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Die Rummelsberger

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12.12.2018

Kasperl und die 120 Gartenzwerge

Spenderin Dr. Heidi Dorschel holt das Theater Rootslöffel ins Wichernhaus nach Altdorf

Altdorf – „Der Ring! Der Ring! Kasperl, der Ring!“ Die Kinder aus der Heilpädagogischen Tagesstätte und aus dem Internat des Wichernhauses und die Kindergartenkinder aus dem „Haus der kleinen Talente“ sind mit Leib und Seele dabei, als Kasperl auf der Bühne um das Herz der Prinzessin kämpft und dabei den gemeinen Ringdieb Räuber Hotzenplotz überlistet. Sie rufen, sie lachen, sie singen – und an den richtigen Stellen sind sie auch mucksmäuschenstill. Und dann: „Schau Kasperl, hier sitzen ja 120 Gartenzwerge“, sagt der König auf der Bühne und vorbei ist es mit der Stille, die Kinder lachen johlen wieder laut mit.

Das Kasperltheater der Theatergruppe Rootslöffel ist ein ganz besonderes Nikolausgeschenk, wie Katja Ros, Leiterin der Heilpädagogischen Tagesstätte, betont. Dass die Theatergruppe engagiert werden konnte, das verdanken sie der großzügigen Spende von Dr. Heidi Dorschel, die bereits zum dritten Mal ein Theaterstück für die Kinder ins Wichernhaus brachte. „Es macht mir einfach Freude, Freude zu machen“, betont die 76-jährige Fachärztin für Allgemeine und Psychotherapeutische Medizin.

Ihre Beziehung zur Rummelsberger Diakonie und speziell ins Wichernhaus reicht schon viele Jahre zurück. Kinder, die sie als Ärztin am Uniklinikum in München zur Behandlung ins Wichernhaus schickte, wurden dort nach besten Kräften behandelt und nicht weggeschickt. „Dort wurde einfach menschlich gehandelt“, erinnert sie sich. Und als sie selbst vor einigen Jahren operiert werden musste und im Wartezimmer neben einem Mädchen mit Behinderung saß, wusste sie: Sie möchte in diesem Bereich weiter unterstützen.

Seitdem hat sie jährlich ein Theaterstück ins Wichernhaus gebracht und der Rummelsberger Diakonie ein Ferienhaus geschenkt, in dem sowohl Kinder- und Jugendgruppen als auch Mitarbeitende ihre Freizeit verbringen können. „Menschen mit Behinderung brauchen eine Lobby“, findet Frau Dr. Dorschel. „Und daran möchte ich weiter arbeiten. Auch wenn viele meiner Freunde nicht verstehen, warum ich mein Geld auf diese Weise ausgebe.“

Dass ihr Geschenk bei den Kindern perfekt ankommt, ist eindeutig. Die beiden Schauspieler vom Theater Rootslöffel nehmen die Kinder mit auf einer Reise durch den Räuberwald. Manuel, ein Kind aus der Tagesstätte, darf der „Neutrale“ sein, der Kasperl und Hotzenplotz hilft, Ring gegen Geld zu tauschen. Diese Aufgabe meistert er perfekt – er versucht sogar, dem Hotzenplotz den Knüppel zu entwenden. Und mehr als einmal bezeichnet Kasperl die begeisterten Kinder als seine „zuverlässige Quelle“, wenn er Informationen benötigt. Das besondere Highlight: Ana Stanfel, Freiwillige Soziale Helferin in der Tagesstätte, wird spontan zur Prinzessin ernannt und geht in ihrer Rolle völlig auf – so sehr, dass die Kinder nach wenigen Minuten nicht mehr „Ana, Ana!“, rufen, sondern „Prinzessin, Prinzessin!“

Von: Diakonin Arnica Mühlendyck

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Dr. Heidi Dorschel (3.v.r.) freut sich, wenn Sie Kindern eine Freude machen kann. Und Katja Ros (1.v.r.), Leiterin der Heilpädagogischen Tagesstätte, weiß, dass für die Kinder ein Kasperltheater das größte Geschenk ist. Manuel meistert seinen spontanen Auftritt als Vermittler zwischen Kasperl und Hotzenplotz fantastisch. Ana Stanfel wird spontan von der Freiwilligen Sozialen Helferin der Heilpädagogischen Tagesstätte zur Prinzessin mit silbernem Ring.