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02.12.2020

Schutz für Mutter und Kind

Am 3. Dezember ist Dach-über-dem-Kopf Tag – ein Dach über dem Kopf finden Frauen mit ihren Kindern im Übergangshaus Mutter-und-Kind der Rummelsberger Diakonie.

Nürnberg –  Klirrende Kälte, Eisblumen am Fenster und zugefrorene Autos – an einem Morgen im Dezember kein seltenes Bild. Wohl dem, der jetzt ein Dach über dem Kopf hat, das ihm Schutz und Sicherheit bietet. Der etwas kurios klingende, ursprünglich aus den USA stammende Dach-über-dem-Kopf-Tag am 3. Dezember, rückt damit zur rechten Zeit ein ernstes Thema in den Fokus. Ein Thema, das in den Häusern Mutter und Kind der Rummelsberger Diakonie in Nürnberg jeden Tag im Fokus steht. Seit 2014 bietet der diakonische Träger in seinem sogenannten Übergangshaus Platz für 16 wohnungslose Mütter mit ihren Kindern in acht Wohnungen. Hier finden sie Unterkunft, Beratung und Unterstützung für sechs Monate. Je nach Wohnungsmarkt kann der Aufenthalt individuell verlängert werden, das heißt, die meisten Ein-Eltern-Familien leben länger dort.

Immer zwei alleinerziehende Mütter teilen sich mit ihren Kindern eine Wohnung mit Gemeinschaftsküche und -bad sowie einem bis maximal zwei Zimmern (bei mehreren Kindern). Das ist nicht immer einfach, die Mütter und Kinder müssen sich verständigen, miteinander arrangieren und klare Regeln einhalten. Dennoch sind die Bewohnerinnen im Übergangshaus dankbar, denn sie haben ein Dach über dem Kopf. Viele Frauen, die im Übergangshaus leben haben Gewalterfahrungen gemacht oder einen Flüchtlingshintergrund. Sie brauchen nicht nur Schutz vor Kälte, sondern auch Unterstützung und Begleitung bei der Bewältigung ihrer Ängste und Traumata.

„Bei uns leben aktuell 16 Frauen aus Deutschland, Afghanistan, Syrien, Nigeria, dem Sudan, Ghana und dem Irak,“ erzählt Sophie Willoughby, Sozialpädagogin und Fachkraft für Kindeswohl im Übergangshaus. „Wir versuchen möglichst immer Frauen aus verschiedenen Kulturkreisen in einer Wohnung unterzubringen,“ sagt Willoughby. Das fördere das interkulturelle Verständnis sowie die Entwicklung der Sprache und der Beziehungen im Haus, so die 36-Jährige. Die Frauen erhalten Beratung und Begleitung bei Alltagsfragen, aber auch in ihren individuellen Belangen. „Ziel ist, die Frauen zu stärken und zu stabilisieren und ihnen so Selbstständigkeit zu ermöglichen.“

Um bei der schwierigen Suche nach einer eigenen Wohnung zu helfen, startete die Rummelsberger Diakonie 2017 das Projekt WinGS. WinGS unterstützt Alleinerziehende in Nürnberg und die Frauen aus dem Übergangshaus im Rahmen von Mieterschulungen und der Vermittlung von ehrenamtlichen Begleiter*innen ganz aktiv. Leider ist es nicht leicht, ausreichend Ehrenamtliche zu gewinnen. Wenn Sie sich für Alleinerziehende stark machen und ihnen zu einem „Dach-über-dem-Kopf“ verhelfen möchten, melden Sie sich gerne bei Projektkoordinatorin Diakonin Annette Roß:ross.annette(at)rummelsberger.net.

Bis es mit der eigenen Wohnung klappt finden die Mütter mit ihren Kinder Schutz und Sicherheit im Übergangshaus. Drei Sozialpädagoginnen und eine Erzieherin betreuen aktuell die 16 Kleinfamilien, unterstützen sie in ihren meist existentiellen Ängsten und Nöten. „Die Frauen kommen oft aus einer untragbaren Wohnsituation zu uns oder sind gerade erst nach Deutschland gekommen,“ berichtet Willoughby. Deshalb gehe es weniger um eine pädagogische sondern vielmehr um lebenserhaltende Beratung und Unterstützung. Wichtig sei, den Frauen Halt und einen Platz zum Leben zu bieten. Frauen mit Kindern und Hochschwangere, die keinen Platz zum Schlafen haben oder schnell aus einer bedrohlichen Wohnsituation heraus müssen, können sich unter 0911 39 363 40 98 oder 0911 39 363 99  an Sophie Willoughby und ihre Kolleg*innen im Übergangshaus wenden oder eine Mail schreiben an: muk_juve@rummelsberger.net.

Von: Stefanie Dörr

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Im Übergangshaus Mutter und Kind der Rummelsberger Diakonie in Nürnberg finden wohnungslose Alleinerziehende seit 2014 Unterstützung und Beratung sowie eine Bleibe in der Not. Foto: Adobe Stock Ingo Bartussek