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08.03.2019

Ein Zeichen der Solidarität am Weltfrauentag

Gleichstellungsbeauftragte der Rummelsberger Diakonie lud zu Aktion ins Rummelsberger Café ein

Rummelsberg – Um auf die Situation von Frauen aufmerksam zu machen und ein Zeichen der Solidarität zu setzen, hatte Annemarie Schön, Gleichstellungsbeauftragte der Rummelsberger Diakonie, am Weltfrauentag (Freitag, 8. März 2019) ins Rummelsberger Café eingeladen. Rund 50 Mitarbeiterinnen folgten der Einladung zum Frühstück und dem Informationsangebot rund um die Themen Gleichstellung und Frauenrechte. Diakonin Elisabeth Peterhoff, Leiterin der Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg und Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie, hielt einen Vortrag über Katharina von Bora. Sie war die starke Frau an Martin Luthers Seite, der er – untypisch für diese Zeit – auf Augenhöhe begegnete. Drei Vertreterinnen des Zonta Clubs Nürnberg stellten außerdem eine Spendenaktion unter anderem zur Bekämpfung von Altersarmut von Frauen vor.

„Katharina von Bora ist eine zentrale Frau der Reformation“, sagte Diakonin Peterhoff. Bei ihrer eigenen Einführung in den Dienst 2017 in der Rummelsberger Philippuskirche – im Jubiläumsjahr der Reformation – sei Martin Luther als Figur im Altarraum gestanden. Deutlich sei gewesen, wie sehr Kirche und Diakonie männlich geprägt seien. Heute steht auch eine Statue der Katharina von Bora in der Kirche. Denn sie habe in der Ehe mit Luther nicht nur das Zepter des Alltags, sondern auch der Finanzen in die Hand genommen, erinnerte Peterhoff. Sie habe mit den Professoren am Tisch gesessen und über theologische Dinge diskutiert. „Herr Käthe“ habe sie Luther als Ausdruck des Respekts und der Anerkennung genannt.

Annemarie Schön erinnerte an die vielen starken Frauen, die für Gleichberechtigung und rechtliche Gleichstellung gekämpft haben. In einem Quiz fragte sie unter anderem, bis wann Ehemänner in Deutschland den Arbeitsvertrag der Frau ohne deren Zustimmung fristlos kündigen durften. Bis 1958, lautet die ernüchternde Antwort. „Brauchen wir den Weltfrauentag überhaupt noch?“, fragte Schön provokant. „Doch, wir brauchen ihn“, war ihre klare Antwort. Denn auch heute noch seien es vor allem Frauen, die Erziehungsarbeit oder die Pflege von Angehörigen übernehmen. Bei der Rummelsberger Diakonie sei zwar die gleiche Bezahlung von Männern und Frauen durch die Arbeitsvertrags-Richtlinien gewährleistet, dennoch sei auch hier nicht alles perfekt. Etwa 75 Prozent der Belegschaft sind weiblich, der Anteil von Frauen unter den Führungskräften aber immer noch niedrig. Auch würden weit mehr Frauen als Männer in Teilzeit arbeiten. Meist, um sich um die Kinder zu kümmern.

Viele der Besucherinnen waren Schöns Aufruf gefolgt, Handtaschen zu spenden. Der Zonta Club Nürnberg, der sich für die Verbesserung der sozialen, gesundheitlichen und politischen Stellung von Frauen einsetzt und Bedürftigen hilft, wird diese am 26. Oktober bei einer Handtaschenbörse in Nürnberg verkaufen. Der Erlös fließt in verschiedene Projekte zugunsten von Frauen, darunter eines zur Bekämpfung von Altersarmut.

Von: Andrea Wismath

Weltfrauentag2_Foto_Wismath_presse.jpgWeltfrauentag1_Foto_Wismath_presse.jpgPM_Weltfrauentag.pdf
Diakonin Elisabeth Peterhoff, Leiterin der Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg und Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie, sprach über Katharina von Bora, die starke Frau an der Seite Martin Luthers. Weltfrauentag im Rummelsberger Café (v. li.): Diakonin Elisabeth Peterhoff, Leiterin der Diakoninnengemeinschaft Rummelsberg und Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie, Ruth Schönmüller vom Zonta Club Nürnberg, Harald Frei, Vorstandsmitglied der Rummelsberger Diakonie, Nina Drechsler, Gleichstellungsbeauftragte des Berufsbildungswerks, Annemarie Schön, Gleichstellungsbeauftragte der Rummelsberger Diakonie sowie Anne Weschki und Ingegerd Ljungström vom Zonta Club Nürnberg. Fotos: Andrea Wismath