34. Einsatz in Tansania 2021
05. Dezember 2021Erfolgreicher Projekteinsatz im Nkoaranga Krankenhaus, Tansania
Vom 26. November bis zum 3. Dezember reiste ein kleines, engagiertes Team in das Nkoaranga Krankenhaus im Norden Tansanias. Mit dabei waren Gregor Wittmann (Anästhesiepfleger), Karl Heinz Achtzehn (Medizintechniker) sowie Dr. Klaus Schwendner (Anästhesist). Gemeinsam gelang es ihnen, wichtige Projekte erfolgreich abzuschließen, die bereits im August begonnen, jedoch aufgrund technischer Schwierigkeiten zunächst nicht realisiert werden konnten.
Ausgestattet mit den erforderlichen Materialien installierte das Team die zentrale Druckluft- und Sauerstoffversorgung im neuen Operationssaal. Darüber hinaus wurden das Monitoring sowie die Narkosegasversorgung deutlich verbessert. Parallel dazu erfolgte die Schulung des lokalen Personals im laufenden Betrieb – eine Herausforderung, da diese aufgrund mehrerer Notfalloperationen zeitweise unterbrochen werden musste.
Während das erfahrene deutsche Anästhesieteam im alten Operationssaal neben dem Kreißsaal zwei Notfallpatientinnen versorgte, übernahm der einheimische Anästhesist im neuen OP die Behandlung von Unfallpatienten. Diese enge Zusammenarbeit unter realen Bedingungen zeigte eindrucksvoll die Stärke des internationalen Teams.
Die Arbeiten wurden durch häufige Stromausfälle sowie einen bereits vor der Ankunft defekten Stromgenerator zusätzlich erschwert. Umso bemerkenswerter ist es, dass alle geplanten Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden konnten.
Erfreulicherweise gab es im gesamten Zeitraum keine Corona-Patienten im Krankenhaus – nicht ungewöhnlich, da im Dezember in Tansania Hochsommer herrscht. Dankbar wurde zudem eine größere Lieferung von Corona-Antigen-Schnelltests entgegengenommen, die im Land nicht frei verfügbar sind und ausschließlich bei symptomatischen Patientinnen und Patienten eingesetzt werden. Aktuell sind etwa 70 % des Krankenhauspersonals geimpft, wobei chinesische Impfstoffe in ausreichender Menge vorhanden sind.
Ein weiterer positiver Fortschritt zeigt sich in der Digitalisierung des neuen Operationsbereichs: Ein stabiles WLAN sowie die direkte Übertragung von Röntgenbildern in den OP funktionieren inzwischen reibungslos. Chefarzt Dr. Kiwesa zeigte sich entsprechend dankbar und zufrieden – der erreichte Standard sei selbst für tansanische Verhältnisse außergewöhnlich.
Trotz aller Fortschritte bleiben jedoch große Herausforderungen bestehen. Selbst grundlegende Materialien wie EKG-Elektroden, Händedesinfektionsmittel, OP-Hauben oder wichtige Notfallmedikamente sind derzeit im Land nur schwer oder gar nicht erhältlich. Zudem hat ein großer Teil der Bevölkerung weiterhin keinen Zugang zu einer angemessenen medizinischen Versorgung.