Diakon Martin Chmel in den Ruhestand verabschiedet
25. Februar 2026Hersbruck – Mit einer feierlichen Veranstaltung im Gemeindehaus der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) in Hersbruck wurde Diakon Martin Chmel am Freitag,
20. Februar 2026, nach über 40 Jahren im Dienst der Rummelsberger Diakonie in den Ruhestand verabschiedet. Chmel war in den letzten zwölf Jahren als Einrichtungsleiter des Hauses Weiher tätig. Neben Weggefährt*innen waren bei der Verabschiedung auch Gäste aus Politik, Kirche und Verbänden sowie Chmels Familie anwesend.
Die Zeremonie, geleitet von Diakon Volker Deeg, Mitglied der Geschäftsführung und fachlicher Leiter der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung (RDB), würdigte Chmels Wirken. „Martin ist kein Mann der Schnellschüsse. Er wägt ab, denkt nach, bevor er handelt. Er steht für Beständigkeit und Verlässlichkeit und schafft damit Sicherheit“, betont Deeg in seiner Ansprache. Markus Jung, Pastor der EMK, vollzog die Entpflichtung und fand ebenfalls persönliche Worte: „Ich habe schätzen gelernt, dass du ein ruhiger Genosse bist. Du hast viele Menschen berührt, unterstützt, begleitet.“
Martin Chmel begann seine Laufbahn 1984 als Logopäde im Wichernhaus Altdorf, wo er über zwei Jahrzehnte die Therapieabteilung leitete. Mit fachlicher Expertise und organisatorischem Geschick prägte er die Arbeit inhaltlich und strukturell – stets mit dem Ziel, einen hohen fachlichen Standard zu gewährleisten. Seine Weiterbildungen zum Sozialwirt und zur verantwortlichen Pflegefachkraft bereiteten ihn optimal auf die Übernahme der Leitung des Hauses Weiher im Jahr 2014 vor.
Immer auf Augenhöhe mit den Klient*innen
Diakonin Christine Meyer, Älteste der Diakoninnengemeinschaft und Vorständin der Rummelsberger Diakonie, erzählte zu Beginn des Gottesdienstes, wie sie Chmel bei einer Weiterbildung zufällig kennenlernte – als Sitznachbarn. Sie haben ihn „als Zuhörer, zugewandt und jemanden, der für seine Arbeit brennt“ erlebt, so Meyer. In ihrer Predigt stellte sie ihre Gedanken zum Thema Barmherzigkeit in den Mittelpunkt. Barmherzigkeit habe etwas mit einem Abhängigkeitsverhältnis zu tun, mit einem Gefälle. Sie stellte die Frage: Kann ich als Leitung barmherzig sein? „Barmherzigkeit kommt ganz viel aus dem Inneren des Menschen“, so Meyer. Sie betonte, dass Barmherzigkeit und Gerechtigkeit untrennbar seien – „Gott sieht mit dem ganzen Herzen, möchte schützen und bewahren. Beides gehört zusammen: Herz und Verstand.“ Und sie schlug den Bogen zu Martin Chmels Wirken: „Du bist immer auf Augenhöhe mit den Klient*innen gewesen – mit Würde und Respekt.
Für einen Schmunzler sorgte Hersbrucks Bürgermeister Robert Ilg in seinem Grußwort: „Ich mache mir Sorgen um die Gesamtgesellschaft, wenn sich Menschen im besten Führungsalter ‚aus dem Staub machen‘. Ich konnte es kaum wahrhaben, dass Sie nach ‚nur‘ 40 Jahren von Bord gehen.“ Ilg würdigte Chmels Engagement in Arbeitskreisen der Stadt Hersbruck: „Es ist schade, dass Sie gehen und wir einen verlässlichen Partner ziehen lassen müssen. Sie haben durch Ihre positive Art und Ihr ruhiges Wesen Ihre Interessen zum Ausdruck gebracht.“ Abschließend dankte er auch Chmels Familie dafür, „dass sie ihm den Rücken freigehalten haben“. Weitere Grußworte hielten zudem Dr. Michael Groß (Caritas Nürnberger Land), Willi Bauer (Mitarbeitendenvertretung), Olivia Fuchs (Bewohnervertretung) und Björn Schukat (Dekanat Hersbruck).
Diakonsein als Berufung erlebt
In seinen Schlussworten dankte der bewegte Martin Chmel allen Redner*innen, für „die lieben und zugewandten Worte“. „Ich habe mich als Beschenkter erlebt“, sagte er und betonte, das Diakonsein als Berufung wahrzunehmen. Ein besonderer Dank ging an seine Ehefrau und Familie, welche er als „Quellen der Kraft“ bezeichnete.
Die Rummelsberger Diakonie dankt Martin Chmel für sein unermüdliches Engagement, das Generationen von Bewohner*innen, Mitarbeitenden und Angehörigen zugutekam. Für den neuen Lebensabschnitt wünschet das Unternehmen ihm Gesundheit, viele bereichernde Begegnungen und Gottes Segen.