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17.11.2020

Förderstätte in Hersbruck erweitert Angebot

Wegen der großen Nachfrage nach Plätzen in der Förderstätte für Menschen mit Autismus hat das Hersbrucker Team eine Mini-Förderstätte für drei Bewohner*innen geschaffen.

Hersbruck – Jonas, Christian und Simon: So heißen die drei jungen Männer, die unbedingt arbeiten wollen. Da sie eine Autismus-Spektrum-Störung haben, können sie sich nicht einfach bei Unternehmen aus der Umgebung bewerben. Jonas, Christian und Simon mussten warten, bis die Rummelsberger Diakonie im Fachbereich Autismus neue Plätze in der Förderstätte Hersbruck geschaffen hat. Seit Juli gehen die drei jungen Männer nun einer Beschäftigung nach.

Im Haus 4 auf dem Gelände des Hauses Weiher schreddern sie von 9 Uhr bis 12 Uhr Akten, fertigen Wollbommel für Mützen, gestalten Postkarten mit verschiedenen Kreativtechniken und stellen Material für die Unterstützte Kommunikation (UK) her. Das sind zum Beispiel Bildkarten, mit denen sich die 13 Autisten, die in Hersbruck wohnen und arbeiten miteinander verständigen. „Die meisten Menschen mit Autismus, die in Hersbruck begleitet werden, äußern sich nicht lautsprachlich“, erklärt Sabine Hager, Leiterin der Förderstätte der Rummelsberger Diakonie in Hersbruck. Aber kommunizieren geht sehr wohl. Die Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen unterhalten sich mit Bildkarten oder mit Hilfe von iPads. Die Frauen und Männer drücken ein Symbol und die Sprachausgabe am Computer sagt die Worte auf. „Die Methode der unterstützten Kommunikation nutzen wir schon seit vielen Jahren und wir haben wirklich große Fortschritte gemacht“, freut sich Fachdienst Christoph Karwarth-Päge.

Zurzeit befindet sich der Hauptsitz der Förderstätte noch in der Oberen Hagenstraße. Ab Mitte 2021 sollen dann die neu ausgebauten Räume auf dem Gelände des Hauses Weiher bezugsfertig sein. Auf zwei Etagen finden dann 14 Teilnehmer*innen eine Beschäftigung. Aber in der Förderstätte geht es nicht nur um Arbeit. Die Frauen und Männer lernen in speziellen Trainingseinheiten die Methoden der Unterstützten Kommunikation besser kennen und umsetzen. Daneben gibt es verschiedene Bastel- und Kreativangebote passend zur Jahreszeit, Ausflüge und Bildungsangebote. Ein Highlight ist das reittherapeutische Angebot.  Einmal in der Woche besuchen die Frauen und Männer den Haflinger Willy und die braune Warmblutstute Sunshine. Sie erledigen verschiedene Aufgaben. So bürsten sie zum Beispiel das Fell und spritzen die Beine der Pferde ab. Außerdem helfen sie beim Ausmisten der Ställe. „Die Teilnehmer*innen genießen den Umgang mit dem Pferd“, berichtet Mitarbeiterin und Reitpädagogin Jasmin Podeschwa.

Dass die Rummelsberger Diakonie in Corona-Zeiten ein neues Angebot an den Start gehen lassen kann, ist eine glückliche Fügung. „Wir können das nur machen, weil die drei jungen Männer auf der gleichen Wohngruppe wohnen“, erklärt Leiterin Sabine Hager.

Von: Heike Reinhold

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„Die Teilnehmer*innen genießen den Umgang mit dem Pferd“, berichtet Mitarbeiterin und Reittherapeutin Jasmin Podeschwa. Fotos: Jasmin Podeschwa