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25.03.2019

Vom Triumph des Lichts

Farben und Töne des Lebens

Rummelsberg – Gleich zwei Premieren erlebten die Besucher von Gottesdienst und Vernissage in der Rummelsberger Philippuskirche am vergangenen Sonntag. Ursula Jüngsts Hauptwerk „Sonnensommer“ in der Ausstellung „Licht ist dein Kleid“ ist ebenso erstmals der Öffentlichkeit zugänglich wie die drei Stücke für Orgel und Flöte des Oberferriedener Komponisten Patrick Schönbach uraufgeführt wurden.

Pfarrerin Gabriele Gerndt führte in ihrer Begrüßung in die Bedeutung der Farben ein. Von Grün über Rot zu Schwarz und Weiß. Farben, die auch im Laufe eines Kirchenjahres je ihre besondere Bedeutung haben: In der Passionszeit Violett als Farbe der Buße, der Mystik und der Religiosität. Schwarz am Karfreitag, an dem der Tod das Leben zu besiegen scheint und schließlich Weiß als Farbe des Triumphes, des Lichts und der Überwindung des Leids. Farben, die einerseits im Regenbogen und andererseits in der Ausstellung in der Philippuskirche mit den Werken der Künstlerin Ursula Jüngst wirken werden.

„Licht ist dein Kleid, das du anhast“, Vorstandsvorsitzender Dr. Günter Breitenbach predigte über den großen Schöpfungspsalm 104. Über die Rückkehr des Lichts, die Großartigkeit der Schöpfung und die Gegenwart Gottes. In den Bildern der Künstlerin spürt er den intensiven Abglanz dieses Lichtes, so wie wir es als Menschen gerade noch ertragen können, ohne geblendet zu sein. Gott lässt sich nicht darstellen, aber in der Vollkommenheit seiner Schöpfung ist er immer wieder zu erahnen.

Ursula Jüngst, die den Sonnensommer in Spanien gemalt hat, berichtete über ihre Gedanken bei der Erschaffung der Bilder. Immer wieder sei sie auch davon beeinflusst, dass sie sich in Personen hineinversetze und versuche, deren Gefühlswelt malerisch zu verarbeiten. Am Beispiel des sieben Meter breiten Sonnensommers beschrieb sie die Beziehungen der Farben und wie sie wirken. Der Herausforderung, dieses kraftvolle Werk in der Philippuskirche auszustellen, stellte sich Diakonin Martina Fritze mit ihrem Team.

Die Komposition von Patrick Schönbach brachten Dr. Thomas Greif an der Orgel und Julia Bauer an der Flöte zum Klingen. Der Oberferriedener hatte die Stücke innerhalb von drei Monaten komponiert. Zum Werk „Drei Charakterstücke für Flöte und Orgel“ gehören Kantilene, Dialog und Rondo. Insbesondere im zweiten Teil war die spielerische Interaktion der beiden Instrumente hörbar. Fast meinte man unbeschwerte Kinder beim Nachlaufen-Spiel zu beobachten. Schönbach, der aufgrund einer Körperbehinderung selbst kein Instrument spielen kann, gewinne in besonderem Maße durch die Digitalisierung, betonte Breitenbach. Er kann mit Hilfe des Computers seine Kreativität leben und Kunst schaffen.  

Fast könnte man von einer dritten Premiere schreiben, denn das für die Rummelsberger Diakonie so bedeutende Altarbild mit der Darstellung der sieben Werke ist erstmals für die Dauer der Ausstellung bis zum Himmelfahrtstag durch den Sonnensommer verdeckt. Neben diesem Werk sind weitere Werke der Künstlerin zu sehen. Neugierigen und Kunstinteressierten steht die Ausstellung dienstags bis freitags und sonntags von 14 bis 17 Uhr offen. Montags und samstags bleibt die Kirche geschlossen. Der Eintritt ist frei, um Spenden wird gebeten, ein Katalog kann erworben werden.

Von: Diakon Georg Borngässer

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Dr. Günter Breitenbach und Ursula Jüngst im Dialog über die Entstehung des großflächigen Sonnensommers. Foto: Georg Borngässer