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07.09.2018

„Die Wünsche des Einzelnen betrachten“

Corinna Rauh sorgt als Case-Managerin dafür, dass alle Bewohnerinnen und Bewohner des „Hauses Schmeilsdorf“ ihr Leben selbstbestimmt gestalten können

Mainleus/Schmeilsdorf – Corinna Rauh ist seit Juni Case-Managerin im „Haus Schmeilsdorf“ in Mainleus. Die 34-Jährige ist Ansprechpartnerin für alle Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung für Menschen mit Behinderung der Rummelsberger Diakonie. Im Interview erklärt sie, was die Aufgaben einer Case-Managerin sind.

Frau Rauh, was macht eine Case-Managerin?

Corinna Rauh: Im Case-Management der Rummelsberger Diakonie geht es darum, Menschen mit Behinderung die höchstmögliche Beteiligung zukommen zu lassen und die Wünsche jedes Einzelnen zu erfassen und, soweit wie möglich, umzusetzen. Wir wollen die Selbstbestimmung der Menschen fördern. Dazu schaue ich die individuellen Lebensbedingungen der Bewohnerinnen und Bewohner an, und welche Ressourcen sie haben. Es geht weg von einer helfenden Bevormundung, hin zu der Frage: Was soll ich dir tun? So steht es auch im Fachlichen Konzept der Rummelsberger Diakonie.

Was genau sind Ihre Aufgaben?

Corinna Rauh: Ich führe mit allen Bewohnerinnen und Bewohnern des „Hauses Schmeilsdorf“ Gespräche, sogenannte Teilhabegespräche. Dabei wollen wir herausfinden, was der Klient will und was ihm wichtig ist. Das sind manchmal kleine Dinge, wie ein Spezi am Abend, was im Alltag nicht immer Berücksichtigung findet. Wir treffen dann verbindliche Vereinbarungen und ich kümmere mich darum, dass der individuelle Wunsch nicht in Vergessenheit gerät.

Für wie viele Bewohnerinnen und Bewohnerinnen sind Sie zuständig?

Corinna Rauh: Ich begleite 85 Klienten in einer 30-Stunden-Woche. Das klingt erst mal nach viel. Das ist es auch. Meine Hauptaufgabe ist die Koordination. Wenn ein Bewohner sich zum Beispiel eine Freizeitaktivität wünscht, bei der er eine Assistenz benötigt, mache ich das nicht selbst, sondern ich suche mit ihm eine Begleitperson, zum Beispiel Ehrenamtliche.

Können Sie von Erfolgen berichten?

Corinna Rauh: In Schmeilsdorf stehe ich noch am Anfang. Aber in den vergangenen sechs Jahren habe ich als Case-Managerin im Nürnberger Land gearbeitet, da habe ich viele schöne Dinge erlebt. Das waren große Sachen, wie der Umzug in eine eigene Wohnung oder eine Safari in Afrika, bei deren Planung ich den Klienten unterstützen durfte – aber auch scheinbar kleine Dinge. Ein Klient wollte zum Beispiel gerne ins Schwimmbad, was die Mitarbeitenden auf seiner Wohngruppe aber nicht leisten konnten, aufgrund der Personalsituation und den Bedürfnissen der anderen Bewohnerinnen und Bewohner. Beim Case-Management ist es ganz entscheidend, die Situation und Wünsche des Einzelnen zu betrachten und nicht zu pauschalisieren.

Sie habe gerade gesagt, dass Sie zuvor im Nürnberger Land gearbeitet haben. Warum sind Sie nach Schmeilsdorf gewechselt?

Corinna Rauh: Ich komme aus Oberfranken. Seit 2007 arbeite ich für die Rummelsberger Diakonie – erst in Rummelsberg in einer Wohngruppe und 2012 bin ich ins Case-Management im Nürnberger Land gewechselt. Als ich das Stellenangebot für Schmeilsdorf gesehen habe, war es eine gute Gelegenheit, wieder zurück in die Heimat zu gehen.

Von: Claudia Kestler

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Corinna Rauh arbeitet seit Juni als Case-Managerin im Haus Schmeilsdorf. Foto: Simeon Johnke