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30.10.2019

Die Sterblichkeit des Menschen

Auf dem Friedhof rund um die Philippuskirche in Rummelsberg steht jetzt das neue Kunstwerk „Überfahrt“ des Bildhauers Thomas Reuter

Rummelsberg – Die Flussüberquerung als Symbol für das Sterben ist eine historische Darstellung. In vielen Mythen wird sie verwendet. Und auch, wenn das Christentum sich dieser Symbolik eigentlich nicht bedient, so ist die Skulptur aus italienischem Marmor, die seit einigen Tagen vor der Krypta der Rummelsberger Philippuskirche steht, doch passend für ihre Umgebung.

Der Bildhauer Thomas Reuter aus Winterhausen bei Würzburg hatte die Skulptur „Überfahrt“, die einen flachen Kahn zeigt, auf der ein Mensch mit einem Tuch bedeckt ruht, ursprünglich ganz für sich geschaffen. Viele seiner Kunstwerke werden im öffentlichen Raum oder im sakralen Bereich ausgestellt. „Die Skulptur fügt sich perfekt ein in die ganze Botschaft des Rummelsberger Friedhofs und des ihn umgebenden Naturfriedhofs“, findet Vorstandsvorsitzender Dr. Günter Breitenbach, der das Kunstwerk nach der Aufstellung in einem festlichen Gottesdienst betrachtete. „Sie zeigt: Dieser Weg ist für Gott von uns bestimmt. Aber es ist kein Weg ins Nichts, es ist ein Übergang.“

Dass die Figur von einem Tuch bedeckt ist und daher nicht identifizierbar, macht sie zu etwas ganz Besonderem, findet Breitenbach. „Das könnten wir alle sein. Weil wir alle sterben müssen.“ Auch dass das Sterben nicht immer angst- und schmerzfrei ist, wird in der Skulptur verarbeitet: Die liegende Figur ballt auf einer Seite eine Faust.

Gabriele Gerndt, Pfarrerin in der Kirchengemeinde Rummelsberg, findet die Symbolik des Kunstwerks bezeichnend. „Übergänge bestimmen unser Leben ja schon von Anfang an. Sie fordern von uns Abschiede, kosten Kraft und bringen Veränderung“, sagte sie in ihrer Ansprache im Gottesdienst. „Unser Leben beginnt mit so einer Abschiedserfahrung. Und auf unserem Lebensweg gehen wir von einer Lebensphase zur anderen, müssen uns immer wieder verabschieden.“

Zum Abschluss des Gottesdienstes baten Breitenbach und Gerndt gemeinsam mit den Gottesdienstbesuchern um den Segen Gottes für das Wirken der Skulptur. „Wir bitten Gott darum, dass er uns darin unterstützt, die Botschaft zu verstehen, die von diesem Kunstwerk ausgeht“, so Breitenbach. Diese Botschaft wird durch die Positionierung des Kunstwerks vor der Krypta verstärkt. Über dem Symbol für die Sterblichkeit der Menschen steht die Skulptur des auferstanden Christus. „Beides miteinander ist unser christliches Bekenntnis“, fasst Breitenbach zusammen.

Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

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Mittig vor der Krypta zeigt das Kunstwerk die Sterblichkeit des Menschen. Die Skulptur fügt sich nahtlos in den Friedhof rund um die Philippuskirche Rummelsberg ein. Bildhauer Thomas Reuter (rechts) stellte gemeinsam mit Dr. Günter Breitenbach (links), Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Diakonie, und Matthias Ender von der Evangelischen Kirchengemeinde die schwere Marmorskulptur vor der Krypta der Philippuskirche auf. Fotos: Andrea Höfig-Wismath/ Andrea Ender-Ammon