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30.08.2018

Generationen im Brüderhaus

Maria Deinhard arbeitet seit 40 Jahren im Brüderhaus in Rummelsberg.

Rummelsberg – Wenige Menschen haben so viele Veränderungen in den Rummelsberger Gemeinschaften und in der Ausbildungsstruktur miterlebt, wie sie: Maria „Mary“ Deinhard, seit 40 Jahren als Hauswirtschafterin im Brüderhaus in Rummelsberg. Ob sie lieber Maria oder Mary genannt wird? „Ich höre auf beide Namen“, lacht die 56-Jährige. Generationen von Jungbrüdern sind durch ihre Schule gegangen, haben gelernt, wie ein Tisch gedeckt oder ein Zimmer ordentlich geputzt wird und dass man pünktlich zu Verpflichtungen zu erscheinen hat. „Und jetzt sind teilweise die Kinder der Brüder zur Ausbildung hier, die ich vor Jahren begleitet habe“, freut sich Maria Deinhard.

Sie selbst stammt aus einer Familie mit sieben Kindern. Gemeinsam mit dem Zwillingsbruder ist sie die Jüngste. „Wir hatten eine Landwirtschaft. Da mussten alle mitarbeiten, die Großen haben auf die Kleinen aufgepasst.“ Als sie im Anschluss an die Hauswirtschaftsschule auf Stellensuche war, fand sie über das Arbeitsamt die Position im Brüderhaus. Gerade 16 war sie, als sie im Wohnheim in Rummelsberg einzog und die Arbeit im Brüderhaus aufnahm. „Da waren es noch rund 60 Mittagessen, die täglich auf den Tisch mussten. Jetzt sind es nur noch 15, die meisten der Jungbrüder versorgen sich selbst in den neuen Stockwerksküchen“, erzählt sie. Das sind nicht die einzigen Veränderungen, die Maria Deinhard in Rummelsberg miterlebt hat. Die Kernsanierung des Brüderhauses Anfang der 80er Jahre, die Gründung der Diakoninnengemeinschaft 1982, mehrere Ausbildungsreformen. Klaus Buchner, Studierendenbegleiter der Brüderschaft, ist ihr fünfter Chef. „Auch diese Stelle hat sich verändert. Klaus Buchner hat ja jetzt nicht mehr die Funktion, die die Hauseltern in den Jahren vorher hatten.“ Bis vor einigen Jahren war es immer ein Diakon mit seiner Frau, die direkt im Brüderhaus wohnten und die gemeinsam als Hauseltern fungierten. Der spannendste Übergang für Maria Deinhard war der Wechsel von den zweiten auf die dritten Hauseltern. „Aber nicht, weil ich sie nicht mochte, sondern weil Klaus Lobenhofer, der dritte Hausvater, auch schon Ausbildungsbruder bei mir war. An diesen Rollenwechsel musste ich mich erst mal gewöhnen“, lacht die gebürtige Unterriederin.

Sie fühlt sich nach wie vor wohl im Brüderhaus, genießt es, im Team zu arbeiten. Die Kolleginnen und Kollegen unterstützen sich wo es nötig ist und sind füreinander da. „Ohne ein gutes Team geht es nicht“, bekräftigt Maria Deinhard. Sie findet die Arbeit nach wie vor abwechslungsreich – kein Tag ist wie der andere.

Ihre Arbeitszeit hat sie mittlerweile reduziert auf 25, etwas früher in Rente zu gehen kann sie sich auch gut vorstellen. „Ich war lange Zeit krank und denke da jetzt auch einfach etwas mehr an mich“, erklärt sie.

Ob ihr die Arbeit nach 40 Jahren immer noch gefällt? „Wechseln wollte ich nie. Ich glaube, wenn man nach sechs Jahren nicht wechselt, dann ist man zu verwurzelt und man bleibt einfach bis zum Ende da.“ Besonders genießt sie die Arbeit mit den jungen Menschen. „Junge Menschen halten mich jung. Das ist genau das richtige für mich“, lacht sie. Was sie an jungen Menschen schwierig findet? „Wenn sie nicht selbstständig und zuverlässig sind. Da kann jemand noch so ein theoretischer Überflieger sein, ohne Selbstständigkeit geht es nicht!“ Manchmal trieben die Jungbrüder es zwar etwas zu wild – vor allem die Streichkultur kann eine Herausforderung sein – aber über die meisten Streiche kann Maria Deinhard lachen. „Wenn es nur nicht immer die gleichen Sachen sind. Ich habe schon zu oft erlebt, wie der Wichernkopf im Gang abgebaut und versteckt wird.“

Viel ist ihr im Kopf geblieben aus den vergangenen 40 Jahren. An eine Geschichte denkt sie immer noch lachend zurück. „Da hatten die Brüder im kleinen Brüderhaus ein ganzes Zimmer als Strandbar gestaltet und alles mit Sand aufgeschüttet. Und dann kam die Katze der Nachbarn und hat reingemacht.“ Sie lacht laut und herzlich. Viele Brüder schauen auch nach ihrer Ausbildung gerne bei „ihrer Mary“ vorbei – zum Beispiel am Brüdertag oder wenn sie einen Termin in Rummelsberg haben. Das findet Maria Deinhard schön: „Da freue ich mich immer sehr!“

Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

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Maria Deinhard auf der Terrasse des Brüderhauses in Rummelsberg