36. Einsatz in Tansania 2022

28. August 2022

Erfolgreicher Einsatz mit vielen besonderen Momenten

Arbeiten im neuen OP-Saal, der Spatenstich für ein Geburtshaus und bewegende Wiedersehen mit ehemaligen Patienten:
Der 36. Einsatz des Projekts Feuerkinder war ein voller Erfolg und geprägt von zahlreichen eindrucksvollen Ereignissen.

 

Voruntersuchungen

Bereits am Tag nach der Ankunft stellte sich das Ärzteteam – Dr. Annemarie Schraml und Dr. Stephan Oehler (Orthopädie), Dr. Rolando Rossi (Anästhesie) sowie Assistenzarzt Dominic Reinhart – einer großen Herausforderung: Insgesamt 120 Patienten wurden untersucht.

Viele der Kinder hatten weite Wege hinter sich – teilweise bis zu 1.500 Kilometer aus entlegenen Regionen des Landes.
Aufgrund der begrenzten Kapazitäten konnte jedoch nur ein Teil der untersuchten Kinder in den Operationsplan aufgenommen werden.

 

Operationen und Teamarbeit

Im April dieses Jahres wurde das neue OP-Gebäude eingeweiht. Während in zwei Sälen bereits ganzjährig der reguläre Betrieb läuft, konnte das Feuerkinder-Team im dritten OP-Saal zwischen dem 12. und 27. August insgesamt 80 Operationen durchführen.

Unterstützt wurde das Team von einem engagierten Netzwerk:

  • Anästhesist Dr. Rossi arbeitete eng mit seiner Frau Annemarie, einer erfahrenen Intensivschwester, zusammen
  • Die OP-Assistenz übernahm Daniela Klughardt in Kooperation mit dem lokalen Personal des Nkoaranga-Lutheran-Hospitals
  • Schwester Grace Ayoo-Küfner war – wie bei vielen der bisherigen Einsätze – eine unverzichtbare Unterstützung durch ihre Sprachkenntnisse und ihre Vertrautheit mit den lokalen Gegebenheiten
  • Dr. Mirjam Triebel reiste eigens aus Süd-Tansania an und unterstützte als Neuropädiaterin insbesondere bei der Kommunikation mit Patienten und Familien

Diese enge Zusammenarbeit zwischen internationalem Team und lokalen Fachkräften ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor des Projekts.

 

Nachsorge und nachhaltige Betreuung

An den letzten beiden Einsatztagen wurden sämtliche Gipsverbände gewechselt und die Patienten mit Entlassungsbriefen in Englisch und Kisuaheli verabschiedet.

Die weitere Betreuung erfolgt vor Ort durch die einheimische Ärztin Dr. Godnester Muungure, die in den vergangenen Jahren im Rahmen des Projekts ausgebildet wurde.

Dank moderner Technik können digitale Röntgenbilder nach Deutschland übermittelt werden. Nach etwa sechs Wochen erfolgen Kontrollaufnahmen, die von Dr. Schraml ausgewertet und für die weitere Therapieplanung genutzt werden.

 

Entwicklungen und Zukunftsperspektiven

Die Zusammenarbeit mit dem Plasterhouse in Arusha wurde weiter intensiviert. Bereits vorbehandelte Klumpfuß-Patienten wurden gemeinsam mit medizinischem Fachpersonal vorgestellt.

Für zukünftige Einsätze ist geplant, Operationen direkt in Arusha durchzuführen – in enger Zusammenarbeit zwischen lokalen Ärzten und dem Feuerkinder-Team.

Ein besonderes Beispiel für nachhaltige Entwicklung ist Dr. Job:
Ehemals Orthopädietechniker, fertigte er bereits 2007 erste Schienen für die Klumpfußbehandlung an. Nach einem erfolgreichen Medizinstudium befindet er sich nun in der Facharztausbildung und hospitierte während des Einsatzes mit großem Engagement im OP.

 

Neubau eines Geburtshauses

Ein bedeutender Meilenstein ist der geplante Neubau eines Geburtshauses am Nkoaranga-Lutheran-Hospital. Das bisherige Gebäude ist seit Jahren stark sanierungsbedürftig, die hygienischen Bedingungen für rund 650 Mütter und Neugeborene jährlich waren zuletzt nicht mehr tragbar.

Dank der Unterstützung des Vereins „Sternstunden e.V.“ konnte der Startschuss für dieses wichtige Projekt gegeben werden.
Der symbolische Spatenstich wurde von Dr. Schraml gemeinsam mit Vertretern des Krankenhauses und der Meru-Diözese vorgenommen.

 

Begegnungen, die bewegen

Die Feierlichkeiten boten Gelegenheit für viele besondere Wiedersehen aus über 20 Jahren Projektarbeit:

  • Begegnungen mit ehemaligen Wegbegleitern aus der Anfangszeit
  • Wiedersehen mit früheren Patienten, die heute ein selbstständiges Leben führen
  • Persönliche Dankesbesuche von Patienten, deren Lebensweg durch die Behandlung nachhaltig verändert wurde

Zwei ehemalige Patienten reisten sogar während des Einsatzes an, um sich persönlich zu bedanken.
Heute arbeiten sie als Lehrer bzw. studieren Betriebswirtschaft – eindrucksvolle Beispiele dafür, wie medizinische Hilfe neue Lebensperspektiven schafft.

 

Dank für vielfältige Unterstützung

Das Projekt Feuerkinder lebt von der Unterstützung vieler engagierter Menschen.

Handgestrickte Mützen, Socken und Decken spenden Wärme während der Operationen und in den oft kalten Nächten.
Geldspenden helfen zudem, über 500 bedürftige Familien zu unterstützen, die unter den Folgen ausbleibender Regenfälle leiden. Auch die Versorgung stationärer Patienten mit Lebensmitteln wird dadurch ermöglicht.

Für jede Form der Unterstützung – sei es durch Spenden, Mithilfe oder Gebet – sagen wir von Herzen:

„Asante sana – vielen Dank!“

Patienten und Feuerkinder Team
Patienten und Feuerkinder Team
Titel
Patienten und Feuerkinder Team