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30.01.2019

Großer Andrang in Bäckereicafé und Diakoniemuseum

Salonmusik und Führung lockten zahlreiche Besucherinnen und Besucher an

Rummelsberg – Alle Plätze im Bäckereicafé Rummelsberg waren am Dienstagnachmittag belegt. Die Verkäuferinnen mussten sogar noch einige Nottische am Eingang aufstellen. Kein Wunder – lockte doch eine besondere Kombination aus einem Konzert mit Salonmusik aus der Kaiserzeit und anschließender Führung durch die Ausstellung „Feldlazarett und Wanderkino. Die Innere Mission in Bayern zwischen Kaiserreich und Weimarer Republik“ im Diakoniemuseum. Thomas Greif und seine Frau Andrea spielten auf E-Piano und Violine Melodien aus genau der Zeit, in die später Diakonin Martina Fritze im benachbarten Museum führte.

Mehr als 30 Besucherinnen und Besucher folgten der Diakonin nach dem Konzert, um mehr über die Entstehung erster diakonischer Einrichtungen in Bayern und ihre Rolle im Ersten Weltkrieg zu erfahren. „Es ist die erste Ausstellung mit einer bayernweiten Kooperation“, erzählte Fritze. Museumsleiter Thomas Greif hat mit Vertreterinnen und Vertretern von acht diakonischen Trägern aus ganz Bayern zusammengearbeitet. Exponate der Diakonie Neuendettelsau sind ebenso zu sehen wie welche aus dem Diakonissenmutterhaus Hensoltshöhe aus Gunzenhausen. Aufgabe von Diakonen und Diakonissen sei damals gewesen, Kinder, Jugendliche, Menschen mit Behinderung und alte Menschen in Einrichtungen zu begleiten, berichtete Diakonin Fritze. Der Erste Weltkrieg habe dann die Sinnfrage nach der weiteren Aufgabe von Kirche und Diakonie gestellt. „Sie fanden sie in der Versorgung Verwundeter, der seelsorgerlichen Begleitung und in der Linderung der Not der Hinterbliebenen“, sagte Fritze.

Nach dem Krieg hätten die volksmissionarischen Bestrebungen zugenommen, der Glaube der desillusionierten und verzweifelten Menschen sollte wieder gestärkt werden. Eine Methode, die Menschen zu erreichen, stellte Diakonin Fritze näher vor: „Hochmodern, aber zutiefst umstritten war das Wanderkino.“ Das Medium Film galt Kirchenvertretern damals als sündig. „Die Ausschnitte waren oft zu tief, die Röcke endeten zu hoch über dem Knie“, berichtete Fritze weiter. Im Museumskino führte die Diakonin Ausschnitte aus einigen frühen Sozialfilmen der Evangelischen Bildkammer vor. Darunter war auch der Film „…und hätte der Liebe nicht“, der die Arbeit mit Menschen mit Behinderung im damals ganz neuen Wichernhaus Altdorf zeigt. Anschließend hatten die Besucherinnen und Besucher Gelegenheit, sich auf eigene Faust im Diakoniemuseum umzusehen.

Die Ausstellung ist bis 19.07.2020 zu sehen jeweils dienstags, donnerstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr sowie jederzeit nach Vereinbarung. Informationen unter www.diakoniemuseum.de

Von: Andrea Wismath

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Thomas Greif und seine Frau Andrea spielten im Bäckereicafé Rummelsberg Salonmusik aus der Kaiserzeit. Nach Kaffee, Kuchen und Musikgenuss führte Diakonin Martina Fritze (rechts) durch die aktuelle Ausstellung im Diakoniemuseum. Fotos: Andrea Wismath