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27. Oktober 2017

Auhof-Werkstätten stellen über 13.000 Gillitzer-Sägeböcke her

Der besonders sichere Sägebock darf ausschließlich in der Schreinerei der Auhof-Werkstätten produziert werden

Hilpoltstein/Schwaig – „Kettensägen sind mit Vorsicht zu behandeln – das sagt sogar die Firma Husqvarna, die sie herstellt“, erklärt Peter Gillitzer auf die Frage, wie er darauf gekommen ist, einen sicheren Sägebock herzustellen. „Und außerdem hat fast jeder eine Kettensäge im Keller liegen“, fügt Peter Gillitzer aus Schwaig hinzu. Eine Kettensäge sicherer zu machen ist nur bedingt möglich. Viel lohnenswerter erschien es ihm, über den Sägebock nachzudenken, auf dem das Holz üblicherweise geschnitten wird. Er wollte einen Sägebock entwerfen, auf dem das sichere Führen der Kettensäge möglich ist, da dies bei bisherigen Modellen bisher fehlte.

So entwarf Peter Gillitzer ein Modell, bei dem konstruktionsbedingt stets außerhalb der Mitte gesägt werden kann. Hierdurch ist eine sichere Führung gewährleistet und das Schnittgut fällt automatisch zu Boden. Zudem ist ein Verklemmen ausgeschlossen und das Holz kann mit dem Krallenschlag der Kettensäge fixiert werden, wodurch ein Mitdrehen verhindert wird. Diese Erfindung war so genial, dass sogar die Mitarbeitenden im Europäischen Patentamt in München darauf hinwiesen, dass ein solcher Sägebock bisher gefehlt hatte. Auch die zuständige Berufsgenossenschaft empfiehlt die Verwendung des Sägebocks, der das GS-Zeichen für geprüfte Sicherheit trägt. 

Nach der Erfindung und Patentierung ging die Arbeit aber erst richtig los. Peter Gillitzer musste eine Schreinerei finden, die in der Lage war seinen Sägebock zu produzieren. Nachdem er zahlreiche Betriebe von Mittelfranken bis in den Bayerischen Wald erfolglos angefragt hatte, kam er schließlich durch Zufall auf die Schreinerei der Auhof-Werkstätten in Hilpoltstein. Eine Freundin seiner Tochter hatte in der Auhof-Schreinerei ein Praktikum gemacht. Hieran erinnerte sich die Tochter und empfahl ihm, es doch dort einmal zu versuchen. Peter Gillitzer nahm mit Blasius Ramsauer, dem Leiter der Auhof-Schreinerei, Kontakt auf. Schon bald stand fest, dass die Auhof-Werkstätten die technische Herausforderung annehmen und versuchen wollten, die Gillitzer-Sägeböcke herzustellen.

Der Sägebock wird in der Werkstatt von Beschäftigten wie Christian Horn hergestellt: „Der Sägebock besteht aus zwölf Teilen, die spiegelverkehrt montiert werden müssen. Weitere Materialien werden nicht benötigt, insbesondere keine Metallteile. Außerdem verwenden wir ausschließlich Fichtenholz aus der Region“, erklärt Horn. Wenn der Sägebock schließlich fertig ist, erfolgt der Vertrieb über verschiedene Händler, wie zum Beispiel Manufactum. Das Einzelhandelsunternehmen Manufactum hat sich darauf spezialisiert nur langlebige und hochwertige Waren zu verkaufen.

Was einst als Versuch begann ist heute eine Erfolgsgeschichte: Bislang haben die Beschäftigten der Auhof-Werkstätten 13.000 Sägeböcke hergestellt und verkauft. „Die Qualität mit der die Auhof-Schreinerei die Sägeböcke herstellt, könnte nicht besser sein“, freut sich Peter Gillitzer. Blasius Ramsauer stimmt dem zu und betont, dass man „anhand der Sägeböcke sehen kann, dass Menschen, die in Werkstätten arbeiten, in der Lage sind qualitativ hochwertige Arbeitsleistungen zu erbringen, wenn man sie entsprechend unterstützt“. Mehr Infos unter: werkstaetten(at)rummelsberger.net

Von: Simon Lenk

Peter Gillitzer (links) lässt seine sicheren Sägeböcke in den Aufhof-Werkstätten herstellen. Der Beschäftigte Christian Horn und seine Kollegen haben bislang schon über 13.000 Sägeböcke hergestellt. Foto: Simon Lenk