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Die Rummelsberger

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05.07.2019

„Was macht den Menschen aus“

Friedenszeichen „Herzschlag von Rummelsberg“ enthüllt

Rummelsberg - Ein Zeichen des Friedens sollte es sein, das dem Kriegerdenkmal gegenüber steht, ein Symbol des Lebens, das dem Gedenken an die Gräuel der Vergangenheit einen Impuls für die Zukunft entgegen hält. „Herzschlag von Rummelsberg“ heißt dieses Symbol, nach einem Entwurf der Nürnberger Künstlerin Meide Büdel. Nun wurde es feierlich der Öffentlichkeit präsentiert.

Etwas versteckt am Ortsrand Rummelsbergs gleich am Kreuzberg neben dem Tagungszentrum und Gemeindeakademie liegt der Platz mit dem alten Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. Ihn erwartet jetzt eine konzeptionelle Neugestaltung, deren erster Schritt mit der Errichtung der neuen Stele von Büdel gemacht wurde. Sieben grüne, fast zwei Meter hohe schlanke Glasplatten hat die Künstlerin dafür eng hintereinander aufgestellt. Die Sieben steht dabei symbolisch für die sieben Diakone der Urgemeinde, schließt aber alle Menschen der Rummelsberger Diakonie ein. Auf jeder der Glasstelen finden sich in etwa auf Augenhöhe die Linien von Herzfrequenzen eingefräst, wie sie ein Elektrokardiogramm (EKG) aufzeichnet. „Ganz verschiedene Frequenzen von Menschen aus Rummelsberg“, sagt Büdel, „sie könnten von jedem sein.“ So dicht hintereinander sind die Herzrhythmen angeordnet, dass sie beim Blick durch das Glas zusammen ein bewegtes Muster ergeben. Laut Büdel ein pulsierendes Symbol für den heutigen, lebendigen Geist von Rummelsberg. Je nach Blickwinkel verändert es sich, erinnert dabei auch an die Dornenkrone Jesu.

„Was macht Rummelsberg aus – die Menschen. Was macht die Menschen aus – der Pulsschlag“, erläutert die Künstlerin ihre Gedanken zur Entstehung dieses Denkmals. Sie habe damit dem Selbstverständnis von damals – kriegsverherrlichend, nationalistisch – das Verständnis von heute mit Offenheit und Friedenswillen entgegengestellt. Für diese Offenheit steht auch die Auswahl des Materials, denn Glas lässt den Blick auf den ganzen Platz und seine Umgebung zu - auch hin zum Kriegerdenkmal.

Noch wird es etwas dauern, bis der Platz in neuer Form endgültig fertiggestellt ist. Er soll oval beide Denkmäler umschließen, was laut der Künstlerin „die Verortung der zwei Haltungen definiert“.

Von: Dorothée Krätzer

Enthüllung und Vorstellung des neuen Denkmals „Herzschlag von Rummelsberg“ mit Rektor Dr. Günter Breitenbach (Vorstandsvorsitzender der Rummelsberger Diakonie). Foto: Dorothée Krätzer