44. Einsatz in Tansania 2026
17. März 2026Frühjahr 2026
Bericht zum 44. Einsatz des Projekt Feuerkinder vom 25. Februar bis 14. März 2026
Lage im Land:
Nach den Unruhen im letzten Oktober im Rahmen der Parlamentswahlen mit über 1000 Toten hatte sich die Lage beruhigt. Für uns sichtbar waren lediglich massive Zerstörungen an Gebäuden in Arusha und die hohe Präsenz an Militär in der Millionenstadt. Im USA River Rehabilitation und Training Center, wo wir, wie jedes Jahr im Gästehaus untergebracht waren, fühlten wir uns zu jedem Zeitpunkt sicher. Weil die große Regenzeit heuer 6 Wochen früher einsetzte und die Nächte sehr kalt waren, hatten außergewöhnlich viele Kinder Infekte der oberen Luftwege, so dass mehrere Operationen verschoben werden mussten und ein Kind auf nächstes Jahr vertröstet wurde.
Team:
Mit nach Tansania gereist waren Dr. Stephan Oehler (Orthopäde, Kinderorthopäde), Annabelle Clement (AssÄrztin Orthopädie), Miriam König (AssÄrztin Anästhesie), Dominic Reinhart (AssA Neurochirurgie), Grace Ayoo Küfner (Krankenschwester, Hebamme), Daniela Klughardt (OP Schwester), Judith Kerber (OP Schwester), Katharina Ponath (Bereichsleitung Urologie), Gregor Wittmann (Anästhesiepfleger), Dr. Klaus Schwendner (Anästhesist, Notfallmedizin, ärztliches Qualitätsmanagement)
Vor Ort wurden wir unterstützt von Dr. Godnester Mungure (tans. Ärztin), Dr. Joseph Imani (tans. Arzt), Patrick August Mallya (tans. Anästhesist) Dr. Julius Mollel (tans. Allgemeinchirurg und Urologe), Dr. Jack Bogdanowicz (niederländ. Urologe aus dem KCMC), Schwester Veronica (sie ist die verantwortliche tans. Urologieschwester), Peter Josephat (ehem. Patient. Er war im Aufwachraum und auf Station eingesetzt.)
Operative Tätigkeiten:
An 15 OP Tagen wurden insgesamt 47 Patienten im Alter von 2 Monaten bis 24 Jahren, sowie 13 urologische Patienten im Alter von 59 bis 90 Jahren operiert. 115 ambulante Patienten wurden untersucht und beraten und 68 Gipsbehandlungen durchgeführt. Alle Operationen und Narkosen verliefen ohne Komplikationen. Erstmals wurden urologisch endoskopische Operationen durchgeführt, nachdem der einheimische Allgemeinchirurg Dr. Julius Mollel seine Fachweiterbildung Urologie abgeschlossen hat und die nötige Ausrüstung durch Sach- und Geldspenden angeschafft werden konnte. Dankenswerterweise wurde Dr. Mollel von dem erfahrenen niederländischen Urologen Dr. Jack Bogdanowicz unterstützt und unterrichtet. Er arbeitet trotz seiner 77 Jahre als Dozent für das Fach Urologie an der Universitätsklinik KCMC in Moshi. Die leitende Urologieschwester Katharina aus dem Klinikum Nürnberg, die bereits viele Jahre Afrikaerfahrung in Ghana gesammelt hat, unterrichtete das tansanische Team im Umgang mit der teuren Ausrüstung. Hier zeigte sich wieder einmal der Einfallsreichtum der Tansanier, die ein ca.1,8 m hohes Metallgestell anfertigten, um das nötige Gefälle für die Spüllösungen zu erreichen. Alle Narkosen für die urologischen Eingriffe und die Metallentfernungen am 14. März wurden von Patrick selbständig durchgeführt. Dr. Godnester befindet sich in einer durch das Projekt Feuerkinder finanzierten Weiterbildung in Orthopädie und hat neben allen Tenotomien und den Metallentfernungen am 13. und 14. März auch drei Klumpfußoperationen selbständig unter Anleitung von Dr. Oehler durchgeführt.
Zusatztätigkeiten:
Ein gespendetes Siemens Ultraschallgerät mit mehreren Ultraschallköpfen wurde der Krankenhausleitung übergeben.
Mehrere Philips Überwachungsmonitore wurden nach Umstellung der Oberfläche auf englische Sprache übergeben.
Zum Schutz der empfindlichen Geräte wurden 6 USVs (Unterbrechungsfreie Stromversorgungen) installiert.
Das undichte Sicherheitsreservoir am Narkosegerät im Saal 2 konnte ebenso repariert werden, wie ein defekter Sauerstoffkonzentrator. Ein weiterer Sauerstoffkonzentrator ist irreparabel.
Im Aufwachraum erhielt eine zweite Überwachungsliege ein Schutzgitter, das von der Schlosserei im URRC hergestellt wurde.
Am 12. März stellten uns Mona Behninger und die Lehrer Jennifer und Imanuel das SETU Projekt vor. SETU heißt Special Education and Training Unit. Sie ist die Abteilung im Center, die Hilfen für Menschen mit lern- und geistiger Behinderung
sowie auch Ausbildung für MitarbeiterInnen in diesem Bereich anbietet. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen erhalten in der Einrichtung sowohl eine schulische und je nach Eignung auch eine Berufsausbildung.
Danksagung:
Unser Dank gilt allen Spenderinnen und Spendern, mit deren Hilfe unsere Einsätze erst möglich werden. Besonders erwähnen und bedanken möchte ich mich beim Klinikum Nürnberg, das einen großen Teil der urologischen Ausrüstung zur Verfügung gestellt hat; bei der Orthopädiepraxis Dres. Goldmann/Hornung/Kuhr/Stremme, die das Siemens Ultraschallgerät gespendet hat und die Medizintechnikfirma Karl-Heinz Achtzehn, die 5 USV´s, Ultraschallköpfe sowie Ersatzteile für die Narkosegeräte gespendet hat. Ein Dank geht auch an das Krankenhaus Martha-Maria St. Theresien über das die Material- und Medikamentenbestellung sowie der Transport zum Flughafen erfolgten.
Dr. Klaus Schwendner
Danke für Ihre Unterstützung
Dieser Einsatz wäre ohne die großzügige Unterstützung zahlreicher Spenderinnen und Spender nicht möglich gewesen.
Herzlichen Dank, dass Sie dazu beitragen, Kindern in Tansania eine bessere Zukunft zu ermöglichen und ihre Lebensqualität nachhaltig zu verbessern.
Projekt Feuerkinder Spendenkonto:
Empfänger: Stiftung der Rummelsberger Diakonie – Hilfen für Tansania
Spendenkonto: Evangelische Bank eG
Verwendungszweck: Aktion Feuerkinder
IBAN: DE53 5206 0410 0103 5099 82
BIC: GENODEF1EK1