Orthopädiewerkstatt Usa River – Hilfe, die bleibt

2006 baute das Projekt Feuerkinder die Orthopädiewerkstatt in Usa River. 2009 wurde sie erweitert und mit Maschinen aus Deutschland ausgestattet. Seitdem können vor Ort Orthesen und Prothesen hergestellt und angepasst werden.

Fachkräfte aus Deutschland unterstützten in den ersten Jahren die Ausbildung des Teams. Ehemalige Leiter wie Fadhili Samweli Kiwelu (heute Jurist für die Rechte von Menschen mit Behinderung) und Job Mwanga (heute Facharzt für Orthopädie) stehen beispielhaft für die nachhaltige Wirkung des Projekts. Aktuell leitet Eliupendo Melckizedeck Nanyaro die Werkstatt. Die dort gefertigten FAB-Schienen werden über die Organisation Miracle Feet landesweit verteilt.

Wie wichtig diese Arbeit ist, zeigen Menschen wie Elia Sanga, der nach einem Unfall eine Prothese erhielt und heute wieder arbeiten und für seine Familie sorgen kann. 

Die Werkstatt schenkt Mobilität, Selbstständigkeit und neue Lebensperspektiven – direkt vor Ort in Tansania.

Klumpfuß-Ambulanz in Usa River

Ein Leben ohne Operation ist bei Klumpfuß möglich – wenn die Behandlung früh beginnt. In Usa River wurde deshalb eine spezialisierte Klumpfußambulanz eingerichtet, in der bereits Säuglinge nach der bewährten Ponseti-Methode behandelt werden.

Auslöser war 2006 die Geburt des kleinen Emanuel. Mit Unterstützung des Projekt Feuerkinder und der Organisation Miracle Feet entstand daraufhin eine eigene Clubfoot-Unit. Heute werden dort jährlich rund 100 Kinder betreut. Geleitet wird die Ambulanz von Goodluck Saraef Pallangyo, regelmäßig unterstützt von Dr. Godnester Mungure.

Die Ponseti-Methode erfolgt in drei Schritten:

  1. Schonende Korrektur mit Gipsverbänden in den ersten Lebenswochen.
  2. Kleiner Eingriff an der Achillessehne (Tenotomie), falls nötig.
  3. Stabilisierende Schienentherapie (FAB-Schiene) über mehrere Jahre, um Rückfälle zu verhindern.

Die Ambulanz in Usa River koordiniert heute die gesamte Nordzone Tansanias und leistet wichtige Aufklärungsarbeit. Eine Herausforderung bleibt die Nachsorge, da lange Anfahrtswege und finanzielle Not regelmäßige Kontrollen erschweren.

Trotzdem zeigt die Entwicklung: Durch frühe Diagnose, konsequente Behandlung und verlässliche Begleitung können viele Kinder ohne Operation gesund aufwachsen.

Kontakt

Dr. Stephan Oehler

asante [at] projekt-feuerkinder.de (asante[at]projekt-feuerkinder[dot]de)

Projekt Feuerkinder Spendenkonto: 

Empfänger: Stiftung der Rummelsberger Diakonie – Hilfen für Tansania
Spendenkonto: Evangelische Bank eG
Verwendungszweck: Aktion Feuerkinder
IBAN: DE53 5206 0410 0103 5099 82
BIC: GENODEF1EK1