Wenn die Streuobstwiese Geschichten erzählt

20. August 2026

Hersbruck – Wer die inklusive Streuobstwiese der Rummelsberger Diakonie am Campus Haus Weiher in Hersbruck besucht, kann sie ab Ende September nicht nur sehen, riechen und fühlen – sondern auch hören. Mit dem neuen Kunstprojekt „Wiesenflüstern“ entstehen zwölf Hör-Stationen, die Besucher*innen über QR-Codes direkt auf ihrem Smartphone abrufen können. Spielerisch erzählen sie vom Lebensraum Streuobstwiese, von alten Obstbäumen, der Artenvielfalt und davon, warum dieser besondere Ort auch für kommende Generationen erhalten werden sollte.

Die rund zweieinhalb Minuten langen Hörstücke richten sich vor allem an Kinder im Vor- und Grundschulalter. Zehn zusätzliche Audiodateien vermitteln Erwachsenen vertiefende Informationen. So wird ein Spaziergang über die inklusive Streuobstwiese zu einem besonderen Hörerlebnis.

Entwickelt wurde das Projekt vom Brachland-Ensemble gemeinsam mit der inklusiven Kindertagesstätte der Lebenshilfe Nürnberger Land und dem Fachbereich Autismus der Rummelsberger Dienste für Menschen mit Behinderung. Menschen mit und ohne Behinderung haben die Hör-Stationen gemeinsam gestaltet und eingesprochen – ganz selbstverständlich und ohne die Inklusion selbst in den Mittelpunkt zu stellen.

Auch Bewohner*innen des Fachbereichs Autismus haben das Projekt aktiv mitgestaltet. Ein weiterer Mitwirkender ist Andreas Schneller. Er berichtet in einer Hör-Station von seiner Arbeit auf der Streuobstwiese und erzählt mit sichtbarem Stolz von seinem Rasenmäher, mit dem er regelmäßig dafür sorgt, dass die Wiese gepflegt bleibt. 

So erhalten Besucher*innen auch einen persönlichen Einblick in die vielfältigen Aufgaben rund um den Erhalt der Streuobstwiese. Das Summen von Insekten, Vogelstimmen oder das Rascheln der Blätter machen die Audios lebendig und lassen die Besucher*innen noch tiefer in den Lebensraum eintauchen.

Für Sebastian Weyh, pädagogische Fachkraft in der Förderstätte für Menschen im Autismus-Spektrum Hersbruck, bietet das Projekt einen echten Mehrwert für die pädagogische Arbeit. Die inklusive Streuobstwiese sei schon heute ein wunderbarer Ort, um gemeinsam mit den Klient*innen Zeit in der Natur zu verbringen. Die Hör-Stationen eröffneten nun zusätzliche Möglichkeiten, die Wiese mit allen Sinnen zu erleben und Gespräche über Natur, Nachhaltigkeit und Artenvielfalt anzuregen. So werde jeder Besuch um eine weitere Erfahrung bereichert.

Auch Projektleiterin Alina Stampfl freut sich über das neue Angebot: „Mit den Hör-Stationen wird unsere inklusive Streuobstwiese für alle Besucher*innen noch attraktiver. Sie können den Lebensraum jetzt auf eine ganz neue Art entdecken und erleben.“

Die insgesamt zwölf Hör-Stationen werden am 23. September 2026 auf der inklusiven Streuobstwiese offiziell eröffnet und stehen anschließend dauerhaft kostenlos zur Verfügung. Per QR-Code oder als Offline-App für iOS können sie jederzeit genutzt werden – von Familien, Schulklassen, Kindergärten und allen, die die Natur mit offenen Ohren entdecken möchten.

Heike Reinhold 

Ein Kind auf der inklusiven Streuobstwiese am Campus Haus Weiher in Hersbruck.
Ein Kind auf der inklusiven Streuobstwiese am Campus Haus Weiher in Hersbruck.
Titel
Projekt Wiesenflüstern auf der inklusiven Streuobstwiese am Campus Haus Weiher in Hersbruck.
Foto
Gunnar Seidel