Ein guter Start macht den Unterschied
22. Januar 2026Rummelsberg – Um die Erfolgsformel eines guten Starts drehte sich die erste Veranstaltung im 50. Jubiläumsjahr des Berufsbildungswerks Rummelsberg (BBW). „In allem, was wir beginnen, ist der Start das, was Erfolg verspricht“, sagt Einrichtungsleitung Iris Thieme zu Beginn. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Jochen Wiegand bildet sie die BBW-Doppelspitze. Das Duo leitete am 15. Januar 2026 durch den Fachtag und Neujahrsempfang des BBWs. Unter den Gästen befanden sich neben Diakonin Prof. Ellen Eidt, Vorständin für Theologie und Bildung, und Karl Schulz, Vorstand Dienste, auch Kostenträger, Mitarbeitende aus den Fachbereichen und weitere Teilnehmende.
Dass ein Start, egal wo, mit Ängsten und Erwartungen verbunden ist, steht außer Frage. Doch wie können junge Menschen so begeistert werden, dass sie ihre eigenen Stärken entdecken und in Eigenverantwortung ihren Weg gestalten? Antwort darauf gab der Fachvortrag „Ein guter Start macht den Unterschied – Neugestaltung der Kompetenzanalyse“ von Dr. Regina Weißmann und Prof. em. Dr. Joachim Thomas von der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
Im Rahmen der Berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (BvB) wurde die Kompetenzanalyse neu konzipiert – mit dem Ziel, Teilnehmenden einen erfolgreichen Start zu ermöglichen, der Unsicherheiten abbaut. Ein neuer Bestandteil ist die Ankommensphase zu Beginn der BvB. Diese wurde von den Mitarbeitenden des BBW in enger Zusammenarbeit mit der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt entwickelt. „Mein Eindruck ist, dass die Ankommensphase einen wesentlichen Beitrag zur Zielführung der Fachkräfte von morgen leisten“, sagt Weißmann. Mit dem neuen Konzept sollen drei Grundprinzipien angestoßen werden: „Die Begriffe Respekt, Selbstbestimmung und Ermutigung sind die Grundlage“, beschreibt Thomas. Es gehe nicht darum, jungen Menschen vorzugeben, was gut und was schlecht für sie sei, „sondern darum, sie zu respektieren, damit sie ihren eigenen Weg finden können.“ „So wird Entwicklung erst möglich“, ergänzt Weißmann. Wichtig sei es, junge Menschen zu ermutigen, da Selbstverantwortung nur mit Selbstbestimmung einhergehe.
In einer sicheren Umgebung können die Teilnehmenden so ohne Druck von außen ihre Interessen herausfinden und lernen gleichzeitig das BBW und die Menschen kennen, welche sie über die Ausbildung hinweg begleiten werden. „Die Ankommensphase ist ein großes Geschenk. Wir schenken den jungen Menschen Zeit und einen sicheren Ort, an dem sie sich trauen können, sich auszuprobieren“, erläutert Weißmann.
Workshops zeigen Wirkung
Um den positiven Einfluss der Ankommensphase auf die Teilnehmenden zu verdeutlichen, fand im Zuge des Fachvortrags ein Workshop mit drei Übungen statt. Kommunikation, Kooperation und Miteinander bildeten die Schlüsselbegriffe der drei Aufgaben. In Kleingruppen wurden diese im „Speed-Dating-Format“ ausprobiert. Dabei waren verschiedene Soft-Skills gefragt. Sowohl das „Blinde Bauen“ als auch „Zwei Wahrheiten – Eine Lüge“ erforderten eine gute Kommunikation. Die dritte Aufgabe „Motorische Kooperation“ stellte hingegen die Teamarbeit auf die Probe.
Sich willkommen fühlen
Nach kurzer Zeit war das Eis gebrochen: „Es hat nur 30 Minuten gebraucht, damit ihr hier in den Austausch geht. Das zeigt genau die Wirkung der Ankommensphase“, reflektiert Iris Thieme und leitete gemeinsam mit Weißmann die offene Gesprächsrunde ein. Die Teilnehmenden teilten ihre Gedanken und Impulse und die positive Wirkung des Workshops wurde deutlich. Denselben Effekt zeige auch die Ankommensphase, wodurch ein gegenseitiges Kennenlernen stattfinden könne, erläuterte Dr. Regina Weißmann.
Zum Abschluss der Veranstaltung luden Iris Thieme und Jochen Wiegand die Teilnehmenden zum „Buffett mit Gesprächen“ ein. Mit einer durchweg positiven Stimmung wurden der Fachtag und Neujahrsempfang zu einem rundum gelungenen Ereignis.
Unter dem Jahresmotto „Wir machen Zukunft“ feiert das Berufsbildungswerk am Sonntag, 1. März 2026, sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festgottesdienst um 10 Uhr. Am Freitag, 13. März 2026, öffnet die Einrichtung von 9 Uhr bis 15 Uhr zum Tag der offenen Tür.