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17.02.2020

Inklusive Diagnostik – ein Widerspruch?

Rund 70 Interessierte besuchten Fachtag der Fachakademie für Heilpädagogik.

Rummelsberg – „Nicht über uns ohne uns“. Diese Aussage stand im Mittelpunkt des Fachtags der Fachakademie für Heilpädagogik zum Thema „Von der Diagnostik zum heilpädagogischen Handlungsansatz“.

Prof. Dr. Christina Reichenbach von der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe in Bochum diskutierte in ihrem Vortrag darüber, ob Diagnostik im Widerspruch zur Inklusion stehe. Sie hinterfragte zunächst kritisch das gültige Verständnis von Diagnostik. „Diagnostik muss mehr sein als Kategorisieren“, ermahnte sie. „Da es kein allgemeingültiges Verständnis von Inklusion gibt, gibt es auch kein allgemein gültiges Verständnis oder gar ein Vorgehen zur inklusiven Diagnostik.“ Ziele einer inklusiven Diagnostik seien der fortlaufende Erhalt von Erkenntnissen, die Teilhabe ermöglichten. Dabei sei es wichtig, so Reichenbach, dass mehrere Perspektiven in den diagnostischen Prozess eingebunden wären und zahlreiche Methoden genutzt würden. Die Professorin stellte verschiedene Methoden vor, die von Beobachtung über Befragung bis hin zu Tests reichten. „Ein optimaler diagnostischer Prozess spricht nicht über einen Menschen, sondern mit ihm – und plant nicht für einen Menschen, sondern mit ihm“, fasste sie zusammen.

Am Nachmittag luden Dozentinnen und Dozenten der Fachakademie sowie Mitarbeitende der Rummelsberger Diakonie zu verschiedenen Workshops ein. Unterschiedliche Methoden und Handlungsansätze konnten dabei miteinander verglichen werden.

Die Besucherinnen und Besucher waren vom Fachtag angetan. „Durch den Vortrag habe ich jetzt eine grobe Übersicht über das Thema“, fasste Thomas Heyder, Studierender an der Fachakademie für Heilpädagogik und Mitarbeiter im Wichernhaus in Altdorf, zusammen. „Vor allem die kritische Betrachtung verschiedener Testverfahren war interessant. Ich habe mich auch vorab über die Inhalte der Workshops informiert und habe einen dazu passenden Workshop gewählt.“

Auch Gerlinde Mayer, Wohnbereichsleitung im Wichernhaus, hat etwas mitgenommen. „Dabei bin ich gar keine Heilpädagogin“, lacht sie. „Aber der Tag hat mich sehr neugierig gemacht, ich nehme einige neue Ideen, zum Beispiel für die nächsten Team-Gespräche, mit. Ich möchte auf jeden Fall noch tiefer in die Materie einsteigen.“

Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

FachtagHep_Gastgeber_Foto_Mühlendyck_presse.jpgFachtagHep_Gäste_Foto_Mühlendyck_presse.jpgFachtagHep_Vortrag_Foto_Mühlendyck_presse.jpgPM_FachtagHeilpädagogik_01.pdf
Prof. Dr. Christina Reichenbach von der Evangelischen Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe (Mitte) wurde von Schulleiterin Stephanie Bäsmann (rechts) und Dozentin Andrea Reif (links) begrüßt. Der Vortrag am Vormittag des Fachtags wurde von rund 70 Menschen besucht – Studierende der Fachakademie, ehemalige Studierende, Mitarbeitende der Rummelsberger Diakonie und Mitarbeitende anderer Träger. Auch Gerlinde Mayer und Thomas Heyder aus dem Wichernhaus Altdorf waren beim Fachtag mit dabei.