„Hier blühen Natur und Menschen“
16. Juni 2026Treuchtlingen – Mit einem bewegenden Festakt, einer besonderen Auszeichnung und viel Musik haben die Altmühltal-Werkstätten der Rummelsberger Diakonie am Freitag, 12. Juni 2026, ihr zehnjähriges Standortjubiläum gefeiert. Alle Klient*innen sowie zahlreiche Gäste aus Politik, von Trägerorganisationen und der regionalen Wirtschaft kamen zusammen, um die Erfolge der Werkstatt zu würdigen – und gemeinsam in die Zukunft zu blicken. Zwei Tage später, am 14. Juni, war die Öffentlichkeit geladen, um bei einem bunten Programm gemeinsam das Jubiläum zu feiern.
Andacht mit Mitmachlied und bewegenden Worten
Den Auftakt bildete eine Jubiläumsandacht mit Dekanin Sonja Scherle-Schobel aus Pappenheim, die das bekannte Lied „Danke für diesen guten Morgen“ auf die Werkstatt umdichtete. Die fröhlichen Klänge rissen alle mit: Klient*innen, Mitarbeitende und Gäste sangen begeistert mit – ein Moment, der die Verbundenheit und Freude der Gemeinschaft spürbar machte.
„Hier blühen nicht nur die Pflanzen, hier blühen auch die Menschen“
In seiner Begrüßungsrede würdigte Karl Schulz, Vorstand und Geschäftsführer Behindertenhilfe der Rummelsberger Diakonie, die besondere Verbindung von inklusiver Arbeit und Naturschutz in den Altmühltal-Werkstätten: „Hier blüht nicht nur die Natur, hier blühen auch die Menschen“, betonte Schulz. Gleichzeitig richtete er einen Appell an die Politik: Die aktuellen Herausforderungen in der Finanzierung der Eingliederungshilfe ließen sich nur im Schulterschluss zwischen Leistungserbringern und Entscheidungsträgern lösen. Dafür brauche es Vertrauen auf allen Seiten, um auch in Zukunft die bestmögliche Versorgung für Betroffene zu sichern.
Werkstattleiter Ralf Schmidt und Rebecca Steinmeyer, Vorsitzende des Werkstattrats, unterstrichen in ihrer gemeinsamen Rede die Bedeutung der Werkstatt als Ort der Teilhabe und Selbstbestimmung.
Auszeichnung „Blühender Betrieb“: Teamleistung wie bei der WM
Ein Höhepunkt des Vormittags war die Verleihung des Titels „Blühender Betrieb“ durch Staatsminister Thorsten Glauber. Der bayerische Umweltminister zeigte sich beeindruckt von der Vielfalt der Werkstattbereiche – von der Wäscherei über die Schreinerei bis zur Näherei – und zog eine Parallele zur aktuellen Fußball-WM: „Was hier geschieht, ist eine echte Teamleistung – genau wie im Sport. Erfolg hat nur, wer auf und neben dem Platz zusammenarbeitet.“
Besonders lobte er das ökologische Engagement der Werkstatt: Über 50 Prozent des Areals sind naturnah bewirtschaftet – weit mehr als die für die Auszeichnung erforderlichen 20 Prozent. Bei einer anschließenden Führung durch die Werkstätten nahm er sich viel Zeit, um mit Klient*innen und Mitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und die einzelnen Bereiche (Wäscherei, Schreinerei, Werkgruppen, beruhigter Arbeitsbereich, Werkstattladen) kennenzulernen.
„Blühpakt Bayern“: Mehr Artenvielfalt für die Region
Die Auszeichnung als „Blühender Betrieb“ ist Teil des Blühpakts Bayern, einer Initiative des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz zur Förderung der Biodiversität. Ziel ist es, artenreiche Lebensräume zu schaffen – etwa durch Blühwiesen mit heimischen Pflanzen, Grünflächen oder Nisthilfen für Insekten. Die Altmühltal-Werkstätten gehen hier mit gutem Beispiel voran: Schon vor Jahren wurden Blühflächen angelegt, die heute nicht nur Bienen und Schmetterlingen Nahrung bieten, sondern auch den Klient*innen als Lern- und Erlebnisort dienen.
Gemeinsames Mittagessen und Ausblick
Beim anschließenden Mittagessen blieb Zeit für Austausch und Vernetzung. Musikalisch umrahmt wurde der Tag von Josef Talavasek an der Gitarre, dessen Melodien für eine entspannte Atmosphäre sorgten.
„Das Jubiläum ist für uns kein Rückblick, sondern ein Startschuss“, so das Fazit von Werkstattleiter Ralf Schmidt. „Wir wollen weiter wachsen – als Ort der Inklusion, als Vorreiter für Nachhaltigkeit und als Teil einer Gesellschaft, in der jeder Mensch seinen Platz findet.“