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Die Rummelsberger

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12.05.2017

Ein Gefährt aus Handtuchhalter, Stuhl und alter Lederjacke

Beim Seifenkistenrennen in Rummelsberg ging es rasant und kreativ zu

Rummelsberg – Rennsport ohne hochgezüchtete Motoren, ohne Abgase, ohne Lärm und vielleicht gerade dadurch mit mehr Spannung? Zum elften Mal hatte die Ausbildungsgemeinschaft zum/zur Diakonin Rummelsberg am Samstag zu ihrem traditionellen Seifenkistenrennen eingeladen. Das Schöne daran: Die meisten Fahrer standen mit ihren Rennkisten schon bei früheren Rennen auf der Startrampe.

Bei schönstem Frühlingswetter und traumhaften Bedingungen blieben an diesem Renntag keine Wünsche offen. Bestens vorbereitet vom Ausrichterteam - jungen Männern und Frauen in der Ausbildung zum Diakon oder zur Diakonin - umrahmte ein vielseitiges Programm für Kinder und Erwachsene die drei Wertungsläufe. Zwei Live-Bands spielten in den Rennpausen im Biergarten; Hüpfburg, Stände und die Showübung der Freiwilligen Feuerwehr Rummelsberg unterhielten das Publikum außerdem.

Interessiert und teils mit Blick auf eine Teilnahme im nächsten Jahr verfolgten viele Besucher die Läufe. Wie vergangenes Jahr bestand das Teilnehmerfeld aus 21 Kisten. Teils waren sie ganz und gar selbst konstruiert, teils aus fertigen Bauteilen zusammengesetzt. Tief in ihre kreative Trickkiste hatten beispielsweise die Konstrukteure der Rummelsberger Fachakademie für Sozialpädagogik (FakS) gegriffen. Ihr Flitzer „Schrott-Rod“ mit imposantem Kühlergrill bestand rein aus Sperrmüll, darunter Handtuchhalter, ein alter Stuhl, Schwerlastrollen und eine Schrankrückwand. Sogar eine alte Lederjacke kam als Sitzbezug zu neuen Ehren. Mit frisch designter Front starteten die beiden Seifenkisten „Harpyie“ und „Phoenix“ der Rummelsberger Trainings- und Orientierungswerkstatt (TOW), während die Evangelische Jugend aus Wendelstein eine echte „Rennsemmel“ mit Chassis aus Styropor ins Rennen schickte. Andere wie die Soapbox „Shark“ der Mittelschule Burgthann oder der „Rote Baron“ (Team Boxdorf) setzten auf ihr bewährtes Design und gingen unverändert ins Rennen.

Wie immer gab es vier Wertungskriterien: schnellste Kiste, konstanteste Zeiten bei den Läufen, schönste Kiste (früher kreativste) und den Fan-Pokal. Natürlich war auch der Titelverteidiger und Favorit Harald Penz (er gewann 2016 als Schnellster den Wanderpokal) mit seinem Sohn Maximilian aus Patsch in Tirol (Österreich) angereist. Nach einer Übernachtung in Rummelsberg gingen sie topfit mit ihren schnellen, auf Geschwindigkeit ausgelegten gelben Flitzern („HP Dynamite“ und „Maximus Max“) in die Rennen. Rummelsberg sei die schönste Destination, findet Harald Penz, der mit Max rund 20 Seifenkistenrennen teils im benachbarten Ausland bestreitet.

An Training fehlt es den beiden daher nicht und so verwundert ihre Platzierung am Ende des Renntages nicht: Schneller als Harald (1. Platz) und Maximilian Penz (2. Platz) war an diesem Tag keiner und der große Wanderpokal geht wieder nach Österreich. Als schönste Seifenkiste erhielt „Schrott-Rod“ von der FakS den Siegerpokal und die konstantesten Zeiten fuhr „Harpyie“ von der TOW. Über die enthusiastischsten Fans konnte sich das Team von „2Fasso 2Furious“ freuen, die dafür den Fan-Pokal überreicht bekamen.

Glücklich, geschafft, zufrieden und voller Eindrücke von einem großartigen Tag klang dieses elfte Seifenkistenrennen aus. Sich im eigenen Gefährt den Wind um die Nase wehen lassen, die Atmosphäre genießen und einfach dabei sein, waren das Wichtigste. Zufriedenheit über die gelungene Veranstaltung herrschte auch beim Ausrichterteam, das noch die Aufräumarbeiten vor sich hatte. Ein Tag mit vielen Gewinnern.

Von: Dorothée Krätzer

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Bild oben: Als schönste Seifenkiste wurde das kreative Sperrmüll-Gefährt der Fachakademie für Sozialpädagogik Rummelsberg ausgezeichnet. Foto: Lorenz Schuster Bild Mitte: Die Seifenkisten-Rennleitung mit Sponsoren Stefan Roth, Brauerei Pyraser (links), Ralph-Eric Schiefer (Evangelische Bank) und Diakonin Carola Reichel (2. von rechts). Foto: Dorothée Krätzer Bild unten: Ungeschlagen auf der Rummelsberger Seifenkisten-Rennstrecke: Maximilian und sein Vater Harald Penz aus Tirol waren heuer wieder die Schnellsten. Foto: Dorothée Krätzer