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28.07.2017

Max hat Riesenfortschritte gemacht

40 Jahre Frühförderung und Beratung für Kinder und Eltern im Landkreis Roth

Die Frühförder- und Beratungsstelle der Rummelsberger Diakonie in Hilpoltstein fördert Mädchen und Jungen ab frühester Kindheit bis zur Einschulung. Sie unterstützt und berät deren Eltern – seit 40 Jahren.

Hilpoltstein – Maximilian Zobel, genannt Max, zeigt stolz seine Arbeitsblätter, die er mit Sozialpädagoge Frank Lehner in der letzten Förderstunde durchgearbeitet hat. Der Sechsjährige bereitet sich in der Frühförder- und Beratungsstelle Hilpoltstein gerade auf seine Einschulung nach den Sommerferien vor. Max ist eines von rund 200 Kindern die vom Team der Frühförder- und Beratungsstelle jährlich begleitet werden. Aktuell besteht das Team aus 27 Pädagoginnen und Pädagogen, Psychologinnen, Ergo- und Physiotherapeutinnen und -therapeuten sowie Logopädinnen und Logopäden in Hilpoltstein und Greding. Die Mitarbeitenden der Rummelsberger Diakonie unterstützen Kinder, im Alter von wenigen Monaten bis zur Einschulung, die Entwicklungsbeeinträchtigungen haben oder behindert sind und deren Familien.

Mit einem Lächeln deutet Max auf ein Papier, auf dem sich ein schmales Band über die komplette Seite schlängelt; gesäumt von Bäumen, Gräsern und Blumen. Durch das Band zieht sich eine gemalte rote Linie. „Hier bin ich mit meinem Stift-Boot den Fluss entlanggefahren. Die Inselstellen waren ganz schön schwer“, sagt Max und zeigt auf eine Engstelle am Flusslauf mit einer Insel. Derzeit arbeiten Frank Lehner und Max Zobel an der Konzentrationsfähigkeit des Jungen und bereiten ihn für seine geplante Einschulung nach den Sommerferien in einer Förderklasse vor. Diplom-Sozialpädagoge Frank Lehner ist mehr als zufrieden mit Max‘ Erfolgen. „Er kann sich viel besser konzentrieren, als zu Beginn unserer Arbeit und versteht auch die Texte, die wir lesen, mittlerweile so gut, dass er sie nacherzählen kann.“ Auch die Mutter von Max, Stefanie Zobel, freut sich: „Max hat in den letzten Monaten große Fortschritte gemacht – er zeichnet genau und vor allem auch eigen-initiativ.“ Der Junge freut sich auf jede Förderstunde mit Frank Lehner. Es ist für ihn etwas Besonderes, denn er hat den Pädagogen ganz für sich.

Max ist der älteste von Drillingen. Er und seine Brüder Konstantin und Justus kamen bereits 2011, im Alter von wenigen Wochen, als Frühchen in die Frühförderung. Nachdem Max und Bruder Konstantin an einer Säuglingsinfektion erkrankten, empfahl der Kinderarzt eine interdisziplinäre Frühförderung. Stefanie Zobel erinnert sich: „Damals kamen die beiden Pädagoginnen regelmäßig zu uns nach Hause. Sie brachten zum Beispiel Bälle für ein Bällebad mit und zeigten uns Massagetechniken, die das Körpergefühl der Jungs stärkten. Das war eine Riesenhilfe.“ Die Jungs brachte es in der Entwicklung voran und die Eltern wurden im Umgang mit den Kindern gestärkt, wurden sicherer und entspannter.

Die Frühförder- und Beratungsstelle in Hilpoltstein ist interdisziplinär ausgerichtet. Das bedeutet, sie bietet neben der heilpädagogischen und psychologischen Betreuung auch Logopädie sowie Physio- und Ergotherapie an. Ziel ist die ganzheitliche Förderung der Kinder, oft schon wenige Wochen nach der Geburt. „Diese interdisziplinäre Arbeit ist ein riesiges Plus – dadurch können wir sowohl Stärken als auch Schwächen der Kinder ganzheitlich erkennen und die Kinder individuell fördern“, sagt Gabriele Morgott, Leiterin der Frühförder- und Beratungsstelle. So auch bei den Zobel-Drillingen. Die drei Jungs erhielten bis zum Alter von 18 Monaten heilpädagogische Frühförderung, Ergotherapie und Physiotherapie. Bis auch Max schließlich selbstständig laufen konnte.

Als bei Max 2015 erneuter Förderbedarf festgestellt wurde, begann eine weitere Frühförderung. Aktuell erhält Max regelmäßig heilpädagogische Förderung sowie Ergotherapie und Logopädie. Nach den Sommerferien wird er gemeinsam mit Bruder Konstantin an der Förderschule eingeschult. Der dritte Drilling, Justus, hingegen wird die Regelschule besuchen. „Ich weiß, dass jedes Kind seinen eigenen Weg gehen muss. Unser großer Sohn, Lorenz, war auch auf der Förderschule – mittlerweile besucht er das Gymnasium“, sagt Mutter Stefanie Zobel. Für sie steht fest, dass sie mit der Frühförder- und Beratungsstelle der Rummelsberger Diakonie die beste Einrichtung für sich und ihre Kinder gewählt hat. „Die Arbeit, die hier in Hilpoltstein vom Pädagogen- und Therapeuten-Team geleistet wird, ist ein Segen für Kinder, die Unterstützung brauchen.“

In den ersten Schulwochen wird Frank Lehner der Familie Zobel noch als Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Der Sozialpädagoge weiß: „Für Kinder mit Unterstützungsbedarf sind Umbruchsphasen oft eine große Belastung. Deshalb ist es wichtig, sie dabei gut zu begleiten.“ Er ist jedoch zuversichtlich, dass der Sechsjährige das gut hinbekommt. „Max hat Riesenfortschritte gemacht“, lobt Frank Lehner. Max sieht das genauso und zeigt, wie zur Bestätigung, auf ein weiteres Arbeitsblatt: „Schau, wie gut ich schon Dreiecke und Kreise zeichnen kann, besser als Herr Lehner.“ Der Pädagoge nickt schmunzelnd und sagt: „Wo er recht hat, hat er recht.“

Die Frühförder- und Beratungsstelle der Rummelsberger Diakonie ist unter der Telefonnummer 09174 2399 zu erreichen.

Von: Stefanie Dörr

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Sozialpädagoge Frank Lehner (rechts) ist zuversichtlich, dass Max Zobel (6) nach den Sommerferien den Schulstart gut hinbekommt. „Max hat Riesenfortschritte gemacht! Der schafft das!“ Foto: Stefanie Dörr