Digitale Zivilcourage stärken
24. April 2026Rummelsberg – TikTok, Instagram und Co. prägen aktuell den Alltag vieler junger Menschen. Mit dem Projekttag „Digitale Zivilcourage stärken – Social Media“ setzte das Berufsbildungswerk (BBW) Rummelsberg am Mittwoch, 15. April 2026, einen wichtigen Akzent für den verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien.
Rund 250 Teilnehmende aus der beruflichen Vorbereitung sowie Mitarbeitende und Lehrkräfte erhielten Einblicke in Themen wie Hate Speech, Cybermobbing und Cybergrooming. Zentrale Werte wie Solidarität, Verantwortung und Zivilcourage standen im Mittelpunkt und wurden gestärkt. Damit knüpfte der Projekttag an die Veranstaltung des Vorjahres zum Thema „Demokratie in allen Farben“ an. Jochen Wiegand, der zusammen mit Iris Thieme das BBW leitet, betonte gleich zu Beginn der Veranstaltung den positiven Einfluss des letzten Projekttags: „Über das ganze Jahr hinweg hat uns Demokratie begleitet. Dabei spielen Medien eine zentrale Rolle. Sie werden bei der Stärkung unserer Gesellschaft und Demokratie immer wichtiger.“
Im Zuge der Veranstaltung wurden die Teilnehmenden in Workshops zum bewussten Umgang mit Social Media und Konfliktsituationen in den digitalen Medien sensibilisiert. Expert*innen wie Juliana Krolop und Clemens Scheerer von der Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung des Bayerischen Jugendrings sowie Paula Ludwig-Molitor vom Medienzentrum Parabol begleiteten die Teilnehmenden und Mitarbeitenden.
Bildung und Austausch
Den richtigen Einstieg in den Projekttag fanden die zehn Tutor*innen der Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung des Bayerischen Jugendrings. Mit dem „Gute Laune“-Song von GroßstadtEngel – ein aktueller Trend in den sozialen Netzwerken – animierten sie die Teilnehmenden nach der offiziellen Begrüßung zum Tanzen und stimmten diese positiv auf den Tag ein. In zwei Workshop-Runden vertieften die jungen Menschen ihr Wissen zum Thema „Digitale Zivilcourage stärken – Social Media“. Die Mitarbeitenden und Lehrkräfte schulten die Teilnehmenden in Lerneinheiten rund um die Themen Influencer, Fake News und Handysucht. Offene Diskussionsrunden förderten die aktive Teilhabe und den Austausch unterschiedlicher Perspektiven.
Lernen auf Augenhöhe
Ein besonderer Fokus lag im zweiten Workshop auf dem Peer-to-Peer-Ansatz. Die Tutor*innen tauschten mit den Teilnehmenden Wissen und Erfahrungen aus, was ein Lernen auf Augenhöhe ermöglichte. Anhand des Spiels „Quararo“ erarbeiteten sie gemeinsam Konfliktlösungen und lernten spielerisch die Vor- und Nachteile verschiedener demokratischer Abstimmungsformen kennen. Die Tutor*innen schulten die Teilnehmenden im Umgang mit Hass im Internet, stärkten die individuelle Entscheidungsmacht und ermutigten die jungen Menschen sich zu engagieren und Rückgrat zu zeigen.
Social Media: Ein Thema für alle
Neben den jungen Teilnehmenden, wurden die Mitarbeitenden geschult. Juliana Krolop von der Fach- und Servicestelle für Kinder- und Jugendbeteiligung unterstrich die Notwendigkeit, das Nutzungsverhalten junger Menschen zu verstehen. Wichtige Werkzeuge sowie Mut und Bewusstsein in der digitalen Welt wurde den Mitarbeitenden vermittelt. Paula Ludwig-Molitor vom Medienzentrum Parabol thematisierte die Erkennung von Falschinformationen und Deepfakes und betonte die Beziehungsarbeit im Umgang mit jungen Menschen und sozialen Medien. Beim Spiel „Fake or Real“ übten die Mitarbeitenden, echte von falschen Nachrichten zu unterscheiden. Sie platzierten nach Bauchgefühl die jeweilige „Fake“ oder „Real“-Wäscheklammer auf ausgedruckten Nachrichten. Später wurden die Ergebnisse aufgelöst und besprochen, was die Auswirkungen und den Einfluss von Fake News verdeutlichte.
Der Tag endete mit einer gemeinsamen Reflexion aller Teilnehmenden und Mitarbeitenden. „Wir machen Zukunft. Das ist unser Motto in diesem Jahr. Die Zukunft seid ihr, die jungen Menschen“, betont Diakon Horst Jugl, Leiter des Fachbereichs Wohnen, an die Jugendlichen gewandt. „Zukunft gelingt im Dialog, mit Respekt und Zusammenhalt.“ Damit unterstrich der Projekttag die Bedeutung digitaler Zivilcourage für eine demokratische Gesellschaft.