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13.06.2019

„Werkstattleiter ist ein sehr schöner Job“

Friedrich Weickmann nach 38 Jahren als Leiter der Talentschmiede Altmühltal in den Ruhestand verabschiedet

Treuchtlingen – Zahlreiche Gäste waren in die Talentschmiede Altmühltal nach Treuchtlingen gekommen, um deren langjährigem Leiter ihre Wertschätzung zu zeigen: Nach 38 Jahren bei der Rummelsberger Diakonie wurde Friedrich Weickmann in den Ruhestand verabschiedet. Der 65-Jährige baute die Talentschmiede Altmühltal, wie die Werkstatt für Menschen mit Behinderung seit Kurzem heißt, auf und verantwortete den Umzug der Talentschmiede vom Standort Pappenheim nach Treuchtlingen.

Alle Redner würdigten die Leistungen und den Einsatz von Friedrich Weickmann. „Das große Engagement, die hohe Fachlichkeit und der lange Atem, mit dem Sie Ihre Aufgaben angegangen sind und sicherlich auch in Zukunft angehen werden, werden gerne übersehen, wenn man das Understatement erlebt, das Sie als Mensch auszeichnet“, sagte Karl Schulz, Vorstand Dienste der Rummelsberger Diakonie. Er überreichte Weickmann für seinen Einsatz in all den 38 Jahren das goldene Kronenkreuz, die höchste Auszeichnung der Diakonie in Deutschland. Es sei zum großen Teil Weickmanns Verdienst, dass die Rummelsberger Diakonie in der Region einen guten Ruf genieße und als Partnerin geschätzt werde, so Schulz weiter.

Dies wurde durch alle Festredner bestätigt, so auch Treuchtlingens Bürgermeister Werner Baum, der Friedrich Weickmann bei der Standortsuche für die neue Werkstatt unterstützt hatte. Er sagte mit einem Augenzwinkern, dass er nicht daran geglaubt habe, „dass die Pappenheimer nach Treuchtlingen gehen“. Die langjährigen Verhandlungen seien aber immer auf Augenhöhe und von Offenheit geprägt und stets persönlich und konstruktiv gewesen.

Auf das Engagement beim Neubau in Treuchtlingen ging auch Landrat Gerhard Wägemann ein. „Einen Motor muss es geben und wenn dieser und andere Aggregate passen, fährt man gut“, sagte Wägemann zu den Verdiensten Weickmanns, sowohl als Leitung, als auch bei der Unterstützung der Mitarbeitenden und Beschäftigten. Der Landrat betonte, dass 38 Jahre Tätigkeit in der heutigen schnelllebigen Zeit eine beachtliche Zeitspanne seien.

Bezirkstags-Vizepräsidentin Christa Naaß beschrieb Friedrich Weickmann mit den Worten: „Immer auf der Suche nach neuen Herausforderungen – für sich und die Einrichtung.“ Herausforderungen seien unter anderem die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention gewesen, die mehrmalige Vakanz der Standortleitung im Haus Altmühltal und der Aufbau von capito Nordbayern, dem Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit der Rummelsberger Diakonie, in Treuchtlingen.

Dekan Wolfgang Popp verglich Friedrich Weickmann mit einem „Seim“. Dieser Begriff stammt aus der biblischen Losung für den Monat Juni aus dem alten Testament und meint eine zähe Flüssigkeit, meist Honig. Seim stehe für Beständigkeit, Verlässlichkeit, Freundlichkeit, Fröhlichkeit und Ruhe. „Sie haben der Seele des Hauses Altmühltal gut getan und waren der Seim für alles, was dort in den Werkstätten und in den Vakanzen der Leitung stattfand“, so Dekan Popp.

Ein weiterer Gast des Nachmittags war Martin Aufmuth, der das Projekt der „Ein Dollar Brille“ ins Leben gerufen hat. Dieses wurde auch bereits von zahlreichen Vorrednern positiv herausgehoben, was die Bedeutung und Wertschätzung noch einmal zum Ausdruck brachte. Aufmuth bedankte sich für die Zusammenarbeit und das außerordentliche Engagement von Friedrich Weickmann für dieses Projekt. In der Talentschmiede Altmühltal werden die Materialien für die Herstellung der Brillen gelagert und weltweit versandt.

Auch die Mitarbeitervertretung verabschiedete sich von Friedrich Weickmann und bedankte sich für die kompetente und kollegiale Zusammenarbeit. „Sie waren immer ein Aktivposten im Hause“, waren sich die Mitarbeitervertreter einig. Auch der Werkstattrat wünschte dem langjährigen Werkstattleiter Gesundheit und viele glückliche Jahre im Ruhestand. Seine Frau freue sich bestimmt, dass er nun mehr Zeit für sie habe, sagte Rebecca Steinmeyer vom Werkstattrat. Zum Abschluss gab es noch eine Gesangseinlage und kleine symbolische Geschenke.

In seinen Schlussworten sagte Friedrich Weickmann, dass er „auf der Suche nach etwas Neuem“ zur Rummelsberger Diakonie gekommen sei. Nach 13 Jahren in der Industrie musste sich der heute 65-Jährige zunächst umstellen. „In der Industrie geht es um Produkte und hier geht es um Menschen“, so Weickmann. Viele Mitarbeitende seien immer da gewesen, wenn es darauf angekommen sei. „Was ist das Leben eines Chefs, wenn er keine Mitarbeiter hat?“, fragte Weickmann. Mit einem Lächeln fügte er hinzu: „Manchmal habe ich mich selbst überrascht und manchmal auch die Mitarbeiter.“ Einen besonderen Dank sprach er seiner Familie, die ihn stets unterstützt habe, und Elisabeth Grimm aus, die seit vielen Jahren Fachdienst in der Talentschmiede Altmühltal ist. „So einen Fachdienst kann sich jeder Chef nur wünschen.“ Weickmanns Fazit nach 38 Jahren bei der Rummelsberger Diakonie lautete: „Werkstattleiter ist ein sehr schöner Job.“

Beim anschließenden Buffet und gemütlichem Beisammensein blieb Zeit für den persönlichen Abschied. Musikalisch umrahmte die Feier Rebecca Häfele am Keyboard und mit ihrem Gesang.

Von: Eva-Maria Mirlach

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Karl Schulz, Vorstand Dienste der Rummelsberger Diakonie (links), steckte Friedrich Weickmann das goldene Kronenkreuz der Diakonie an. Foto: Eva-Maria Mirlach Martin Aufmuth (links) bedankte sich bei Friedrich Weickmann für dessen Engagement für das Projekt „Ein Dollar Brille“. Foto: Eva-Maria Mirlach Treuchtlingens Bürgermeister Werner Baum (links) verspürte Wehmut beim Abschied, denn die Gespräche mit Friedrich Weickmann seien immer sehr angenehm, konstruktiv und persönlich gewesen. Foto: Eva-Maria Mirlach