40. Einsatz in Tansania 2024

06. Oktober 2024

Erfolgreicher 40. Einsatz des Projekts Feuerkinder

Nach einem intensiven und erfolgreichen Einsatz kehrte das Team des Projekts Feuerkinder am 5. Oktober von seinem 40. Auslandseinsatz zurück.

 

Journalistische Begleitung vor Ort

Über fast zwei Wochen hinweg wurde das Team von Frau Dr. Margit Roth begleitet. Die Journalistin und Autorin aus München arbeitet derzeit an einem Buch über „25 Jahre Hilfsprojekt Feuerkinder“.

Im Rahmen ihrer Recherchen interviewte sie unter anderem Bischof Dr. Paolo Akyoo, der bereits beim ersten Einsatz im Jahr 2000 Bischof der Diözese Meru war, sowie ehemalige Patienten aus den Anfangsjahren des Projekts.

Besonders eindrucksvoll waren die Lebensgeschichten einiger ehemaliger Patienten:

Praygod Mwanga arbeitet heute als Computerfachmann. Nach der erfolgreichen operativen Korrektur seiner Klumpfüße konnte er ein völlig neues Leben beginnen.
Früher war es ihm kaum möglich zu stehen oder längere Strecken zu gehen. Heute ist er mobil, fährt Auto und Fahrrad und führt ein selbstbestimmtes Leben. Inspiriert von seinen Erfahrungen hat er inzwischen selbst ein soziales Projekt ins Leben gerufen.

Peter, der zwischen 2002 und 2005 aufgrund schwerster Klumpfüße mehrfach operiert wurde, hat in diesem Frühjahr erfolgreich sein Studium im Bereich Procurement (Einkauf und Beschaffungslogistik) abgeschlossen.
Derzeit arbeitet er übergangsweise bei der Zilper-Foundation in Babati. Dort betreute er 20 Kinder und Jugendliche im Krankenhaus, unterstützte bei der Versorgung und half bei Verbandswechseln – ein ehemaliger Patient, der sich heute um neue Patienten kümmert.

Fadhili und Adil reisten von der Insel Sansibar an, um ihre Dankbarkeit auszudrücken.
Fadhili, dessen schwere Beinfehlstellungen korrigiert wurden, arbeitet heute als Manager einer Hotelanlage.
Adil entwickelte nach einem komplizierten Bruch ein X-Bein und wurde 2011 operiert. Diese Erfahrung motivierte ihn, besonders engagiert zu lernen – heute studiert er Medizin in Daressalam mit dem Ziel, später selbst bedürftige Menschen zu behandeln.

 

Weitere bewegende Begegnungen

Auch Mama Daima kam mit ihrer Tochter Upendo, um sich für die Behandlung von vier ihrer fünf Kinder zu bedanken.
Upendo konnte nach den Operationen und einer Ausbildung im URRC eine Schneiderlehre abschließen. Mit einer eigenen Nähmaschine trägt sie heute wesentlich zum Familieneinkommen bei.

Drei inzwischen erwachsene Kinder der sehr armen Familie Ako aus Babati wurden 2011 ebenfalls erfolgreich operiert. Dank einer Ausbildung im URRC können sie nun ihren Lebensunterhalt selbst bestreiten. Für Restituta ist die Anschaffung einer Nähmaschine geplant, während für ihre Brüder Arbeitsmöglichkeiten als Schreiner gesucht werden.

Diese Beispiele zeigen eindrücklich das zentrale Ziel des Projekts:
Kindern durch Operationen Mobilität zu schenken – und damit Zugang zu Bildung, Beruf und einem selbstbestimmten Leben zu ermöglichen.

 

101 Operationen in 11 Tagen

Bereits bei den Voruntersuchungen in den ersten beiden Tagen mussten viele der insgesamt 148 vorgestellten Patienten auf den nächsten Einsatz vertröstet werden.

Der jüngste operierte Patient war 3 Jahre alt, der älteste 17 Jahre.

Durchgeführt wurden unter anderem:

  • 30 Klumpfußoperationen unterschiedlicher Schweregrade
  • 16 komplexe Achskorrekturen, teilweise gleichzeitig an Ober- und Unterschenkel

An den letzten beiden Einsatztagen erfolgten:

  • das Schließen der Gipsverbände bei Achskorrekturen
  • Gipswechsel bei Klumpfußoperationen
  • das Entfernen der Kirschner-Drähte unter Kurznarkose

Alle Operationswunden heilten komplikationslos, und sämtliche Patienten konnten in gutem Zustand entlassen werden.

Besonders erfreulich:
Es gab keinerlei Komplikationen, weder chirurgisch noch anästhesiologisch. Die Narkosen wurden vollständig von den tansanischen Anästhesisten August Patrick Mallya und Emmanuel Zablon durchgeführt.

 

Teamarbeit über Grenzen hinweg

Eine große Unterstützung waren erneut die tansanischstämmige Krankenschwester Grace Ayoo-Küfner sowie Dr. Mirjam Triebel. Dank ihrer Sprachkenntnisse konnten sie Patienten und Eltern umfassend aufklären und die Kinder bei den Behandlungen beruhigen.

