Lernen mit Zukunft: Lernkonzepts der Beruflichen Schulen der Rummelsberg Diakonie zeigt Wirkung
10. März 2026Rummelsberg – Selbstständig lernen, reflektiert handeln, digitale Tools souverän nutzen: Die Beruflichen Schulen der Rummelsberger Diakonie setzen seit einigen Jahren auf das Konzept des Selbstverantwortlichen Lernens – mit messbarem Erfolg. Eine wissenschaftliche Studie bestätigt nun, dass dieser Ansatz die Motivation, Selbstwirksamkeit und Persönlichkeits-entwicklung der Lernenden signifikant fördert. Die Ergebnisse unterstreichen, dass die Beruflichen Schulen als modernen, zukunftsweisenden Bildungsort die Lernenden optimal auf soziale Berufe und das Leben vorbereiten.
Vom „Scheitern“ zum „Gelingen“
Im Mittelpunkt des Konzepts steht ein Paradigmenwechsel: Statt klassischer Noten und Frontalunterricht setzen die Rummelsberger Schulen auf stärkendes Feedback, kooperative Lernsettings und vertrauensvolle Begleitung. „Unser Ziel ist es, Lernende zu eigenständigen, kompetenten Persönlichkeiten zu entwickeln – mit Fokus auf Selbstwirksamkeit, Beziehungskompetenz und Transformationsfähigkeit“, erklärt Diakonin Tina Dehm, Leitung Berufliche Schulen. „Selbstverantwortlich heißt aber keineswegs allein“, so Dehm weiter, „wir geben einen Rahmen vor, in dem Neues entstehen und Bewährtes wachsen kann.“
Die Studie zeigt: Über die Hälfte der Unterrichtszeit findet bereits selbstverantwortlich statt – mit positiven Effekten auf die Lernkultur. Zwischen 2017 und 2023 fanden zu mehreren Zeitpunkten Erhebungen statt. Befragt wurden Schüler*innen, Ehemalige sowie Lehrkräfte. Abgefragt wurde drei Dimensionen: Unterrichtsmerkmale, Lernmotivation und Schülermerkmale. Die erste Befragung fand fünf Wochen nach Ausbildungsbeginn statt, gefolgt von drei Befragungen während des Ausbildungsjahres. Eine weitere fand nach dem Abschluss statt.
Ergebnisse der Befragung im Überblick
-
Mehr autonome Lernende: Der Anteil selbstverantwortlich lernender Schüler*innen stieg von 32 auf 38 Prozent. Angstgesteuerte oder fremdbestimmte Lerntypen wurden hingegen seltener.
-
Unterrichtsqualität als Schlüssel: Selbstverantwortliches Lernen wirkt über eine höhere Unterrichtsqualität positiv auf Sinnfindung, Potenzialentfaltung und Selbstwirksamkeit.
-
Lehrkräfte als Lernbegleiter*innen: Die Rolle der Lehrenden hat sich gewandelt – weg von der „Belehrung“, hin zur individuellen Förderung durch Lernentwicklungs-Gespräche und partizipative Methoden.
„Die Daten belegen, dass unser Konzept nachhaltig wirkt“, betont Dehm. „Besonders erfreulich ist, dass Lernende ihre Motivation höher einschätzen als die Lehrkräfte es erwarten – ein Zeichen für wachsende Eigenverantwortung.“
Herausforderungen und Ausblick: Notenreform und digitale Souveränität
Die Studie identifiziert auch Hemmnisse: Traditionelle Notengebung verstärkt bei manchen Lernenden die Angst vor dem Scheitern und bremst den Übergang zu selbstbestimmtem Lernen. Zudem zeigt sich, dass besonders angstgesteuerte Lernende gezielte Begleitung benötigen – hier gilt es in Zukunft Instrumente zur Früherkennung zu entwickeln.
Auch Absolvent*innen der Schulen aus den Bereichen Pflege, Erziehung oder Sozialwesen berichten von den langfristigen Vorteilen des Lernkonzepts. Die Absolvent*innen sind resilient und handlungsfähig. Eine wichtige Voraussetzung, besonders vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels, um langfristig in sozialen Berufen tätig zu sein.
Bildung, die bewegt
Die Ergebnisse untermauern den Anspruch, innovative Bildung mit christlichen Werten zu verbinden. „Wir verstehen Lernen als wachstumsorientierten Prozess, bei dem Vertrauen und Partizipation im Mittelpunkt stehen“, sagt Susanne Stöcker, Schulleiterin der Fachakademie für Sozialpädagogik in Rummelsberg. „Unser Ziel ist es, Menschen nicht nur fachlich, sondern auch menschlich zu stärken – für eine Gesellschaft im Wandel“, betont auch Stefanie Ferst, Leiterin der Rummelsberger Fachakademie für Heilpädagogik.
Die Rummelsberger Dienste gAG ist eine Tochter des Rummelsberger Diakonie e.V. Sie ist Träger von Beruflichen Schulen und Sozialen Studiengängen. Diese befinden sich in Ebenried, Nürnberg, Penzberg, Rummelsberg, Schwabach und Weißenburg. Die Rummelsberger Dienste bieten rund 1.100 Schulplätze für Pflege, Heilpädagogik, Heilerziehungspflege, Erziehung, Kinderpflege und Sonderpädagogische Förderung.