39. Einsatz in Tansania 2024

16. März 2024

Herzlicher Empfang und erfolgreiche Zusammenarbeit in Tansania

Der Empfang am Kilimanjaro Airport war – wie auch bei allen vorherigen Einsätzen – außerordentlich herzlich. Mitarbeitende des Usa River Rehabilitation Center (URRC) sowie des Nkoaranga Lutheran Hospital (NLH) begrüßten das Feuerkinder-Team bei seiner Ankunft mit Blumenkränzen.

Im Gästehaus des URRC wurde die Gruppe nicht nur mit einer warmen Mahlzeit empfangen, sondern während des gesamten Aufenthalts hervorragend versorgt.

Das Team vor Ort

Aus Deutschland reisten an:

  • Dr. Annemarie Schraml
  • Dr. Gerd Hohenberger
  • Dr. Klaus Schwendner
  • Schwester Grace Ayoo-Küfner
  • Anästhesiepfleger Gregor Wittmann
  • die OP-Schwestern Paula Scharrer und Daniela Klughardt
  • sowie die OTA Afra Bühl (erstmals im Team)

Dr. Mirjam Triebel, die im Süden Tansanias tätig ist, stieß auch in diesem Jahr wieder dazu.

Vor Ort wurde das Team tatkräftig unterstützt von der tansanischen Ärztin Dr. Godnester Mungure, den Anästhesisten Emanuel Zablon und August Mallya sowie dem gesamten OP-Personal des NLH.

 

Besuch der Zilper Foundation in Babati

Am 29. Februar besuchte das Team gemeinsam mit Frau Sophia Moshi und Frau Mona Behninger nach einer fast vierstündigen Fahrt die Zilper Foundation in Babati. Aufgrund starker Regenfälle erwies sich das letzte Teilstück als kaum passierbare Schlammpiste.

Diese schwierige Strecke legt der Leiter der Einrichtung regelmäßig mit den Kindern zurück, um ihnen Operationen und Nachsorge im NLH zu ermöglichen.

Ein besonderer Fortschritt ist der neu errichtete, vom Projekt Feuerkinder finanzierte Speise- und Aufenthaltsraum. Er bietet den Kindern erstmals die Möglichkeit, auch außerhalb der Schlafräume geschützt zu spielen und gemeinsam zu essen. Zudem konnte das Team bereits erste Kontakte zu zukünftigen Patienten knüpfen.

Im Gespräch mit dem Leiter der Einrichtung, Mr. Letion, wurde intensiv über die anfallenden Kosten und deren Finanzierung beraten. Viele Kinder und Jugendliche stammen aus Regionen, die bis zu 1.500 Kilometer entfernt liegen. Nach den Operationen verbleiben sie oft bis zu acht Wochen in der Einrichtung und müssen anschließend zur Gipsabnahme und Röntgenkontrolle erneut ins NLH gebracht werden.

 

Medizinische Herausforderungen und strukturelle Probleme

Aus dem Kafika House (ehemals Plasterhouse) in Arusha wurden 20 sehr gut vorbereitete Kinder zur Operation ins NLH gebracht. Gemeinsam mit den Verantwortlichen wurde erörtert, wie die Versorgung von Kindern mit Klumpfuß-Rezidiven und schweren unbehandelten Fehlstellungen in Tansania verbessert werden kann.

Grundsätzlich ist die medizinische Versorgung für Kinder bis zum fünften Lebensjahr in Tansania kostenlos. Paradoxerweise führt dies dazu, dass aufwendigere Behandlungen häufig unterbleiben, da sie für Kliniken wirtschaftlich nicht tragfähig sind.

Ein eindrückliches Beispiel ist ein Vater aus Daressalam, der mit seinen vierjährigen Zwillingen eine neunstündige Busfahrt auf sich nahm, um Hilfe zu suchen. Zwei Kliniken hatten zuvor die Behandlung der Kinder abgelehnt.

