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07.06.2017

Pflegefamilien: Gute Integration setzt Wissen voraus

Fachtag über Pflegefamilien für junge Flüchtlinge – Jugendämter und Jugendhilfeträger tauschen sich aus

Nürnberg – Welche Unterstützung brauchen Pflegefamilien? Über diese Frage haben sich Referenten und Experten aus Jugendämtern und von freien Trägern bei einem Fachtag in Nürnberg ausgetauscht. „Ziel war es, voneinander zu lernen und Anregungen für die eigene Arbeit mitzunehmen“, so Amely Weiß, zuständig für Projektentwicklung bei der Rummelsberger Diakonie und Organisatorin des Fachtags. Die Teilnehmer setzten sich unter anderem mit den Themen Asylverfahren und den Umgang mit von Abschiebung bedrohten und traumatisierten Pflegekindern auseinander.

„Ein familiärer Lebensraum kann ein guter Ort für junge Geflüchtete sein um hier anzukommen und selbstständig zu werden“, erklärte Christina Below von der Diakonie Deutschland. Der Fachtag fand im Rahmen des Pilot-Projektes „Gastfamilien, Vormundschaften und Patenschaften für junge Geflüchtete“ der Diakonie Deutschland statt, welches vom Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend gefördert wird.

„Es ist wichtig, den Hintergrund und die Situation der jungen Geflüchteten zu verstehen, nur so kann eine Eingliederung in eine Familie gelingen“, sagte Christine Hofmann vom Jugendamt der Stadt Nürnberg. Sie stellte beim Fachtag unter anderem das Schulungskonzept für werdende Pflegefamilien vor. Es besteht aus 6 Modulen die in unterschiedlicher Reihenfolge besucht werden können. In den Modulen werden Themen behandelt wie der Umgang mit Traumatisierungen sowie rechtliche Fragen zum Beispiel zum Aufenthaltsstatus oder zu Abschiebungen. Zudem bekommen die künftigen Pflegefamilien Wissen über die unterschiedlichen Kulturen vermittelt.

Benno Schlag vom Pflegekinderdienst der Rummelsberger Diakonie betonte, dass bei der Vermittlung von jungen Flüchtlingen in Pflegefamilien keine voreiligen Schlüsse gezogen werden sollten. „Alle Beteiligten müssen gut vorbereitet werden“, plädierte der Pädagoge. „Uns ist es wichtig, dass sich der Jugendliche und die Familie gut kennenlernen und jeder die Chance hat für sich zu entscheiden, ob er sich ein Zusammenleben vorstellen kann.“

Hilde Schwarzfischer und ihr Kollege Franz Dorner, vom Amt für Jugend und Familie und vom Pflegekinderdienst der Stadt Regensburg, thematisierten, dass das Thema Übergänge sowohl von der Clearingstelle in die Familien, als auch aus der Schule in den Beruf derzeit eine große Brisanz hat. Daneben waren auch aufkommende Konflikte in den Familien aufgrund von Missverständnissen und unterschiedlichen Motivationen ein wichtiges Thema für alle Fachtagsbesucher.

Auf die Frage, welche Unterstützung Pflegefamilien brauchen, gab es am Ende des Fachtags keine einheitliche Antwort. Das Resümee von Amely Weiß, von der Rummelsberger Diakonie: „Jede Familien benötigt individuelle Beratung und Hilfe.“

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Von: Aiga-Maria Junker

Welche Unterstützung brauchen Pflegefamilien von jungen Flüchtlingen? Darüber tauschten sich die Teilnehmer aus Jugendämtern und Jugendhilfeträgern in Nordbayern bei einem Fachtag aus.