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05.04.2019

Kunst weckt Frühlingsgefühle

Kunsttherapeutin Christine Berger-Dienlin von der Rummelsberger Diakonie bietet Collage-Workshops für Menschen mit und ohne Behinderung im Sigena-Treff in Nürnberg an.

Nürnberg – „Unbeschwerte Momente – Frühlingsgefühle in meinem Leben“: Unter diesem Motto bietet Christine Berger-Dienlin (54), Kunsttherapeutin bei der Rummelsberger Diakonie, im Sigena-Treff Collage-Workshops für Menschen mit und ohne Behinderung aus Nürnberg und der Umgebung an. Anmeldeschluss für die vier Treffen ist Freitag, 26. April. Zum Abschluss ist eine Werkschau geplant.

Viele glauben, es läuft so: Der Künstler steht mit seiner Staffelei auf der Terrasse mit Blick auf das Meer. Seine Inspiration ist die Natur und auf der Leinwand entsteht wie von Zauberhand ein Kunstwerk. Sicher, solche Genies gibt es tatsächlich. Aber für die meisten Künstler ist Malen harte Arbeit. Und nicht zu vergessen: Jeder hat mal klein angefangen. „Meiner Erfahrung nach ist die Collage-Technik gut geeignet für Menschen, die sich im Kreativen ausprobieren wollen“, erklärt Christine Berger-Dienlin ihre Entscheidung für einen Collage-Workshop.

Bei den Treffen arbeiten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit verschiedenen Techniken und Methoden. Dabei ist es ein Teil der Arbeit, Bilder aus Zeitschriften auszuschneiden und auf Papier zu kleben. „Durch das Auswählen hat der Austausch mit dem Inneren bereits begonnen“, erklärt die Kunsttherapeutin. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmen Motive, die für sie den Frühling symbolisieren und für Unbeschwertheit, Aufbruch und Wachstum stehen.

Denn kreativ sein, bedeutet immer auch, sich mit sich selbst zu beschäftigen. Das hat Nicole Schrüfer bei den ersten inklusiven Collage-Workshops im vergangenen Jahr erlebt. Die 43-Jährige arbeitet in den Auhof-Werkstätten der Rummelsberger Diakonie in Hilpoltstein, die jetzt Talentschmiede Hilpoltstein heißen. Den Tod von Hamster Pauline hat sie in ihrer Lieblingscollage verarbeitet, die zuhause in der Küche hängt. „Ich habe bei den Treffen Ruhe gefunden und konnte mich entspannen“, erzählt sie.

Gut gefallen hat Nicole Schrüfer auch, dass Menschen mit und ohne Behinderung zusammen malen. „In meinen Workshops geht es darum, mit sich selbst in Kontakt zu kommen. Wir lernen, ein Gespür zu entwickeln, was uns gefällt und gut tut. Und dem einen Ausdruck zu geben“, erklärt Berger-Dienlin. Davon profitieren ihrer Meinung nach Menschen mit und ohne Behinderung gleichermaßen.

„Der inklusive Workshop war eine wunderbare Möglichkeit, in Kontakt zu kommen“, bestätigt Bärbel Schmid (60) aus Hersbruck. Mit sich selbst und mit anderen. In ihren Augen macht es einen großen Unterschied, ob sie jemandem irgendwo anonym begegnet, oder ob man gemeinsam etwas tut. „Mir hat es gut gefallen, die spürbare Freude, das Unverstellte, die Gewissenhaftigkeit und die Begeisterung der anderen Teilnehmer wahrzunehmen“, sagt die Masseurin und Heilpraktikerin, die sich auf das erste Treffen am 10. Mai freut.

Der Collage-Workshop findet im Rahmen des Freizeitprogramms der Offenen Behindertenarbeit in Nürnberg statt. Er besteht aus vier Treffen. Der erste Workshop ist am Freitag, 10. Mai, von 15 bis 18 Uhr im Sigena-Treff in der Speyererstraße 2a (Straßenbahn Linie 4, Haltestelle Brehmstraße). Der Kurs kostet insgesamt acht Euro. Weitere Fragen beantwortet Christine Berger-Dienlin unter Telefon 0157 71 02 79 35; Anmeldung bitte per E-Mail an fritsch.irmingard@rummelsberger.net.

Von: Heike Reinhold

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Kreatives Chaos: Beim ersten inklusiven Kunstworkshop erstellten die Teilnehmerinnen im vergangenen Jahr Collagen zum Thema „Unbeschwerte Momente – Frühlingsgefühle in meinem Leben“. Foto: Christine Berger-Dienlin