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21.12.2018

Ihr Rat war gefragt

Psychologin Elsbeth Söll erhielt nach 40 Jahren Mitarbeit am Wichernhaus in Altdorf zum Abschied das goldene Kronenkreuz – Höchste Auszeichnung der Diakonie in Deutschland

Altdorf – Elsbeth Söll muss kurz nachdenken. Dann sagt sie: „Es waren acht Leiterinnen und Leiter, die ich in den vergangenen 40 Jahren am Wichernhaus kennengelernt habe.“ Ganz unterschiedliche Charaktere, aber Elsbeth Söll kam mit allen gut klar. „Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit war mir immer wichtig in meinem Beruf“, erzählt die 65-Jährige, denn sie war als Diplom-Psychologin in der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie in Altdorf tätig. Sie hat Mitarbeitende, Kinder, Jugendliche und Eltern psychologisch beraten und begleitet. Seit 1. November ist Elsbeth Söll im Ruhestand. Ein Blick zurück:

Am 1. März 1978 betrat Elsbeth Söll zum ersten Mal den historischen Hof des Wichernhauses. Diakon Ernst Eckle hieß der Leiter, bei dem die damals 24-Jährige ihren Dienst antrat. Dass sie 40 Jahre in Altdorf bleiben würde, hat sich die Oberfränkin nicht gleich vorgestellt. „Mir gefiel das Wichernhaus und es war mir wichtig, bei einem diakonischen Träger zu arbeiten“, sagt Elsbeth Söll. Als wertvoll beschreibt sie, dass die Rummelsberger Diakonie ihre Haltung zu Menschen mit Behinderung immer weiterentwickelt hat. „Der Anspruch unserer Arbeit ist eine Begegnung auf Augenhöhe“, sagt die Diplom-Psychologin.

Im Laufe der Jahre lernte sie weitere Punkte zu schätzen: „Im Wichernhaus konnte ich immer selbstständig arbeiten und mich stetig weiterbilden.“ Angefangen hat Elsbeth Söll im Internat für Kinder und Jugendliche der Einrichtung der Rummelsberger Diakonie. Dort beriet sie die jungen Bewohnerinnen und Bewohner sowie die pädagogischen Teams in den Wohngruppen. Als große Chance sah sie das vernetzte Arbeiten mit den therapeutischen Fachkräften und den Lehrkräften der Schule. „So konnten wir die Kinder und Jugendlichen besser ganzheitlich fördern“, erzählt Elsbeth Söll.

In den vergangenen fünf Jahren war sie ausschließlich in der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle des Wichernhauses tätig. Das Team der Frühförderung kümmert sich um Kinder vom Säuglingsalter bis zur Einschulung. Sie werden in ihrer körperlichen, sprachlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Entwicklung unterstützt. Söll war vor allem für die Familienberatung zuständig. „Die Arbeit hat mir viel Freude gemacht“, sagt sie. Noch heute kommen Eltern in Altdorf auf sie zu und erzählen, wie gut sich ihre Kinder entwickelt haben.

Verabschiedet wurde Elsbeth Söll von Diakon Thomas Jacoby, dem aktuellen Leiter des Wichernhauses. Er zeichnete die langjährige und verdiente Mitarbeiterin mit dem Kronenkreuz der Diakonie in Gold und einer Ehrenurkunde aus. Es ist die höchste Auszeichnung der Diakonie in Deutschland. „Das Kronenkreuz ist Ausdruck des Dankes und der Wertschätzung für Ihre langjährige Treue und Ihren unermüdlichen Einsatz für Kinder und Jugendliche, Familien und für unsere Mitarbeitenden“, sagte Diakon Jacoby bei der Verabschiedung mit rund 35 Gästen im Wichernhaus.

Auch Martina Zapf bedankte sich bei Elsbeth Söll. Die Leiterin der Interdisziplinären Frühförder- und Beratungsstelle der Rummelsberger Diakonie in Altdorf betonte, dass die verdiente Mitarbeiterin auf einen langen, sehr guten und zufriedenstellenden beruflichen Weg zurückblicken könne. Nun dürfe sie sich zurücklehnen und auf ein gelungenes Werk schauen.

Elsbeth Söll ist dankbar für die vielfältigen Begegnungen und das große Vertrauen, das ihr entgegengebracht wurde. Sie genießt die neuen Freiräume. „Nun habe ich mehr Zeit, um Beziehungen in Familie und Freundeskreis zu pflegen, besonders auch mit den dazugehörenden Kindern. Aber ich will mich auch weiterhin engagieren, zum Beispiel für asylsuchende Familien.“

Von: Heike Reinhold

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Nach 40 Jahren Dienst im Wichernhaus wurde Elsbeth Söll (Dritte von links) mit dem goldenen Kronenkreuz der Diakonie Deutschland ausgezeichnet. Von links: Stefan Eisele (Vorsitzender Mitarbeitervertretung), Martina Zapf (Leiterin Interdisziplinäre Frühförder- und Beratungsstelle) und Diakon Thomas Jacoby (Leiter Wichernhaus). Foto: Kerstin Pudelko-Chmel