Ähnlich problematisch ist die Nachsorge konservativ behandelter Klumpfüße. Regelmäßige Kontrollen und die Versorgung mit speziellen Orthesen bleiben oft aus – meist aus finanziellen Gründen. Die Folge sind zahlreiche Rezidive, die später nur noch durch aufwendige Operationen korrigiert werden können, welche jedoch selten von einheimischen Ärzten durchgeführt werden.

 

Nachhaltige Unterstützung und Ausbildung

Das Projekt Feuerkinder unterstützt Dr. Godnester Mungure seit Jahren in ihrer medizinischen Ausbildung. Im Herbst 2024 beginnt sie ein Masterstudium in Orthopädie. Damit wächst die Hoffnung, dass künftig auch komplexere Eingriffe vor Ort durchgeführt werden können und die Arbeit des Teams nachhaltig fortgeführt wird.

Nach der Abreise des deutschen Teams führte Dr. Mungure gemeinsam mit ihren Kollegen bereits weitere Eingriffe durch: Bei zehn Kindern, die im Herbst 2023 operiert worden waren, wurden erfolgreich Metallentfernungen vorgenommen.

 

Ein bewegendes Wiedersehen

Eine besondere Freude war der Besuch einer jungen tansanischen Frau, die heute beschwerdefrei lebt. Sie war vor 16 Jahren aufgrund schwerster Arthrosen beider Hüftgelenke von Dr. Schraml in Rummelsberg mit Hüftprothesen versorgt worden – diese zeigten auch jetzt noch einen einwandfreien Sitz.

 

Weitere Eindrücke und Fakten

  • Zu Beginn des Einsatzes mussten Schäden an elektrischen und medizinischen Geräten behoben werden, die durch instabile Stromversorgung entstanden waren.
  • Mehrmals täglich kam es zu Stromausfällen.
  • Ein Großteil der Medikamente konnte über Aktion Medeor im Land bezogen werden.
  • Kunststoffgipse, sterile OP-Abdeckungen und Verbandsmaterial wurden per Luftfracht aus Deutschland geliefert.
  • Der Bau der gynäkologischen und geburtshilflichen Station steht kurz vor dem Abschluss (Einweihung im September geplant).
  • Die G.M. Memorial English Medium School startet im April mit ihrer ersten Vorschule. Patenschaften der Grimmschule Nürnberg sowie Unterstützer aus Tirschenreuth ermöglichen auch Kindern aus armen Verhältnissen den Schulbesuch.
  • Die Notfallversorgung im Nkoaranga Hospital und in der Meru-Diözese (ca. 30.000 Einwohner) ist inzwischen schneller und besser organisiert als in manchen Regionen Deutschlands. Zwei Ärzte vor Ort, deren Weiterbildung durch das Projekt finanziert wurde, gewährleisten eine schnelle Versorgung.

 

Fazit

Der 18-tägige Einsatz war ein großer Erfolg und geprägt von hervorragender Teamarbeit.

Gleichzeitig wurden die bestehenden Herausforderungen deutlich sichtbar: Die sozialen Unterschiede nehmen weiter zu – verstärkt auch durch die Auswirkungen des Klimawandels. Besonders für arme Familien bleibt die Situation schwierig.

Um nachhaltige Verbesserungen zu erreichen, ist weiterhin Unterstützung von außen dringend notwendig.

Danke für Ihre Unterstützung

Dieser Einsatz wäre ohne die großzügige Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender nicht möglich gewesen.

Herzlichen Dank, dass Sie dazu beitragen, Kindern in Tansania eine bessere Zukunft zu ermöglichen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

 

Projekt Feuerkinder Spendenkonto: 

Empfänger: Stiftung der Rummelsberger Diakonie – Hilfen für Tansania
Spendenkonto: Evangelische Bank eG
Verwendungszweck: Aktion Feuerkinder
IBAN: DE53 5206 0410 0103 5099 82
BIC: GENODEF1EK1

Feuerkinder Team 2024
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