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08.09.2017

Bogenschießen – mehr als nur ein Freizeitsport für Jugendliche

Jugendliche in Fassoldshof trainieren mit Pfeil und Bogen Ausdauer und Konzentration. Möglich ist dies dank einer Spende der Firma Pfaff Büro.

Fassoldshof – „Wer gekrümmt und gebückt im Leben steht, wem etwas auf den Schultern liegt, der kann nicht Bogen schießen“, sagt Jasmin Michael. Die 36-jährige Heilerziehungspflegerin arbeitet in einer therapeutischen Wohngruppe der Kinder- und Jugendhilfe Oberfranken in Fassoldshof. Im Oktober beendet sie ihre Ausbildung zur therapeutischen Bogensportlehrerin. Dann will sie mit den Jugendlichen, die in den Wohngruppen der Rummelsberger Diakonie leben, auch therapeutisch arbeiten.

Derzeit ist das Bogenschießen noch eine Freizeitbeschäftigung für die 14-bis 20-Jährigen. „Die Jungs freuen sich darauf“, sagt Jasmin Michael. Sie zeigt den jungen Männern wie die richtige Körperhaltung und ein technisch guter Schussablauf auf die Zielscheibe aussieht.

Möglich ist dies dank einer Spende über 1.000 Euro der Firma Pfaff Büro aus Michelau. „Mit dem Geld konnten wir drei Bögen, passende Pfeile, ein Pfeilfangnetz, eine Zielscheibe, Arm- und Handschutz sowie Köcher und diverses Zubehör kaufen“, freut sich Jasmin Michael.

Ihr Ziel ist es, mit den Jungen regelmäßig zu schießen und das Bogenschießen auch als Therapie einzusetzen. „Wenn man mit Pfeil und Bogen arbeitet, geht es nicht um sportliche Ziele, sondern darum, in sich selbst zu schauen“, erklärt Jasmin Michael. Das Bogenschießen, so hat sie in ihrer Ausbildung gelernt, ist eine Erfahrungstherapie. „Man braucht Spannung im Bogen – sonst gibt es keinen Abschuss. Bei psychosomatischen Krankheiten geht es auch um die Anspannung im Körper und was man tun kann, um diese zu lösen“, erklärt sie den Zusammenhang zu ihrer pädagogischen und psychologischen Arbeit mit den Jugendlichen.

Doch die Jungs werden von ihr auch ganz praktische Dinge lernen: Wie man den Bogen einstellt, einen Pfeil repariert oder gar selbst baut. „Bei schlechtem Wetter werden wir Materialkunde machen“, sagt Jasmin Michael. Die letzten schönen Wochen des Jahres will die Heilerziehungspflegerin jedoch noch sportlich nutzen: „Ich will raus mit den Jungs zum Schießen.“

Von: Bettina Nöth

Jasmin Michael, angehende therapeutische Bogensportlehrerin der Rummelsberger Diakonie, erklärt dem Geschäftsführer von PfaffBüro GmbH, Uwe Klamm, was er beim Bogenschießen beachten muss. Foto: Sibylle Marks