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21.05.2019

Gesund sitzen am Boden

Mitarbeitende der Kindertagesstätten der Rummelsberger Diakonie setzen sich mit ihrem Körper und ihrem Bewegungsmuster auseinander

Nürnberg – Erzieherinnen und Erzieher in Kindertagesstätten bewegen sich in ihrem Berufsalltag in einem Umfeld, das für Kinder gemacht ist: Sie sitzen auf Kinderstühlen oder spielen auf dem Boden. Dadurch wird der Rücken belastet. Zwölf Mitarbeitende von sieben Kindertagesstätten der Rummelsberger Diakonie in Fürth, Nürnberg und dem Nürnberger Land haben sich deshalb Gedanken gemacht, wie sie ihren Rücken schonen können. Mit dabei war auch Thomas Grämmer, fachlicher Leiter der Jugendhilfe der Rummelsberger Diakonie.

In vielen Übungen setzten sich die Teilnehmenden mit Belastungssituationen auseinander und entwickelten Ideen, was sie in ihrem Alltag verändern können. Hilfreiche Tipps bekamen sie von Diakon Stephan Posse. Posse ist Studienleiter an der Diakonischen Akademie der Rummelsberger Diakonie und Trainer des Bewegungskonzeptes Kinaesthetics. Er regte die Frauen und Männer an, sich mit ihren eigenen Bewegungen auseinanderzusetzen.

Das Sitzen am Boden erzeugt zum Beispiel eine Spannung im Körper. Sie kann reduziert werden, indem man sein Umfeld selbst aktiv gestaltet und sich auf eine kleine Erhöhung setzt. Jeder sei für die Entwicklung der eigenen Gesundheit selbst verantwortlich, so Stephan Posse. Auch das Stehen mit durchgedrückten Knien und einer Beugung nach vorne erzeugt eine statische Belastung, die eine Funktionseinschränkung zur Folge hat. „Stehe ich dynamisch mit einer leichten Kniebeugung und verlagere ständig mein Gewicht, fördert das eher die Bandscheibengesundheit“, sagte Stephan Posse bei dem Workshop.

Wenn sich Erzieherinnen und Erzieher bewegen, geht es aber nicht nur um ihren eigenen Körper. Sie beeinflussen damit auch die Bewegungskompetenz der Kinder. Denn Kinder lernen durch die Interaktion mit Bezugspersonen, also ihren Eltern oder auch den Erziehern in der Kita. „Es ist wichtig, eine Bewegungskompetenz aufzubauen“, sagte Stephan Posse. Dies gelte für einen selbst und auch für die Kinder, die man unterstütze. „Die Bewegungskompetenz ist die Grundlage der Entwicklung aller menschlicher Kompetenzen und Fähigkeiten“, so der Diakon.

Erziehende sollten daher die Interaktion mit dem Kind immer so gestalten, dass es sich selbst erfahren und eigene Handlungsspielräume gestalten kann. Posse gab dazu ein Beispiel: Wird ein Kind beim Fahrradfahren immer festgehalten, lernt es nicht, die Balance zu halten. Besser sei es, das Kind nur zu stabilisieren.

Das Beispiel zeigte den Erzieherinnen und Erziehern, dass sie den Kindern nur Hilfestellung geben sollten. Den Mädchen und Jungen, aber auch ihnen selbst, müssen sie Zeit und Raum für Bewegung geben. Damit legen sie den Grundstein für eine hohe Bewegungskompetenz.

Von: Claudia Kestler

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Erzieherinnen und Erzieher sitzen häufig auf dem Boden. Diakon Stephan Posse (rechts) gab ihnen Tipps, wie sie durch kleine Veränderungen ihren Rücken schonen können. Foto: Silke Beck