50 Jahre Teilhabe und Perspektiven
03. März 2026Rummelsberg – Mit einem festlichen Gottesdienst hat das Berufsbildungswerk (BBW) Rummelsberg am Sonntag, 1. März 2026, sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Zahlreiche Gäste – darunter Wegbegleiter*innen, aktuelle sowie ehemalige Mitarbeitende und Teilnehmer*innen – kamen im Saal des BBWs zusammen, um auf ein halbes Jahrhundert erfolgreicher Berufsbildung zurückzublicken.
Die Begrüßung übernahm das Leitungsduo, bestehend aus Iris Thieme und Jochen Wiegand. Beide hoben die besondere Bedeutung des Jubiläums für die Einrichtung und ihre Teilnehmenden hervor. „Am 1. März 1976 – vor genau 50 Jahren – wurde das Berufsbildungswerk Rummelsberg in Betrieb genommen“, blickte Jochen Wiegand zu Beginn zurück. Im weiteren Verlauf erinnerte Wiegand an die Anfänge der Einrichtung: 80 Auszubildene seien 1976 vom Wichernhaus Altdorf in das neu errichtete Berufsbildungswerk Wichernhaus in Rummelsberg umgezogen. 330 Ausbildungs- und Internatsplätze standen körperbehinderten jungen Menschen zur beruflichen Erstausbildung zur Verfügung. Damalige Berufsfächer waren beispielsweise Mechaniker, Feinmechaniker, Werkzeugmacher, Dreher, Fräser, Nachrichtengerätemechaniker, Bürokaufmann und Orthopädie-Schuhmacher.
Gelebte Teilhabe und Würde
Diakonin Christine Meyer, Älteste der Diakoninnengemeinschaft und Vorständin der Rummelsberger Diakonie, schlug in ihrer Predigt ausgehend vom Römerbrief (Kapitel 5) eine Brücke zwischen Glaube, Bildung und sozialem Auftrag: „Große Worte, schwer verständlich: Frieden, Gnade, Herrlichkeit, Liebe, Hoffnung, Heiliger Geist. So viele große Worte in so wenigen Zeilen – vielleicht passt das ganz gut, denn wir feiern Jubiläum.“ Ein Festtag sei voll von großen Worten: Perspektive, Teilhabe, Inklusion, Würde. Doch bleibe die Frage: Sind diese Worte echt oder nur Fassade?
„Paulus nennt das, was echt ist, in unserem Predigttext ‚bewährt‘. Bewährung heißt: geprüft und für tragfähig befunden“, so Meyer. „Wie ein Gütesiegel. Und damit sind wir mitten im Thema dieses Jubiläums. 50 Jahre BBW – das sind auch 50 Jahre auf dem Prüfstand.“ Die Vorständin machte deutlich, dass das BBW mehr sei als eine reine Bildungseinrichtung: „Es ist ein Ort, an dem sich entscheidet, ob große Worte echt werden. Ob aus [dem Wort; Anm. der Redaktion] Teilhabe wirklich Teilhabe wird. Ob aus [dem Wort; Anm. der Redaktion] Würde wirklich Würde wird. Und darum passt Römer 5 so gut zu diesem Jubiläum.“
Persönliche Worte und musikalische Begleitung
Auch persönliche Worte fanden ihren Platz im Gottesdienst. „Das BBW hat Geburtstagspost erhalten“, berichtete Iris Thieme und las aus einer Karte einer ehemaligen Mitarbeiterin vor: „Liebes BBW, vor 50 Jahren bist du auf die Welt gekommen als Nachfahre des Wichernhauses Altdorf.“ Und weiter: „Von deiner Art gab es zu dieser Zeit noch nicht sehr viele, trotzdem hast du dich im Laufe deiner Kindheit und Jugend immer mehr zu einer guten Adresse entwickelt für Jungs und Mädels, die es in ihrem Leben nicht einfach haben und einen Weg suchen, ein Teil der Gesellschaft zu werden – trotz ihrer Einschränkungen.“
Zum Abschluss richtete Iris Thieme den Blick nach vorn: „Wir freuen uns auf die nächsten 50 Jahre Berufsbildungswerk Rummelsberg. Unsere Bildungseinrichtung ist nach wie vor ein gefragter und stets sich anpassender Bildungsort für junge Menschen mit Unterstützungsbedarf.“
Thieme und Wiegand luden die Gäste im Anschluss zum persönlichen Austausch ein. Für die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes sorgten der Posaunenchor Nürnberg-Lichtenhof unter der Leitung von Dietrich Kawohl sowie Dr. Thomas Greif am E-Piano.
Ein weiteres Highlight im Jubiläumsjahr steht bereits bevor: Am Freitag, 13. März 2026, lädt die Einrichtung von 9 bis 15 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Weitere Informationen finden Sie hier: https://7werke.de/bbw