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Die Rummelsberger

12.04.2017

Evangelische Stiftung Hospiz fördert Rummelsberger Hospizarbeit

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler traf Mitarbeitende und Bewohner des Stephanushauses – 5800 Euro Spende für Hilfsmittel in der Sterbebegleitung

Rummelsberg – „Wo das Sterben hinkommt, da sollen wir, die wir da bleiben, uns rüsten und trösten. Besonders sollen wir einander verbunden sein und nicht voneinander lassen noch fliehen.“ Mit diesen Worten von Martin Luther, die zugleich die Satzung der Evangelischen Stiftung Hospiz einleiten, hieß Diakon Werner Schmidt, Leiter des Stephanushauses Rummelsberg, die Gäste am Mittwoch im Andachtsraum willkommen. Anlass war der Besuch von Susanne Breit-Keßler, Regionalbischöfin von München und Oberbayern und Schirmfrau der Stiftung. Mit einer Spende von rund 5800 Euro für Hilfsmittel für die Sterbebegleitung hat die Stiftung das Stephanushaus bedacht. Die Regionalbischöfin war gekommen, um sich vor Ort über die Hospiz- und Palliativarbeit zu informieren.

Diakonin Jennifer Pöhlmann, Fachkraft Palliativ Care, und Kathrin Eibisch, Pflegedienstleiterin im Altenhilfeverbund Rummelsberg, berichteten, dass die palliative Versorgung der Menschen im Stephanushaus bereits mit dem Einzug beginnt. In einem Gespräch wird zum Beispiel geklärt, ob der Bewohner oder die Bewohnerin bestimmte Wünsche hat, ob es eine Patientenverfügung und eine Vorsorgevollmacht gibt. Auf Wunsch kommen Mitglieder des Rummelsberger Hospizvereins als Besuchsdienst ins Haus. „Wir kümmern uns um Schmerzmanagement auf allen Ebenen“, erklärt Diakonin Pöhlmann. Die Mitarbeitenden haben nicht nur körperliche Schmerzen im Blick, sondern auch die psychosozialen und spirituellen Bedürfnisse der Menschen.

Heute gehört es zu den Grundsätzen, dass Sterbende nicht aus ihrem Zimmer verlegt werden. Lebt ein Mensch in der letzten Phase in einem Doppelzimmer, wird der Mitbewohner gefragt, ob er bleiben oder in ein anderes Zimmer umziehen möchte. „Viele möchten bleiben“, sagt Kathrin Eibisch, „und ihren Zimmergenossen auf dem letzten Weg begleiten.“ Dann sorgt eine spezielle Trennwand in freundlichen Farben für etwas mehr Privatsphäre. Diese hat das Stephanushaus neben weiteren Hilfsmitteln wie einem speziellen Ruhesessel mithilfe der Spende angeschafft. „Viele Angehörige wollen ihre lieben Menschen auch in den letzten Stunden begleiten“, sagt Kathrin Eibisch. Manchmal bleiben sie auch nachts an der Seite des Sterbenden und sind froh, wenn sie im Ruhesessel ein wenig Entspannung finden.

So offen und annehmend wurde nicht immer mit dem Sterben umgegangen. „Ich erinnere mich noch an Sterbezimmer“, erzählt Kathrin Eibisch, die seit 35 Jahren in der Altenpflege arbeitet. „Zum Glück sind diese Zeiten vorbei.“ Regionalbischöfin Susanne-Breit-Keßler setzt sich mit der Stiftung ebenfalls dafür ein, dass das Sterben nicht verdrängt wird. „Wir wollen das Augenmerk der Gesellschaft darauf lenken, dass der Tod zum Leben gehört“, sagt sie. Die Schirmfrau bedankte sich für die „phantastische Arbeit“ in Rummelsberg auf dem Gebiet der Sterbebegleitung und ließ sich von Dr. Günther Breitenbach, Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Diakonie, Karl Schulz, Vorstand Dienste, Diakon Schmidt und Peter Kraus, Mitglied der Geschäftsleitung der Rummelsberger Dienste für Mensch im Alter, noch die neue Senioren-Tagespflege im Stephanushaus zeigen.

Von: Andrea Wismath

v. li.: Diakon Mathias Kippenberg, Leiter Fundraising, Karl Schulz, Vorstand Dienste, Diakon Werner Schmidt, Leiter Altenhilfeverbund Rummelsberg, Peter Kraus, Fachlicher Leiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Rummelsberger Dienste für Mensch im Alter, freuen sich mit Vertreterinnen und Vertretern des Bewohnerbeirats und der Mitarbeitervertretung sowie den Fachkräften des Stephanushauses über die Spende der Evangelischen Stiftung Hospiz. Deren Schirmfrau, Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (Dritte von rechts), testete einen der neu angeschafften Ruhesessel zur Freude von Vorstandsvorsitzendem Dr. Günter Breitenbach (dahinter) und Pfarrerin Heike Davidson, Fundraising Kirchenkreis München (rechts hinten). Foto: Andrea Wismath