschen mit Fluchterfahrung rund um das Thema Ausbildung in Nürnberg und Nürnberger Land. Anlässlich des Tags und der Woche gegen Rassismus war es Annette Roß und Jakob Bierlein ein wichtiges Anliegen, sich gemeinsam mit Teilnehmenden des Projekts mit dem Thema des Rassismus und der Menschenrechte auseinanderzusetzen.

An einem nicht ganz so frühlingshaften Sonntag trafen sich drei Teilnehmer*innen an der Straße der Menschenrechte in Nürnberg, um an diesem Ort sich mit dem Thema des Gedenktages zu beschäftigen. Zunächst erhielten die jungen Menschen aus Afghanistan, Eritrea und Guinea Einblicke durch AKTIV über die Entstehung des Gedenktages. Darüber hinaus wurde auch die Verbindung zwischen der Entstehung der Straße der Menschenrechte mit der Vergangenheit Nürnbergs zu Zeiten des Nationalsozialismus hergestellt. Die großen Rundpfeiler der Straße - geschaffen durch den israelischen Künstlers Dani Karavan - wurden 1993 der Öffentlichkeit in Nürnberg übergeben. Jede Säule steht für einen Artikel der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Gemeinsam machte sich die kleine Gruppe auf den Weg, um die Säulen und deren Botschaften zu betrachten und sich über jeden einzelnen Artikel auszutauschen. Insbesondere an diesem Tag stach der Artikel 2 der Erklärung hervor, welcher besagt, dass jeder Anspruch auf die in der Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten hat unabhängig von Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion und Herkunft.

Bei dem Gang durch die Straße wurden die Menschenrechte aber auch kritisch in Bezug auf Nürnberg, Deutschland und die Herkunftsländer der jungen Menschen in Augenschein genommen wie beispielsweise das Recht auf Bildung oder Arbeit. Interessant fanden die Teilnehmenden das Recht auf Eheschließung und Familie, welches einem die freie Wahl lässt zu heiraten wen man möchte und man im Umkehrschluss dazu nicht gezwungen werden kann.

Zum Schluss des Rundgangs tauschten sich die Anwesenden über Ihre eigenen Erfahrung zum Thema Rassismus und Diskriminierung aus. Aus ihrer Sicht bedeutet das:“ Benachteiligung, aufgrund der Herkunft, Hautfarbe oder Religion.“ Dies äußert sich in einer oftmals negativ geprägten Meinung, mit der die Betroffenen konfrontiert werden und fehlenden Rechten und Freiheiten. Auch wenn es einzelne negative Erfahrungen wie zum Beispiel häufige Kontrollen durch die Polizei aufgrund des Aussehens bei den Teilnehmenden gegeben hat, sind sie in Deutschland weitestgehend gut angekommen. Alle drei befinden sich in einer Ausbildung oder haben bereits eine abgeschlossene Ausbildung. Sie blicken also durchaus hoffnungsvoll in ihre Zukunft. Auf die Frage, was man denn gegen Rassismus tun könnte, antwortete der junge Mann aus Guinea: „Rassismus gibt es überall und wird es geben solange wir Menschen leben, deswegen muss man darüber sprechen und seine Meinung sagen, dass alle Menschen gleichbehandelt werden sollen, egal wo sie herkommen.“

Annette Ross: “Wir haben die jungen Menschen als sehr interessiert und reflektiert erlebt und waren dankbar für den Austausch und die guten Impulse durch die Teilnehmenden. Wir haben die Hoffnung, in einem Jahr mit einer größeren Gruppe an den Start zu gehen.“

Von: Diakon Jakob Bierlein und Diakonin Annette Roß

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Anlässlich des Tags und der Woche gegen Rassismus setzten sich Diakonin Annette Roß und Diakon Jakob gemeinsam mit Teilnehmenden des Projekts AKTIV der Rummelsberger Diakonie mit Rassismus und Menschenrechten in Nürnberg auseinander. Foto: Annette Roß