Das gesamte Team erlebte eine außergewöhnlich gute Zusammenarbeit – insbesondere mit den tansanischen Kolleginnen und Kollegen im Operationssaal und auf den Stationen.

Bei der Abschlussbesprechung wurde eine durchweg positive Bilanz gezogen. Besonders neue Teammitglieder hoben hervor, wie bereichernd die enge und fachübergreifende Zusammenarbeit war.

 

Nachhaltigkeit und Ausbildung

Während das deutsche Team abreiste, wurden die medizinischen Maßnahmen vor Ort fortgesetzt.
Dr. Godnester Muungure führte weitere 16 Metallentfernungen bei Patienten früherer Einsätze durch.

Im Oktober wird sie ein Masterstudium in Orthopädie und Unfallchirurgie am KCMC in Moshi beginnen.

Auch die Entwicklung lokaler Fachkräfte zeigt den nachhaltigen Erfolg des Projekts:
Ehemalige Teilnehmer übernehmen heute verantwortungsvolle Positionen im Gesundheitswesen und tragen das Wissen weiter.

Das zweite zentrale Ziel des Projekts lautet daher:
Ausbildung, Schulung und Förderung einheimischer Fachkräfte.

 

Zusammenarbeit in ganz Tansania

Wie bereits in den vergangenen Jahren kamen Patienten aus dem gesamten Land. Viele Kinder wurden durch Partnerorganisationen wie die Zilper-Foundation (Babati), Einrichtungen aus Monduli sowie das Kafika House in Arusha vermittelt.

Dank der Unterstützung der Stiftung Feuerkinder und weiterer Partner konnte auch nach dem Rückzug eines internationalen Förderers die Arbeit vor Ort finanziell abgesichert werden.

 

Hilfe, die ankommt

Neben der medizinischen Versorgung erhielten die stationären Kinder Verpflegung, und ihre Eltern wurden bei den Reisekosten unterstützt.

Zusätzliche Hilfe kam aus Deutschland in Form von Spenden sowie Sachleistungen wie gestrickten Kleidungsstücken und Decken.

Die Dankbarkeit der Patienten, Familien und lokalen Partner ist für das Team stets eine große Motivation.

 

Ausbau des Nkoaranga Lutheran Hospital

Am 26. September 2024 wurde im Rahmen einer feierlichen Andacht ein bedeutender Meilenstein erreicht:
Die neue Station für Gynäkologie und Geburtshilfe wurde eingeweiht, und gleichzeitig erfolgte der Spatenstich für einen weiteren Ausbau.

Das Projekt wurde durch zahlreiche Spenden sowie die Unterstützung der Aktion Sternstunden ermöglicht.

Der neue Bau wird künftig eine Ambulanz und eine Notaufnahme umfassen.

 

Patenschaften gesucht

Das Team besuchte außerdem eine durch das Projekt unterstützte Englisch-Medium-Schule.
Mit dem Start einer weiteren Klasse im Januar 2025 wächst der Bedarf an Unterstützung.

Patenschaften in Höhe von 400 Euro pro Jahr ermöglichen Kindern den Schulbesuch und bieten ihnen langfristige Perspektiven.

 

Warum Hilfe weiterhin notwendig ist

In vielen ländlichen Regionen Tansanias können sich Familien keine Krankenversicherung leisten. Medizinische Hilfe wird daher oft erst in Notfällen in Anspruch genommen – insbesondere Kinder mit Fehlbildungen bleiben häufig unbehandelt.

 

Ein herzliches Dankeschön – asante sana!

Frau Dr. Schraml und das gesamte Team des Projekts Feuerkinder danken allen Unterstützern und Spendern für ihr großes Engagement.

 

Das Team des 40. Einsatzes

  • Dr. Annemarie Schraml (Kinderorthopädin, Organisation)
  • Dr. Stephan Oehler (Orthopäde)
  • Dr. Mirjam Triebel (Fachärztin Neuro-Pädiatrie)
  • Dominic Reinhart (Assistenzarzt)
  • Grace Ayoo-Küfner (Krankenschwester, Hebamme)
  • Marion Belzner (Lehrerin für Pflegeberufe)
  • Simone Uhl (OP-Schwester, Medizinprodukteberaterin)
  • Karin Apfelthaler-Onyango (OP-Schwester)
  • Eva Bäuerle (Ergotherapeutin, Physician Assistant)

 

Danke für Ihre Unterstützung

Dieser Einsatz wäre ohne die großzügige Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender nicht möglich gewesen.

Herzlichen Dank, dass Sie dazu beitragen, Kindern in Tansania eine bessere Zukunft zu ermöglichen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.

 

Projekt Feuerkinder Spendenkonto: 

Empfänger: Stiftung der Rummelsberger Diakonie – Hilfen für Tansania
Spendenkonto: Evangelische Bank eG
Verwendungszweck: Aktion Feuerkinder
IBAN: DE53 5206 0410 0103 5099 82
BIC: GENODEF1EK1

Das Tansanische-Deutsche Operationsteam
Das Tansanische-Deutsche Operationsteam
Titel
Das Tansanische-Deutsche Operationsteam